Diplomarbeit, 2007
122 Seiten, Note: 1,3
1 EINLEITUNG
2 DER RETAILMARKT FÜR STRUKTURIERTE ANLAGEPRODUKTE
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Produktkategorisierung
2.3 Produktbeschreibungen
2.3.1 Bonusprodukte
2.3.1.1 Basiskomponenten
2.3.1.2 Vorzufindende Strukturen
2.3.2 Discountprodukte
2.3.2.1 Basiskomponenten
2.3.2.2 Vorzufindende Strukturen
2.4 Marktentwicklung und Marktvolumen
2.5 Rechtliche und steuerliche Rahmenbedingungen
2.5.1 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.5.2 Steuerliche Rahmenbedingungen
2.6 Primärmarkt
2.6.1 Produktentwicklung und Emission
2.6.2 Emittenten
2.6.3 Interessenverbände der Emittenten
2.6.4 Emittentenrisiko
2.6.5 Vertriebskanäle
2.7 Sekundärmarkt
2.7.1 Außerbörslicher Handel
2.7.2 Börslicher Handel
2.8 Zwischenfazit
3 STRUKTURIERTE ANLAGEPRODUKTE UND BEHAVIORAL FINANCE
3.1 Strukturierte Anlageprodukte und traditionelle Finanztheorie
3.2 Behavioral Finance
3.2.1 Prospect-Theorie
3.2.2 Kumulative Prospect-Theorie
3.3 Behavioral Finance als Erklärungsansatz für den Markterfolg strukturierter Anlageprodukte
4 FALLBEISPIELE
4.1 Discountprodukt
4.1.1 Prognose der Wahrscheinlichkeitsverteilung des Basiswertes
4.1.2 CPT-Bewertung
4.1.3 EUT-Bewertung
4.1.4 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Bonusprodukt
4.2.1 Prognose der Wahrscheinlichkeitsverteilung des Basiswertes
4.2.2 CPT-Bewertung
4.2.3 EUT-Bewertung
4.2.4 Diskussion der Ergebnisse
5 FAZIT UND AUSBLICK
Die Arbeit untersucht, warum strukturierte Anlageprodukte trotz ihres vermeintlich unterlegenen Risiko-Rendite-Profils bei Privatanlegern so erfolgreich sind, und nutzt dabei Erkenntnisse der Behavioral Finance, um dieses Phänomen jenseits der traditionellen Finanztheorie zu erklären.
3.2 Behavioral Finance
Die Beobachtung, dass Individuen die Axiome rationalen Verhaltens systematisch verletzen, führte bereits kurz nach der Entwicklung der Erwartungsnutzentheorie zu zahlreicher Kritik an ihrer Aussagekraft und Anwendbarkeit. Zu den bekanntesten Beobachtungen zählt das nach Maurice Allais benannte Allais-Paradoxon. In einem Experiment zum Entscheidungsverhalten von Individuen weist Allais (1953) eine systematische Verletzung des Unabhängigkeitsaxioms der Erwartungsnutzentheorie nach. Das Unabhängigkeitsaxiom der Erwartungsnutzentheorie verlangt, dass sich die Präferenz eines Entscheiders durch die Hinzu- oder Hinwegnahme von gemeinsamen Konsequenzen einer Entscheidung nicht verändert. In einem Experiment konnte Allais (1953) jedoch zeigen, dass dieses Axiom bei bestimmten Lotterien regelmäßig verletzt wird.
Das Allais-Paradoxon offenbarte damit die Schwäche, dass die Erwartungsnutzentheorie zur Erklärung beobachtbarer Phänomene lediglich in dem Maße dienen kann, wie die zu Grunde liegenden Axiome rationalen Verhaltens vom Entscheider erfüllt werden. Als Konsequenz aus dieser Beobachtung entwickelten sich sogenannte deskriptive Entscheidungstheorien, welche versuchen, das tatsächliche, intuitive Entscheidungsverhalten von Individuen abzubilden statt als Grundannahme das Bild eines unbeschränkt rational handelnden Menschen zu verwenden. Deskriptive Entscheidungstheorien bilden damit das Gegenstück zu normativen Entscheidungstheorien wie der Erwartungsnutzentheorie. Zur Beschreibung menschlichen Verhaltens nutzen deskriptive Entscheidungstheorien die Kenntnisse der kognitiven Psychologie, welche sich bereits seit ihren Anfängen damit beschäftigt, menschliches Entscheidungsverhalten und Verhaltensanomalien zu erklären.
