Diplomarbeit, 2008
62 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1. Ökonomische Motivation und Problemstellung
1.2. Ziele und Aufbau der Arbeit
2. Theoretische Grundlagen der betrachteten Kapitalmarktmodelle
2.1. Das Capital Asset Pricing Model von Sharpe/Lintner und Black
2.2. Die Arbitrage Pricing Theory von Ross
2.3. Spezielle Mehrfaktormodelle
2.3.1. Das Drei-Faktor-Modell nach Fama und French
2.3.2. Weitere Mehrfaktormodelle
3. Empirische Studien über den Erklärungsgehalt der Kapitalmarktmodelle
3.1. Methodik zur empirischen Überprüfung des CAPMs
3.2. Studien für den amerikanischen Markt
3.2.1. Die Studie von Black, Jensen und Scholes (BJS)
3.2.2. Die Studie von Fama und MacBeth (FM)
3.2.3. Die Kritik nach Roll
3.2.4. Bewertungsanomalien das CAPMs
3.2.5. Die Kritik am CAPM nach Fama und French
3.2.6. Die CAPM Debatte nach 1992
3.3. Studien für den deutschen Markt
3.4. Zusammenfassung
4. Bestimmung von Eigenkapitalkosten ausgewählter Unternehmen des amerikanischen Marktes
4.1. Datenbasis
4.1.1. Auswahl der Unternehmen
4.1.2. Datenquelle: Thomson Datastream
4.1.3. Renditezeitreihen
4.1.4. Risikoloser Zins
4.1.5. Faktorprämien
4.2. Berechnungsmethodik
4.2.1. Schätzung des Betafaktors des CAPMs
4.2.2. Schätzung der Faktorsensitivitäten des Fama-French-Modells
4.2.3. Bestimmung der Eigenkapitalkosten
4.3. Ergebnisse der Vergleichsunternehmen
4.3.1. Einfluss des Betafaktors auf die Höhe der Eigenkapitalkosten
4.3.2. Einfluss der Marktkapitalisierung auf die Höhe der Eigenkapitalkosten
4.3.3. Einfluss des Buch-Marktwert-Verhältnisses auf die Höhe der Eigenkapitalkosten
4.4. Ergebnisse aller getesteten Unternehmen
4.5. Zusammenfassung und Empfehlungen zur Bestimmung von Eigenkapitalkosten
5. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Diskussion um das Capital Asset Pricing Model (CAPM) sowie APT-konforme Mehrfaktormodelle darzustellen. Dabei wird analysiert, ob die Wahl eines spezifischen Modells zur Berechnung von Eigenkapitalkosten signifikante Auswirkungen auf deren Höhe hat, wozu eine empirische Untersuchung anhand ausgewählter Unternehmen durchgeführt wird.
2.1. Das Capital Asset Pricing Model von Sharpe/Lintner und Black
Das Capital Asset Pricing Model (CAPM) wurde unabhängig von Sharpe (1964), Lintner (1965) und Mossin (1966) entwickelt. Eine Modifikation des Sharpe-Lintner Modells wurde von Black (1972) vorgestellt. Das CAPM ist bis heute das meistverwendete Modell zur Bestimmung von Kapitalkosten und unter Praktikern wie unter Akademikern gleichermaßen beliebt. Ein Grund dafür ist sicherlich die einfache und intuitive Handhabung des Modells. In einem ersten Schritt wird hier die Kapitalmarktlinie des CAPMs abgeleitet, die zeigt, welche Rendite-Risiko Kombinationen effiziente Portfolios aufweisen. Im zweiten Schritt erfolgt die Herleitung der Wertpapiermarktlinie, die Auskunft über den Rendite-Risiko Zusammenhang einer riskanten Anlage gibt.
Die Grundlage des Modells bildet die Portfolio Selection Theory von Markowitz (1952/1959). Diese geht von einem vollkommenen Kapitalmarkt und einem risikoaversen Anleger aus, der seine Portfoliowahl ausschließlich auf Grundlage des Erwartungswertes (µ) und der Varianz (σ²) der Einjahresrendite seines Investments trifft. Als Ergebnis hält der Investor je nach Risikoeinstellung ein µ-σ-effizientes Portfolio, welches a) die Varianz der Portfoliorendite bei gegebenem Erwartungswert minimiert und b) den Erwartungswert bei gegebener Varianz maximiert. Graphisch liegen diese Portfolios auf der Effizienzlinie riskanter Anlagen oberhalb des Minimum-Varianz-Portfolios (Abb. 1).
