Examensarbeit, 2002
83 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Begrifflichkeit
1.2. Chronologie der Ursachenforschung
1.3. Verlauf und Symptomatik
1.4. Verursachende Faktoren von hyperkinetischen Störungen
1.4.1. Genetische Faktoren
1.4.2. Neurologische Faktoren
1.4.3. Aspekt allergischer Reaktionen auf Nahrungsmittelbestandteile
1.4.4. Bedeutung spezifischer Hirnstrukturen
1.4.5. Psychosoziale Faktoren
1.5. Biopsychosoziales Konzept
2. Diagnose hyperkinetischer Störungen
2.1. Symptome hyperkinetischer Störungen
2.2. Sekundäre Schwierigkeiten von Kindern mit HKS
3. Interventionsverfahren
3.1. Medikamentöse Intervention
3.2. Verhaltenstherapeutische Interventionen
3.2.1. Eltern- und Familienzentriertes Verfahren
3.2.2. Schulzentrierte Verfahren
3.2.3. Patientenzentrierte Interventionen
3.2.3.1. Selbstinstruktionstraining
3.2.3.2. Selbstmanagement-Methoden
3.2.3.3. Spieltraining
3.2.3.4. Problemlösetraining
3.2.3.5. Ärger-Kontrolltraining
3.2.3.6. Soziales Kompetenztraining
3.3. Zusammenfassung
4. Hyperaktivität aus motopädagogischer Sicht
4.1. Psychomotorische Auffälligkeiten von hyperaktiven Kindern
4.2. Motopädagogische Interventionen
4.2.1. Allgemeine methodische Grundsätze
4.2.2. Vestibulär stimulierende Aktivitäten
4.2.3. Entwicklung von Bremskräften und Bewegungssteuerung
4.2.4. Konzentrationsverbesserung mit geschlossenen Augen
4.2.5. Schulung der visuellen Aufmerksamkeit
4.2.6. Überwindung der Impulsivität
4.2.7. Sportliches Handeln als Mittel zur Selbstdisziplinierung
4.3. Zusammenfassung
5. Hyperaktive Kinder in der Schule für Körperbehinderte
6. Anfängerschwimmen als Förderunterricht
6.1. Anfängerschwimmen mit hyperaktiven Kindern
6.1.1. Wasser als ordnendes Element
6.2. Modelle des Anfängerschwimmens
6.2.1. Wilkes Modell
6.2.2. Innenmosers Ansatz
6.2.3. Modell Strohkendl
6.2.3.1. Gestaltung des Schwimmbades
6.2.3.2. Das Prinzip der Einzelbetreuung
6.2.3.3. Das Verhältnis Lehrer Schüler
6.2.3.4. Inhaltliche Strukturen Strohkendls Modell
6.2.3.5. Methodisch-Didaktisches Vorgehen
6.2.3.6. Struktur einer Anfängerschwimmstunde nach Strohkendl
6.2.3.7. Zusammenfassung
7. Einleitung
7.1. Rahmenbedingungen des Anfängerschwimmunterrichts
7.1.1. Angesprochener Personenkreis
7.1.2. Das Schwimmbad
7.1.3. Dauer und Häufigkeit des Schwimmunterrichts
7.1.4. Inhaltliche Struktur
7.2. Schülerbeschreibung Philipp
7.2.1. Anamnese
7.2.2. Lern- und Leistungsverhalten
7.2.3. Sozialverhalten
7.2.4. Verhalten im Anfängerschwimmunterricht
8. Gestaltung und Verlauf einer Unterrichtsstunde
8.1. Erste Eindrücke
8.2. Erläuterung und Begründung des Stundenaufbaus
8.3. Stellung der Stunde in der Unterrichtsreihe
8.4. Planung
8.5. Verlauf
9. Reflexion
10. Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogischen Möglichkeiten des Anfängerschwimmens als Fördermaßnahme für hyperaktive Kinder. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage, wie durch ein strukturiertes, auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Schwimmkonzept – speziell nach dem Modell von Strohkendl – Ängste abgebaut, die Impulskontrolle verbessert und die psychomotorische Entwicklung sowie soziale Integration gefördert werden können.
6.2.3. Modell Strohkendl
In den meisten Ansätzen ist die Angst des Schwimmanfängers wenig konkretisiert, sie wird als Hindernis für das Lernziel Schwimmen gesehen. STROHKENDL hingegen versteht „das Anfängerschwimmen als pädagogisches Mittel zur Anbahnung von Fähigkeiten und Verhaltensweisen zur Angsthemmung und zur Angstregulation“ (Strohkendl 1989, S. 29).
Damit wird der Umgang mit der Angst (vor dem Wasser) ein Lernziel, was sich auf andere Bereiche des Lebens übertragen läßt.
