Diplomarbeit, 2008
112 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Definition des Begriffes „sexuelle Identität“
3 Minderheiten in einer Gesellschaft
3.1 Definition des Begriffes „Minderheiten“
3.2 Die Homosexuellen als Minderheit der Gesellschaft – der „Sündenbockmechanismus“
4 Theorie zur Intention von Gesetzen
4.1 Definition des Begriffes „Gesetz“
4.2 Intentionen von Gesetzen
4.2.1 Handlungsvorschriften, Gebote und Rechte
Handlungsvorschriften
Gebote und Rechte
4.2.2 Rechtsfortbildung
4.3 Das Gleichheitsprinzip
5 Zur aktuellen rechtlichen Situation in der BRD
5.1 Gesetzliche Regelungen für Homosexuelle
Historischer Extrakt
Das Lebenspartnerschaftsgesetz:
5.2 Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
5.3 Das Jahr der Chancengleichheit
5.4 Maßnahmen und Perspektiven
5.5 Zwischenfazit
6 Zur gesellschaftlichen Sichtbarkeit von Homosexuellen
6.1 Die Darstellung der Andersartigkeit
6.2 Das Stigma der Homosexualität
6.3 Die gesellschaftliche Wahrnehmung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen
6.4 Die Definition des Begriffes „Diskriminierung“
6.5 Die Gewalt gegen Homosexuelle
6.5.1 Die Theorie des Gewaltbegriffes
6.5.2 Gewalt gegen Schwule
6.5.3 Gewalt gegen Lesben
6.5.4 Statistische Erfassung von Gewalttaten gegen Homosexuelle
6.6 Toleranz und Akzeptanz
6.7 Maßnahmen und Perspektiven
6.8 Zwischenfazit
7 Die Auswirkungen der rechtlichen Situationen im Kontext der gesellschaftlichen Wahrnehmung
8 Schlussbetrachtungen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen gesetzlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen in der Bundesrepublik Deutschland. Ziel ist es, zu analysieren, ob rechtliche Veränderungen – wie das Lebenspartnerschaftsgesetz oder das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz – tatsächlich zu einer stärkeren gesellschaftlichen Akzeptanz führen oder ob eine gesteigerte Sichtbarkeit von Homosexuellen neue Abgrenzungs- und Feindseligkeitsprozesse provoziert.
Die Gewalt gegen Homosexuelle
Das wissenschaftliche Literaturfundament ist auch in diesem Bereich dünn besetzt und wenn empirische Untersuchungen existieren, setzen sie sich mit der Gewalt gegen Homosexuelle im Allgemeinen auseinander, wobei der Fokus häufig auf der männlichen Homosexualität liegt. Thematiken der Gewalt gegen Frauen werden in der Öffentlichkeit kaum als Problem wahrgenommen oder thematisiert und darüber hinaus erfahren sie auch nur vereinzelt öffentliche Präsenz. Daher sind „auffällige Forschungslücken“ feststellbar und kaum statistische Daten verfügbar (vgl. Faulseit, Müller, Ohms, Soine 2001, S. 1 f). Erschwerend wirkt der Hintergrund, dass Frauen aufgrund der internalisierten patriarchalen Gesellschaftsstrukturen „zusätzlich zu ihrer spezifischen Diskriminierung auch noch denselben sozialen Benachteiligungen in unserer Gesellschaft ausgesetzt sind wie alle Frauen – sie unterliegen somit einer doppelten Diskriminierung“ (ebd., S. 2).
Bevor die Gewalt gegen Homosexuelle im folgenden Teilabschnitt inhaltlich definiert wird, sei noch die grundlegende Erklärung vorangestellt, dass Aggressionen gegen Schwule und Lesben separat behandelt werden, da es erhebliche Unterschiede gibt im Hinblick auf die Wahrnehmung von Gewalt, die Erfahrung unterschiedlicher Gewaltformen und vor allem im Umgang mit Verarbeitungsstrategien (vgl. Ohms/ Stehling 2001, S. 1). Als Begründung führen Ohms und Stehling einerseits das Geschlechterverhältnis an und andererseits ergänzen sie diese Aussage durch die These der Ignoranz schwuler Männer, Gewalttaten gegen lesbische Frauen zu verleugnen und nur die eigene Bedrohung wahrzunehmen (vgl. ebd., S. 1 f).
