Bachelorarbeit, 2019
46 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Stand der empirischen Forschung
3 Theorie und Hypothesen
3.1 Sozialisationstheorie und Bildungsübergänge
3.2 Sozialisation in der Familie als soziales System
3.3 Ressourcentheorie
3.4 Funktionen und Bedeutung älterer Geschwister
4 Daten und Methode
4.1 Datengrundlage
4.2 Abhängige Variable
4.3 Unabhängige Variablen
4.4 Kontrollvariablen
4.5 Statistische Berechnungen
4.6 Kritische Betrachtung der Methode
5 Ergebnisse
5.1 Erste bivariate Analyse: Häufigkeitstabelle
5.2 Zweite bivariate Analyse: Kreuztabelle
5.3 Ergebnisse der ersten Regression
5.4 Ergebnisse der zweiten Regression
6 Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss von älteren Geschwisterkindern auf den Gymnasialübergang jüngerer Kinder in Abhängigkeit von verschiedenen Familienkonstellationen und Erwerbsmustern der Mutter. Dabei wird insbesondere analysiert, ob eine Unterstützungsfunktion älterer Geschwister existiert, die den Bildungserfolg positiv beeinflussen kann.
3.2 Sozialisation in der Familie als soziales System
Die Familie ist ein soziales System innerhalb von Gesellschaft (Parsons 1955, S. 35). Als Teilsystem steht sie in einer spezifischen strukturellen und funktionellen Beziehung zu Gesellschaft und ist zugleich ein von der gesellschaftlichen Öffentlichkeit abgeschirmter Privatraum (ebd., S. 8 ff.). Von besonderer Bedeutung ist die Familie im Vergleich zu anderen sozialen Systemen insofern, als dass sich innerhalb dieses Systems zentrale Prozesse der kindlichen Sozialisation abspielen (ebd., S. 35 ff.). Dabei beschreibt Sozialisation jene Lernprozesse, aus denen in Interaktion zwischen komplementären Rollenträgern die Internalisierung bestimmter Werte folgt (Parsons 1951a, S. 208f.).
Rollen sind die strukturelle Basis für Sozialisationsprozesse innerhalb von Familie (Parsons 1955, S. 35 ff.). Sie sind komplementär zueinander (Parsons 1951a, S. 208) und an eine bestimmte Funktion mit relativer Machtbefugnis gekoppelt (Parsons 1955, S.45). Die Rolle der Eltern nimmt in Lernprozessen eine zentrale Stellung ein: Als „socializing agents“ (ebd., S. 35) kommt ihnen die Funktion zu, gesellschaftlich vorgegebene Handlungsmuster an ihre Kinder zu vermitteln (Kreppner 1980, S. 397). Dies geschieht in Interaktion: Alter (Elternteil) ist in Interaktion das „modell“ (Parsons 1951a, S. 211) und verkörpert spezifische Werte, die von Ego (Kind) im Laufe des Interaktionsprozesses internalisiert werden (ebd.). „[...] (E)go and Alter have established a reciprocal role relationship in which value-patterns are shared“ (ebd., S. 211). Werte und Verhaltensmuster werden folglich in Interaktion von Alter vorgelebt und von Ego unhinterfragt internalisiert. Dies stellt den Vermittlungsprozess dar (ebd.).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und begründet die Relevanz der Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Familienkonstellationen, Geschwistervorhandensein und dem Übergang auf das Gymnasium.
2 Stand der empirischen Forschung: In diesem Kapitel wird der aktuelle Forschungsstand hinsichtlich diskontinuierlicher Elternschaft und der Rolle von Geschwistern bei Bildungsübergängen zusammengefasst.
3 Theorie und Hypothesen: Hier werden theoretische Ansätze zur Sozialisation und Ressourcenallokation dargelegt, aus denen konkrete Hypothesen über den Einfluss von Geschwistern und Familienstrukturen abgeleitet werden.
4 Daten und Methode: Dieses Kapitel erläutert die Datengrundlage des Mikrozensus 2014, die Operationalisierung der Variablen sowie die gewählten statistischen Verfahren zur Hypothesenprüfung.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse der bivariaten Analysen sowie die Resultate der verschiedenen Regressionsmodelle werden hier präsentiert und statistisch interpretiert.
6 Schlussbetrachtung: Dieses Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen, reflektiert die Ergebnisse kritisch im Kontext der theoretischen Annahmen und diskutiert Grenzen sowie Implikationen für die zukünftige Forschung.
Gymnasialübergang, Familienkonstellation, Geschwisterkinder, Sozialisation, Ressourcentheorie, Bildungssoziologie, Ein-Eltern-Familie, Erwerbstätigkeit, Bildungschancen, Mikrozensus, Bildungsungleichheit, Rollentheorie, Kindesentwicklung, Bildungsabschluss.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das Vorhandensein von Geschwistern und spezifische Familienstrukturen auf die Wahrscheinlichkeit haben, nach der Grundschule ein Gymnasium zu besuchen.
Die Themenfelder umfassen die Bildungssoziologie, die Sozialisation in der Familie, die Auswirkungen unterschiedlicher Familienkonstellationen (Kernfamilie vs. Ein-Eltern-Familie) sowie die Rolle der mütterlichen Erwerbstätigkeit.
Das primäre Ziel ist es, zu analysieren, ob und unter welchen Bedingungen ältere Geschwister einen positiven oder negativen Einfluss auf den Gymnasialübergang ihrer jüngeren Geschwister ausüben.
Es werden quantitative Analysen auf Basis des Mikrozensus 2014 durchgeführt, wobei lineare Wahrscheinlichkeitsmodelle zur statistischen Überprüfung der Hypothesen angewendet werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Hypothesen, die Darstellung des methodischen Vorgehens sowie die detaillierte Präsentation und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören der Gymnasialübergang, die Familienkonstellation, das Vorhandensein von Geschwistern sowie die Anwendung von Sozialisations- und Ressourcentheorien.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder aus Ein-Eltern-Familien seltener auf das Gymnasium wechseln als Kinder aus Kernfamilien, wobei die Anwesenheit von Geschwistern in Ein-Eltern-Familien teils modifizierende Effekte haben kann.
Die Arbeit untersucht, ob die Erwerbstätigkeit der Mutter als Kompensationsfaktor oder Belastung für den Bildungserfolg fungiert; die Ergebnisse hierzu sind komplex und zeigen keine einheitlich signifikanten Effekte auf den Übergang.
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