Magisterarbeit, 2008
173 Seiten, Note: 1,7
1 EINLEITUNG
1.1 MUSIK IM FRÜHMITTELALTER
1.2 DEFINITIONEN
1.2.1 Begriff Musikarchäologie und Vorgehen in dieser Arbeit
1.2.2 Definition von Musikinstrument und Klanggerät
1.2.3 Akustische Typenklassifikation
2 MATERIAL, RAHMENBEDINGUNGEN UND METHODEN
2.1 UNTERSUCHTE MATERIALIEN
2.2 RAHMENBEDINGUNGEN: ZEITLICHE UND GEOGRAPHISCHE RÄUME UND GRENZEN
2.3 METHODISCHE HERANGEHENSWEISE
2.3.1 Bezifferung in dieser Arbeit
3 KLANGGERÄTE AUS SCHLESWIG-HOLSTEIN
1 IDIOPHONE (SELBSTKLINGER)
1.1 Schraper
1.2 Gleitrasseln
1.3 Schellen
1.4 Glocken
1.5 Glöckchen
2 MEMBRANOPHONE (TROMMELN)
3 CHORDOPHONE (SAITENINSTRUMENTE)
3.1 Rundbogenleier
3.2 Frühmittelalterliche Fiedel
3.3 Stege
3.4 Saitenhalter und Saitenverteiler
3.5 Saiten
3.6 Wirbel
3.7 Stimmschlüssel (?)
3.8 Plektrum (?)
4 AEROPHONE (WINDINSTRUMENTE)
4.1 Schnurrer
4.2 Kernspaltflöten
4.3 Kernspaltpfeifen
4.4 Lockpfeifen
4.5 Röhrenpfeifen
4.6 Schäferpfeife (?)
4.7 Schalmei (?)
4 GESANG
5 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNGEN
5.1 ÜBERLEGUNG ZUR FUNKTION DER KLANGGERÄTE IM SOZIALEN KONTEXT
5.2 VERBREITUNGSGEBIETE UND REGIONALE EINGRENZUNGEN
5.2 FAZIT
Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist die erstmalige systematische Zusammenstellung und musikarchäologische Einordnung frühmittelalterlicher Artefakte aus Schleswig-Holstein, die als Instrumente oder zur Klangerzeugung genutzt wurden, um so die musikalische Wirklichkeit dieser Epoche und Region zu rekonstruieren.
Definition von Musikinstrument und Klanggerät
Was als Musik empfunden wird, hängt vom jeweiligen kulturellen Umfeld ab. Musik, die in einem Kulturkreis als schön gilt, kann in einem anderen als unschön, sogar abstoßend empfunden werden. Dieser Zusammenhang hängt wiederum von dem ab, was das Individuum als angenehme Musik wahrnimmt. Um hierfür ein Beispiel zu nennen muss der Blick nicht einmal in regional unterschiedliche Kulturkreise geworfen werden. Es reicht sich alleine den Unterschied der Hörgewohnheiten zwischen drei Generationen in unserer Kultur vor Augen zu führen. Die Großelterngeneration nimmt die moderne Musik ihrer Enkel zum Großteil als Krach wahr. Geht der Blick wesentlich weiter zurück in der Geschichte, kann von einem einheitlichen Musikbegriff und dem, was heute als schön-klingend aufgefasst wird, erst recht nicht ausgegangen werden. Es besteht in der Forschung oft die Tendenz unser heutiges Musikverständnis auf die Vergangenheit zu übertragen (KOLLVEIT 1997, 69), was, da Musik subjektives Empfinden ist, nicht möglich ist.
Genauso verhält es sich mit den Gegenständen, die diese Musik erzeugten. Daher erscheint es angebracht sich von dem Begriff Musikinstrument für klangerzeugende Artefakte zu entfernen und sich hier dem wertneutraleren Begriff Klanggeräte anzuschließen (vgl. hierzu speziell LUND 1980; KAMINSKI 1971, 45). Dennoch werden in dieser Arbeit Klanggeräte, die in ähnlicher Form heute noch vorkommen, wie Flöten, Zupf- und Streichinstrumente parallel auch als (Musik)Instrumente bezeichnet, da sie der Funktion nach einem heutigen Musikbegriff entsprechen können.