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die wachsende, wenn auch widersprüchliche mediale und gesellschaftliche Sichtbarkeit von Homosexualität dar und führt die Forschungsfrage nach dem Einfluss gesetzlicher Normen auf gesellschaftliche Einstellungen ein.
2 Definition des Begriffes „sexuelle Identität“: Dieses Kapitel definiert sexuelle Identität als Zusammenspiel aus biologischem, sozialem und psychischem Geschlecht sowie sexueller Orientierung und betont die Notwendigkeit sensibler Nomenklatur.
3 Minderheiten in einer Gesellschaft: Hier wird der Minderheitenbegriff theoretisch verankert und Homosexualität durch das Konzept des „Sündenbockmechanismus“ als gesellschaftliche Minderheit analysiert.
4 Theorie zur Intention von Gesetzen: Dieser Teil erörtert die gesellschaftliche Ordnungsfunktion von Gesetzen, unterscheidet zwischen Handlungsvorschriften, Geboten und Rechten und beleuchtet das Gleichheitsprinzip.
5 Zur aktuellen rechtlichen Situation in der BRD: Das Kapitel analysiert die historische Entwicklung, das Lebenspartnerschaftsgesetz, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz und die europarechtlichen Impulse für den Schutz vor Diskriminierung.
6 Zur gesellschaftlichen Sichtbarkeit von Homosexuellen: Dieser Abschnitt beleuchtet Stigmatisierungsprozesse, die gesellschaftliche Wahrnehmung sowie das Phänomen der Hassgewalt gegenüber Lesben und Schwulen.
7 Die Auswirkungen der rechtlichen Situationen im Kontext der gesellschaftlichen Wahrnehmung: Dieses Kapitel führt die Ergebnisse der vorangegangenen Analysen zusammen und diskutiert das komplexe Wechselspiel zwischen rechtlichem Fortschritt und beharrenden gesellschaftlichen Vorurteilen.
8 Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über den noch unvollständigen Liberalisierungsprozess und betont die Notwendigkeit fortwährender Wertedebatten und aktiver Sichtbarkeit.
Homosexualität, sexuelle Identität, Minderheiten, Sündenbockmechanismus, Lebenspartnerschaftsgesetz, LpartG, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz, AGG, Diskriminierung, Hasskriminalität, Toleranz, Akzeptanz, Heteronormativität, Diversität, gesellschaftliche Sichtbarkeit.
Die Diplomarbeit untersucht das Verhältnis zwischen staatlicher Gesetzgebung und gesellschaftlichen Einstellungen gegenüber gleichgeschlechtlichen Lebensweisen in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Arbeit behandelt Minderheitenpolitik, rechtliche Meilensteine (LpartG, AGG), gesellschaftliche Stigmatisierung, Gewalt gegen Homosexuelle sowie die theoretischen Konzepte von Toleranz und Akzeptanz.
Das Ziel ist eine Prognose darüber, ob verfassungsrechtliche Rahmenbedingungen und Gesetzesänderungen tatsächlich in der Lage sind, gesellschaftliche Einstellungen positiv zu verändern und Diskriminierung abzubauen.
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse wissenschaftlicher Fachbücher, Studien (insbes. der Heitmeyer-Studien) und Broschüren zum Thema Homosexualität und Minderheitenpolitik.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine historische und aktuelle rechtliche Aufarbeitung der Lage Homosexueller, sowie eine soziologische Analyse der Sichtbarkeit und Gewaltbetroffenheit.
Zentrale Begriffe sind Homosexualität, Diskriminierungsschutz, Lebenspartnerschaftsgesetz, Hasskriminalität, gesellschaftliche Sichtbarkeit und der Abbau von Vorurteilen.
Die Autorin betont, dass die Gewaltformen und Verarbeitungsstrategien geschlechtsspezifisch variieren, da Frauen oft einer doppelten Diskriminierung unterliegen und ihre Erfahrungen in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen werden.
Gesetze fungieren laut der Arbeit nicht nur als Sanktionsinstrumente, sondern auch als Leitbilder, die zwar keine sofortige Einstellungsänderung bewirken, aber den gesellschaftlichen Diskurs langfristig prägen können.
Es dient der Arbeit als theoretischer Rahmen, um die komplexe, interdependente Beziehung zwischen dem homosexuellen Individuum und der gesellschaftlich vermittelten Realität abzubilden.
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