Bachelorarbeit, 2020
85 Seiten, Note: 1
I. Einleitung
II. Theoretischer Teil
1. Bildung für beeinträchtigte Kinder
1.1 18. und 19. Jahrhundert
1.2 Hilfsschulen und Hilfsklassen
1.3 Integration/Exklusion im Nationalsozialismus
1.4 Zeit nach dem Nationalsozialismus
2. Integration beeinträchtigter Kinder
2.1 Integrationsklassen in Hamburg
2.2 Integration von Kindern mit Behinderung in Österreich
3. Inklusiv handeln
3.1 Gemeinsamer Unterricht
3.2 Heraus- und Überforderung
3.3 Forsa Umfrage
4. Wohlbefinden
4.1 Wohlbefinden und Gesundheit
4.2 Körperliches Wohlbefinden
4.3 Seelisches Wohlbefinden
4.4 Soziales Wohlbefinden
5. Subjektives Wohlbefinden
5.1 Subjektives Wohlbefinden und Lebensqualität
5.2 Theoretische Ansätze des subjektiven Wohlbefindens
6. Wohlbefinden am Arbeitsplatz
6.1 Belastung und Stress
6.2 Transaktionales Stressmodell
6.3 Berufliche Belastung
6.4 Berufliche Zufriedenheit
7. LehrerInnengesundheit
7.1 Risikogruppe Lehrerschaft
7.2 Bewältigungsstrategien und Prävention
7.3 Gesundheitsförderung in der Schule
III. Empirischer Teil
1. Forschungsdesign
1.1 Erhebungsmethode Expertinnen- und Experteninterview
1.2 Exploratives ExpertInneninterview
1.3 Expertinnen- und Expertenbegriff
1.4 Stichprobe
2. Leitfaden im ExpertInneninterview
2.1 Leitfaden
3. Auswertung der ExpertInneninterviews
3.1 Qualitative Inhaltsanalyse
3.2 Kategorienbildung
3.3 Paraphrasierung – Generalisierung - Reduktion
4. Ergebnisse der ExpertInneninterviews
4.1 Subjektives Wohlbefinden
4.2 Berufung
4.3 Integrationsklassen
4.4 Wohlbefinden am Arbeitsplatz
5. Fazit
5.1 Ergebnisse aus Theorie und Empirie
5.2 Beantwortung der Forschungsfrage
5.3 Ausblick
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht den Einfluss der Lehrtätigkeit in Integrationsklassen der Sekundarstufe I auf das subjektive Wohlbefinden der Lehrkräfte. Dabei wird erforscht, wie Lehrpersonen Belastungen wahrnehmen, welche individuellen Bewältigungsstrategien sie anwenden und welche Rolle die berufliche Zufriedenheit in diesem Kontext spielt.
1.1 18. und 19. Jahrhundert
Bereits seit dem 16. Jahrhundert existieren vereinzelt Versuche, beeinträchtigten Kindern,spe ziell gehörlosen Kindern, eine allgemeine Bildung zu ermöglichen. Im 18. Jahrhundert gewann dieses Konzept an Popularität, sodass die ersten sogenannten Idiotenanstalten eröffneten. 1779 wurde eine solche Schule in Wien eröffnet, das Taubstummeninstitut. Des Weiteren wurdeum die gleiche Zeit in Frankreich zum Thema der Kommunikation mit Gehörlosen und zur Bildung von blinden Kindern geforscht (vgl. Eder-Gregor/Speta 2018, o. S.). Aufgrund der Philosophie der Aufklärung fand jenes Bildungsangebot großes Interesse und Unterstützung in der Bevöl kerung. In den Jahren 1778 bis 1798 kam es dann zur großflächigen Eröffnung von Taubstum menschulen in Leipzig, Paris, Berlin und auch München. Mit der Einführung der öffentlichen Taubstummenschulen wurden auch neue didaktische Überlegungen und pädagogisch professi onelle Lehrkompetenzen essenziell. Noch vor jener Reformierung galt der Unterricht gehörlo ser Kinder als oftmals privatisiert oder didaktisch fragwürdig konzipiert (vgl. Schwerdt 2019, S. 39f.). Da die Ressourcenknappheit den Taubstummeninstituten zum Verhängnis wurde,war die Integration der gehörlosen sowie der anderweitig beeinträchtigten Kinder in Regelschulen im politischen Diskurs. Infolgedessen wurde auch die damalige LehrerInnenausbildung infrage gestellt und zu einer Modernisierung veranlasst, um auch jene Kinder individuell unterstützen zu können. Der Taubstummenunterricht wurde 1842 in Österreich verallgemeinert und einge führt, wobei dieses Konzept aufgrund hagelnder Kritik nur bis 1870 seine Berechtigung fand, auch da es ab jenem Zeitpunkt zu einer Trennung der VolksschullehrerInnen und der Gehörlo senlehrerInnen kam (vgl. Schwerdt 2019, S. 41f.).
