Diplomarbeit, 2017
34 Seiten, Note: Sehr Gut
1. Einleitung
2. Medizinische Grundlagen des Locked-in-Syndroms
2.1 Definition
2.1.1 Inkomplettes LiS
2.1.2 Totales LiS
2.1.3 Klassisches LiS
2.2 Ursache und Symptome
2.3 Differentialdiagnose
2.4 Therapie und Prognose
2.5 Historischer Hintergrund
3. Pflegerische Schwerpunkte beim Locked-in-Patienten auf der Intensivstation.
3.1 Atmung
3.2 Ernährung
3.3 Mobilisation
3.4 Prophylaxen
4. Therapiekonzepte für Betroffene
4.1 Therapiekonzept nach Bobath
4.1.1 Entwicklung
4.1.2 Was bedeutet Bewegung?
4.1.3 Häufigste Probleme und Gegenmaßnahmen
4.1.4 Betroffenen bewegen und mobilisieren
4.2 Basale Stimulation
4.2.1 Definition und Entwicklung
4.2.2 Wahrnehmung
4.2.3 Professionelle Berührung
5. Kommunikation
5.1 Kommunikation auf der Intensivstation
5.2 Kommunikation bei LiS-Patienten
5.2.1 Allgemeines
5.2.2 Kommunizieren per „Badekappe“
5.2.3 Zukunftsvision - Chip im Gehirn
5.3 Die Geschichte von Karl-Heinz Pantke
6. Schlusswort
Die vorliegende Fachbereichsarbeit untersucht die spezifischen Herausforderungen in der Pflege und Kommunikation bei Menschen mit dem Locked-in-Syndrom. Ziel ist es, ein Verständnis für das komplexe Krankheitsbild zu vermitteln und aufzuzeigen, wie pflegerische Konzepte und moderne Hilfsmittel zur Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen beitragen können.
5.2.2 Kommunizieren per „Badekappe“
1964 schon schwirrte den Drehbuchautoren von Raumschiff Enterprise eine Idee in den Köpfen herum, die sie in den Film einbauten: Einem vollständig gelähmten Mann gelang es in dem Film, nur mittels Gedankenkraft ein Licht zum Blinken zu bringen. Damals eine Zukunftsvision, heute jedoch die pure Realität. (vgl. Wolf, 2014, S.1)
Gelähmte Menschen können so mit der Umwelt kommunizieren und einen Rollstuhl oder eine Neuroprothese steuern. Dies ist die unblutige, also nicht-invasive Variante der Computer-Hirn-Schnittstelle, die eine Verbindung zwischen Gehirn und einen Computer ermöglicht. Mittels einem Elektroencepahlogramm (EEG), das in einer Art Badekappe eingebaut ist, verbunden mit Kabeln, die zu einem Verstärker führen, wird dieses Verfahren durchgeführt. Innerhalb des Schädels werden durch Nervenzellen Spannungsschwankungen an der Kopfoberfläche erzeugt, die von dem EEG erkannt werden. Mithilfe eines Computers, der diese Hirnsignale herausfiltern kann, ist es möglich, jegliche Intentionen des Betroffenen widerzuspiegeln. Diese werden anschließend in Befehle umgewandelt, um beispielsweise die Armprothese zu steuern. Bisher sind nur einfache Bewegungen möglich, aber auch gesunde Menschen können eine Computer-Hirn-Schnittstelle steuern, zum Beispiel bei Spielen. (vgl. Wolf, 2014, S.1)
Niels Birbaumer von der Universität in Tübingen ist ein Pionier in Sachen nicht-invasiver Computer-Hirn-Schnittstellen. Schon früh begannen Birbaumer und seine Kollegen, über BCI (Brain-Computer-Interface) den Kontakt zu vollständig gelähmten Menschen, die auch des Sprechens nicht mächtig waren, herzustellen. Es werden dem Patienten Buchstaben in unterschiedlicher Reihenfolge vorgeführt. Sobald er einen Buchstaben hört, den er sagen will, verändert sich die Hirnaktivität. Der Computer erkennt die Buchstaben und fügt diese aneinander, sodass sie ein Wort ergeben. (vgl. Wolf, 2014, S.1)
1. Einleitung: Die Autorin beschreibt ihre persönliche Motivation zur Wahl dieses Themas und gibt einen Überblick über die Zielsetzung der Arbeit.
2. Medizinische Grundlagen des Locked-in-Syndroms: Dieses Kapitel definiert das Krankheitsbild, erläutert die verschiedenen Formen, Ursachen sowie die klinische Abgrenzung zu anderen Syndromen.
3. Pflegerische Schwerpunkte beim Locked-in-Patienten auf der Intensivstation.: Der Fokus liegt auf der Akutpflege, insbesondere der Überwachung von Atmung, Ernährung, Mobilisation und der Durchführung notwendiger Prophylaxen.
4. Therapiekonzepte für Betroffene: Hier werden das Bobath-Konzept und die Basale Stimulation als fördernde Therapieansätze detailliert vorgestellt.
5. Kommunikation: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Kommunikationsstrategien von einfachen Tafeln bis hin zu Brain-Computer-Interfaces und schließt mit einem Erfahrungsbericht.
6. Schlusswort: Das Fazit fasst die zentrale Rolle des Pflegepersonals und die Bedeutung einer würdevollen, auf Vertrauen basierenden Betreuung zusammen.
Locked-in-Syndrom, Intensivpflege, Basale Stimulation, Bobath-Konzept, Kommunikation, Brain-Computer-Interface, Pflegekonzepte, Patientenbetreuung, Neurologie, Patientenwürde, Pflegemaßnahmen, Lebensqualität
Es handelt sich um ein seltenes Krankheitsbild, bei dem der Betroffene infolge einer Hirnstammläsion vollständig gelähmt und unfähig zu sprechen ist, während das Bewusstsein und die Wahrnehmung weitgehend intakt bleiben.
Neben einfachen Methoden wie dem Blinzeln oder dem Einsatz von Buchstabentafeln kommen zunehmend moderne technische Hilfsmittel wie BCI-Systeme (Brain-Computer-Interface) zum Einsatz.
Die Arbeit verfolgt das Ziel, das Krankheitsbild verständlich zu machen und die pflegerischen sowie kommunikativen Anforderungen in der Praxis darzulegen.
Die Physiotherapie ist essenziell für die Erhaltung der Beweglichkeit, den Aufbau von Muskelkraft und die Förderung kognitiver Prozesse durch gezielte Mobilisation.
Der Hauptteil gliedert sich in medizinische Grundlagen, pflegerische Schwerpunkte auf der Intensivstation, spezifische Therapiekonzepte und verschiedene Ansätze der Kommunikation.
Die zentralen Begriffe sind Locked-in-Syndrom, Intensivpflege, Basale Stimulation, Bobath-Konzept und Kommunikation.
Es handelt sich um ein EEG-basiertes System (Brain-Computer-Interface), das Gehirnsignale in Computerbefehle übersetzt und so die Kommunikation für vollständig gelähmte Patienten ermöglicht.
Der Bericht bietet einen authentischen Einblick in die Lebensrealität eines Betroffenen und hilft, die psychische Belastung sowie die Wichtigkeit der zwischenmenschlichen Kommunikation besser zu verstehen.
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