Im Sharpe-Lintner-CAPM (SL-CAPM) werden der Portfoliotheorie zwei weitere Annahmen hinzugefügt. Zum einen wird davon ausgegangen, dass alle Anleger homogene Erwartungen besitzen. Dies setzt einen informationseffizienten Kapitalmarkt voraus und führt dazu, dass alle Investoren die gleiche Effizienzlinie und damit die gleichen effizienten Portfolios ermitteln. Die zweite Annahme besteht aus der Einführung eines einheitlichen, risikolosen Zinssatzes (rf), zu dem es Investoren ermöglicht wird, Geld anzulegen bzw. aufzunehmen. Diese zusätzlichen Annahmen determinieren das optimale Portfolio riskanter Anlagen auf der Effizienzlinie.
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomische Relevanz der Kapitalkostenbestimmung für Manager und Investoren und definiert die Ziele sowie den Aufbau der Arbeit.
2. Theoretische Grundlagen der betrachteten Kapitalmarktmodelle: Hier werden das CAPM und alternative Ansätze wie die Arbitrage Pricing Theory sowie das Drei-Faktor-Modell von Fama und French theoretisch hergeleitet.
3. Empirische Studien über den Erklärungsgehalt der Kapitalmarktmodelle: Das Kapitel bietet einen chronologischen Überblick über die wissenschaftliche Debatte zu den Schwächen des CAPM und den daraus resultierenden empirischen Erkenntnissen für den amerikanischen und deutschen Markt.
4. Bestimmung von Eigenkapitalkosten ausgewählter Unternehmen des amerikanischen Marktes: In diesem praktischen Teil werden die Eigenkapitalkosten von 16 US-Unternehmen unter Anwendung von CAPM und Fama-French-Modell empirisch bestimmt und verglichen.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Anwendbarkeit der untersuchten Modelle für die zukünftige Praxis.
Kapitalmarktmodelle, CAPM, Arbitrage Pricing Theory, Fama-French-Modell, Eigenkapitalkosten, Betafaktor, Marktkapitalisierung, Size-Effekt, Value-Growth-Anomalie, Portfoliotheorie, empirische Finanzmarktforschung, Risikoprämie, Buch-Marktwert-Verhältnis.
Die Arbeit untersucht die Eignung verschiedener Kapitalmarktmodelle zur präzisen Bestimmung der Eigenkapitalkosten von Unternehmen.
Die Arbeit umfasst die theoretischen Grundlagen des CAPM und der APT, empirische Analysen zur Validität dieser Modelle sowie eine praktische Anwendung zur Kostenbestimmung an Unternehmensbeispielen.
Es wird untersucht, ob moderne Mehrfaktormodelle wie das von Fama und French die erwartete Rendite besser erklären können als das klassische CAPM und ob die Modellwahl die Eigenkapitalkosten maßgeblich beeinflusst.
Der Autor führt eine Literaturanalyse sowie eine quantitative empirische Untersuchung durch, bei der Eigenkapitalkosten mittels Zeitreihen- und Querschnittsregressionen für 16 Unternehmen berechnet werden.
Der Fokus liegt auf dem Vergleich der Erklärungskraft zwischen dem klassischen Betafaktor und den zusätzlichen Risikofaktoren des Drei-Faktor-Modells, insbesondere dem Size-Effekt und der Value-Prämie.
Die zentralen Konzepte sind das Capital Asset Pricing Model (CAPM), das Fama-French-Modell, Eigenkapitalkostenberechnung und empirische Kapitalmarkt-Anomalien.
Obwohl das Modell komplexer ist, zeigen die empirischen Ergebnisse in dieser Arbeit, dass es die zeitliche Streuung von Renditen oft präziser abbildet und systematische Anomalien, die das CAPM ignoriert, besser erfassen kann.
Der Autor empfiehlt für Unternehmen mit hohem Buch-Marktwert-Verhältnis eine Korrektur der CAPM-Werte oder den Einsatz des Drei-Faktor-Modells, weist aber auf die Schwierigkeit fehlender langfristiger Daten in manchen Märkten hin.
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