Ängstliche Menschen mit eingeschränkter Motorik und/oder mangelnder Bewegungserfahrung nehmen die Gefahr, die von dem Wasser ausgeht besonders deutlich wahr und trauen sich selbst wenig zu (vgl. Skript Strohkendl 1991). Zudem sind die Räumlichkeiten andere als gewohnt. Akustik, Beleuchtung, Gerüche und Menschenmenge überfluten den ängstlichen Schwimmanfänger, so erklärt sich der scheinbare Widerspruch von dem Wunsch Schwimmen zu lernen und der Meidung des Wassers.
Strohkendl gibt dem Lehrer ein Konzept an die Hand; allein kognitiv ist Angst nicht zu bewältigen, die Kinder müssen in ihrer Wahrnehmung und Emotionalität angesprochen werden.
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, des hyperaktiven Syndroms sowie der Absicht, den motopädagogischen Ansatz mit dem Schwimmmodell nach Strohkendl zu verbinden.
2. Diagnose hyperkinetischer Störungen: Erläuterung der Kernsymptome und der Bedeutung der Anamnese für ein tiefgreifendes Verständnis der Störung.
3. Interventionsverfahren: Übersicht über multimodale Therapiebausteine und die Begründung für die Einbeziehung motopädagogischer Maßnahmen.
4. Hyperaktivität aus motopädagogischer Sicht: Detaillierte Betrachtung der psychomotorischen Defizite und der entsprechenden methodischen Interventionsmöglichkeiten.
5. Hyperaktive Kinder in der Schule für Körperbehinderte: Darstellung der besonderen pädagogischen Anforderungen und Prinzipien im schulischen Alltag dieser Einrichtungsform.
6. Anfängerschwimmen als Förderunterricht: Theoretische Herleitung des Wassers als ordnendes Medium und Analyse verschiedener Schwimmmodelle, insbesondere des Modells von Strohkendl.
7. Einleitung: Überleitung zum empirischen Teil mit Beschreibung der Rahmenbedingungen und des Probanden Philipp.
8. Gestaltung und Verlauf einer Unterrichtsstunde: Konkrete Planung, methodischer Aufbau und dokumentierter Verlauf einer Fördereinheit.
9. Reflexion: Kritische Auseinandersetzung mit der Durchführung der Schwimmstunde und den beobachteten Lernfortschritten.
10. Zusammenfassung und Ausblick: Bilanz der Wirksamkeit des Konzepts für die ganzheitliche Förderung ängstlicher, hyperaktiver Kinder.
Hyperaktivität, HKS, Anfängerschwimmen, Motopädagogik, Strohkendl-Modell, Psychomotorik, Körperbehindertenpädagogik, Angstregulation, Einzelförderung, Sensorische Integration, Impulskontrolle, Wahrnehmungsförderung, Bewegungssteuerung, Wassererfahrung, Sonderpädagogik.
Die Arbeit untersucht, wie Anfängerschwimmen als motopädagogische Fördermaßnahme eingesetzt werden kann, um Kindern mit hyperkinetischem Syndrom bei der Angstbewältigung und Verhaltensregulation zu helfen.
Im Zentrum stehen die medizinisch-psychologischen Grundlagen von Hyperaktivität, die Prinzipien der Motopädagogik und das spezifische didaktische Modell des Anfängerschwimmens nach Strohkendl.
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch eine gezielte, individuelle Förderung im Wasser die Handlungsfähigkeit, das Selbstvertrauen und die soziale Integration hyperaktiver Schüler gestärkt werden können.
Der empirische Teil basiert auf einer teilnehmenden Beobachtung eines Fallbeispiels über zwei Semester hinweg, eingebettet in die pädagogische Praxis der Schule für Körperbehinderte.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Aufarbeitung der Symptomatik und Interventionsmöglichkeiten sowie einen detaillierten empirischen Teil zur Planung und Durchführung spezifischer Schwimmstunden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Hyperaktivität, Motopädagogik, das Strohkendl-Modell, Sensorische Integration, Angstregulation und Einzelbetreuung.
Strohkendl versteht das Schwimmenlernen nicht nur als technische Fertigkeit, sondern als pädagogisches Mittel. Angst wird als Lernziel begriffen, das durch eine vertrauensvolle Lehrer-Schüler-Beziehung, Einzelbetreuung und kleinschrittige Erfolgserlebnisse reguliert wird.
Die Taucherbrille wurde zur Verbesserung der Orientierung eingeführt. Während sie bei einigen Übungen half, ökonomischere Tauchbewegungen zu fördern, erwies sie sich bei der spezifischen Übung des Hinsetzens als kontraproduktiv, da sie den Anreiz zur Flucht durch schnelles Auftauchen nicht unterband.
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