Vor allem in den eigenen Reihen wurde die Verallgemeinerungsbewegung kritisch betrachtet. Aufgrund der Andersartigkeit der Lerngruppen und Lernräume wurde der Versuch der Integra tion gehörloser Kinder in den Regelschulbereich von Teilen der Taubstummenlehrerschaft ab gelehnt. Auch die unzureichenden Qualifikationen der Volksschullehrkräfte wurden als kritisch erachtet. Des Weiteren wurde die unprofessionelle Methodik der VolksschullehrerInnen im Umgang mit den gehörlosen Kindern als negativ empfunden (vgl. ebd., S. 94).
1. Bildung für beeinträchtigte Kinder: Dieses Kapitel rekonstruiert die historische Entwicklung der Beschulung beeinträchtigter Kinder vom 18. Jahrhundert bis zur Zeit nach dem Nationalsozialismus.
2. Integration beeinträchtigter Kinder: Hier werden die Entstehung und Entwicklung der Integrationsklassen, insbesondere in Hamburg und Österreich, thematisiert.
3. Inklusiv handeln: Dieses Kapitel beschreibt Anforderungen an Lehrkräfte in inklusiven Systemen, inklusive der Herausforderungen und Ergebnisse der Forsa-Umfragen.
4. Wohlbefinden: Hier erfolgt eine theoretische Einbettung und Definition der Begriffe Wohlbefinden sowie deren Teilbereiche wie körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden.
5. Subjektives Wohlbefinden: Dieses Kapitel widmet sich Edward Dieners theoretischen Ansätzen (Bottom-up, Diskrepanz- und Top-down-Ansatz) des subjektiven Wohlbefindens.
6. Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Hier werden arbeitsplatzbezogene Belastungen, Stressmodelle und Aspekte der beruflichen Zufriedenheit theoretisch analysiert.
7. LehrerInnengesundheit: Das Kapitel beleuchtet das Burn-out-Risiko bei Lehrkräften, Belastungsfaktoren und Möglichkeiten der Gesundheitsförderung in der Schule.
Inklusion, Integration, Integrationsklasse, Lehrkräfte, Wohlbefinden, subjektives Wohlbefinden, LehrerInnengesundheit, Stressmanagement, berufliche Belastung, Arbeitszufriedenheit, Burn-out, qualitative Inhaltsanalyse, Sekundarstufe I, Bildungswissenschaft, schulische Integration.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der unterrichtenden Tätigkeit in Integrationsklassen und dem subjektiven Wohlbefinden von Lehrkräften in der Sekundarstufe I.
Zu den Schwerpunkten gehören Inklusionspädagogik, Lehrergesundheit, Stressmanagement-Methoden sowie die Analyse von Arbeitsbelastungen im inklusiven Schulalltag.
Die Forschungsfrage lautet: „Inwiefern werden Lehrkräfte von ihrer unterrichtenden und unterstützenden Tätigkeit in einer Integrationsklasse, der Sekundarstufe I, in ihrem subjektiven Wohlbefinden beeinflusst?“
Die Arbeit nutzt die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring basierend auf fünf ExpertInneninterviews mit langjährig erfahrenen Lehrkräften.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Wohlbefinden, Stress und Inklusion sowie einen empirischen Teil mit der Auswertung der geführten Interviews.
Wichtige Begriffe sind Inklusion, Integrationsklasse, LehrerInnengesundheit, subjektives Wohlbefinden, Stressmanagement und berufliche Belastung.
Die befragten Lehrkräfte stehen dem Konzept der Integrationsklassen durchwegs positiv gegenüber, betonen jedoch die Herausforderungen durch hohe Belastungen und teilweise mangelnde Unterstützung.
Die meisten befragten Lehrkräfte berichten von Schwierigkeiten bei der strikten Trennung von Berufs- und Privatleben, da Planungstätigkeiten häufig in die Freizeit fallen.
Persönliche Ressourcen wie familiäre Unterstützung und sportlicher Ausgleich werden als essenziell identifiziert, um die beruflichen Belastungen im Schulalltag erfolgreich zu bewältigen.
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