Der Titel dieser Arbeit „Musikinstrumente des Frühmittelalters in Schleswig-Holstein“ ist gewählt worden, um bei einer modernen und allgemein verständlichen Begrifflichkeit zu bleiben. Alle behandelten Funde in dieser Studie sind jedoch aus genannten Gründen richtiger als Klanggeräte zu bezeichnen.
1 EINLEITUNG: Einleitung in die musikarchäologische Bestandsaufnahme der Region Schleswig-Holstein und theoretische Abgrenzung der Begriffe Musikinstrument und Klanggerät.
2 MATERIAL, RAHMENBEDINGUNGEN UND METHODEN: Definition des untersuchten Materials, der chronologischen Grenzen (4.-11. Jh.) und der methodischen Herangehensweise an die Bestandsaufnahme.
3 KLANGGERÄTE AUS SCHLESWIG-HOLSTEIN: Systematische Kategorisierung und detaillierte Analyse der Funde nach der Hornbostel-Sachs-Systematik (Idiophone, Membranophone, Chordophone, Aerophone).
4 GESANG: Untersuchung der historischen und ethnologischen Hinweise auf die Gesangspraxis im frühmittelalterlichen Skandinavien.
5 ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNGEN: Synthese der Untersuchungsergebnisse hinsichtlich der sozialen Funktion der Geräte, ihrer Verbreitung und dem Fazit zur Klangwelt der Region.
Musikarchäologie, Frühmittelalter, Schleswig-Holstein, Haithabu, Klanggeräte, Archäo-Ethno-Organologie, Leier, Fiedel, Kernspaltflöte, Glocken, Schellen, Schnurrer, Fundkatalog, Instrumentenkunde, Musikethnologie
Die Arbeit erstellt eine systematische Übersicht über sämtliche frühmittelalterlichen Artefakte aus Schleswig-Holstein, die mit Musik oder Klangerzeugung in Verbindung gebracht werden können.
Die Themenfelder umfassen die musikarchäologische Klassifizierung, die materielle und typologische Analyse von Fundstücken sowie deren Einordnung in soziale und rituelle Kontexte.
Das primäre Ziel ist es, der Fachwelt eine Basis für die Identifikation musikarchäologischer Objekte zu bieten und der Rekonstruktion der musikalischen Wirklichkeit im Frühmittelalter einen Schritt näher zu kommen.
Es wird eine archäologische Vorgehensweise verfolgt, die durch beschreibende Auswertung, Typologie, Chronologie und materialkundliche Untersuchungen sowie ethnologische Vergleiche ergänzt wird (Archäo-Ethno-Organologie).
Der Hauptteil gliedert sich in die vier akustischen Haupttypen (Idiophone, Membranophone, Chordophone, Aerophone), wobei jedes Klanggerät hinsichtlich Definition, Funden, Vergleichsfunden und Interpretation detailliert analysiert wird.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Musikarchäologie, Frühmittelalter, Schleswig-Holstein, Haithabu, Archäo-Ethno-Organologie und die spezifischen Instrumentengruppen wie Leier, Fiedel und Flöten charakterisiert.
Haithabu war die südlichste skandinavische Handelsstadt ihrer Zeit und ein wichtiger Knotenpunkt für den Austausch von Kulturgruppen, wodurch dort eine besonders hohe Dichte an Artefaktgruppen identifiziert werden konnte.
Die Funktion variierte stark: Während Glocken einen klar definierten religiösen (christlichen) Zweck erfüllten, dienten andere Geräte als Amulette (Gleitrasseln), bei der Jagd (Lockpfeifen) oder als Begleitung für Gesang und Tanz.
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