Neben dem Allais-Paradoxon beschreibt das Ellsberg-Paradoxon eine weitere Verhaltensanomalie von Individuen. Es bezeichnet das Vorziehen von Alternativen mit bekannter Wahrscheinlichkeitsverteilung gegenüber Alternativen mit unbekannter Wahrscheinlichkeitsverteilung. Dieses Phänomen wird allgemein auch als Ambiguitätsaversion (engl.: ambiguity aversion) bezeichnet und konnte in zahlreichen empirischen Studien bestätigt werden. Der Grund für dieses Phänomen wird darin gesehen, dass das Nichtwissen von Wahrscheinlichkeiten von Individuen als zusätzliches Risiko angesehen wird. Hierdurch gewinnt das Vertrauen eines Individuums in die eigene Wahrscheinlichkeitsschätzung an Bedeutung.
1 EINLEITUNG: Einführung in die Thematik strukturierter Anlageprodukte, Darlegung des Markterfolgs und der Zielsetzung der Arbeit, die Nachfrage aus Sicht der Behavioral Finance zu untersuchen.
2 DER RETAILMARKT FÜR STRUKTURIERTE ANLAGEPRODUKTE: Umfassende Bestandsaufnahme des deutschen Marktes, einschließlich Definitionen, Produktkategorisierungen, rechtlicher/steuerlicher Rahmenbedingungen und Analysen zur Marktentwicklung sowie Handelsstruktur.
3 STRUKTURIERTE ANLAGEPRODUKTE UND BEHAVIORAL FINANCE: Diskussion der traditionellen Finanztheorie im Kontext strukturierter Produkte und Einführung in die Behavioral Finance, einschließlich Prospect-Theorie und weiterer Verhaltensanomalien.
4 FALLBEISPIELE: Empirische Anwendung des Modellrahmens auf konkrete Discount- und Bonusprodukte, um deren Bewertung durch einen beschränkt rationalen Anleger im Vergleich zur rationalen Standardtheorie zu analysieren.
5 FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse, kritische Würdigung der Modellannahmen und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe im Bereich strukturierter Anlageprodukte.
Strukturierte Anlageprodukte, Behavioral Finance, Prospect-Theorie, Kumulative Prospect-Theorie, Retailmarkt, Discountprodukte, Bonusprodukte, Erwartungsnutzentheorie, Anlegerentscheidungen, Referenzpunkteffekt, Verlustaversion, Markterfolg, Finanztheorie, Markttransparenz, Entscheidungsanomalien.
Die Diplomarbeit analysiert den bemerkenswerten Erfolg strukturierter Anlageprodukte in Deutschland. Sie hinterfragt, warum Anleger diese Produkte trotz theoretischer Nachteile stark nachfragen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Marktstrukturanalyse, der rechtlichen und steuerlichen Einordnung, der theoretischen Erklärung durch die traditionelle Finanztheorie sowie der Analyse mittels Behavioral Finance.
Das Ziel ist es, Erklärungsansätze für die hohe Nachfrage nach strukturierten Produkten zu finden, indem man die Entscheidungen von Anlegern unter der Annahme beschränkter Rationalität untersucht.
Es werden Literaturanalysen und Experteninterviews für die Bestandsaufnahme sowie eine modellbasierte Analyse (aufbauend auf Optionspreistheorie und kumulativer Prospect-Theorie) für die Fallbeispiele genutzt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Retailmarktes, die theoretische Fundierung (inklusive Behavioral Finance und Prospect-Theorie) sowie konkrete Fallbeispiele für Discount- und Bonusprodukte.
Strukturierte Anlageprodukte, Behavioral Finance, Prospect-Theorie, Anlegerentscheidungen und Marktunvollkommenheiten sind die zentralen Begriffe.
Das subjektiv empfundene Kompetenzniveau beeinflusst die Attraktivitätswahrnehmung und Unterscheidbarkeit von Wahrscheinlichkeiten; ein geringeres Kompetenzgefühl kann hierbei die Nachfrage nach bestimmten Produkten wie dem Bonusprodukt steigern.
Die Berücksichtigung oder Vernachlässigung der Dividendenzahlung verändert die wahrgenommene Vorteilhaftigkeit und den Präferenzbereich der Produkte, was wichtige Einblicke in das Anlegerverhalten liefert.
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