Bachelorarbeit, 2016
39 Seiten, Note: 2,0
Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
1. Einleitung
2. Welche organisatorischen Veränderungen prägten die Turnvereine nach 1933?
2.1. Angebot der Turnvereine
2.2. Zugehörigkeit zu Verbänden und Organisationen
2.3 Anzahl der Vereine und Mitgliederzahlen
3. Welchen Anteil hatten die Kölner Turnvereine an der nationalsozialistischen Machteroberung und –konsolidierung?
3.1. Reaktionen auf die Maßnahmen der Gleichschaltung
3.1.2. Arbeitersport und konfessionelle Verbände
3.2. Exklusion aus der Volksgemeinschaft: die jüdischen Mitglieder
3.3. Jugendarbeit
4. Welche sozialisierenden Funktionen hatten die Turnvereine im Alltag der NS-Volksgemeinschaft?
4.1. Traditionen und Brüche
4.2. Neue Festkultur?
4.3. Beteiligung an Veranstaltungen des Staates
4.4. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
4.5. Dietarbeit
5. Fazit
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Rolle der bürgerlichen Kölner Turnvereine im Zeitraum von 1933 bis 1938 während der nationalsozialistischen Diktatur. Ziel ist es, die organisatorischen Veränderungen, die Anpassungsprozesse an die neue Ideologie sowie die sozialisierenden Funktionen der Vereine im Alltag der sogenannten Volksgemeinschaft aufzuarbeiten und die Forschungslücke zur lokalen Turngeschichte zu schließen.
3.1. Reaktionen auf die Maßnahmen der Gleichschaltung
Der nationalsozialistische Staat versuchte mit vielen Maßnahmen, die Arbeit in den Turnvereinen zu zentralisieren und zu kontrollieren. Bereits in den ersten Monaten des Jahres 1933 wurden die Struktur der Vereine und Verbände verändert (siehe Kapitel 2.2.). Die Vereine erhielten neue Vorsitzende, die nun Vereinsführer hießen und von höherer Stelle ernannt wurden. In der Volksgemeinschaft hatten einige Gruppen keinen Platz. Die Vereine des Arbeitersports und die konfessionellen Verbände durften nicht weiter bestehen. Die jüdischen Mitglieder mussten ausgeschlossen werden. Wie reagierten die Kölner auf Maßnahmen des Staates, wie die Umsetzung des Führerprinzips oder die Einführung des sogenannten Arier-Grundsatzes?
3.1.1. Vorstände und Führungspersonal
Um es vorweg zu sagen: Widerstände hat es nicht gegeben, falls ein Vorsitzender seinen Platz frei machen musste. Als offizielle Begründungen für die Aufgabe eines Amtes war das Alter des amtierenden Vorsitzenden, seine politische Haltung zum Nationalsozialismus oder die Überbelastung durch andere Tätigkeiten beliebte Varianten. Der Kölner Turngau wurde von seiner Gründung 1922 bis zu seiner Auflösung 1933 von Barthel Gödde als 1. Gauvertreter geleitet. An der Spitze des Gaues, der nun Bezirk 1 Köln hieß, fand 1933 ein Wechsel statt. Barthel Gödde wurde von Heinz Leber abgelöst. Der 1. Vorsitzende der DT, Edmund Neuendorff, bestätigte Leber, der dann die weiteren Mitglieder des Vorstands berief. Ein Kennzeichen der Vorstände der 1930er Jahre waren Ämterwechsel. „Wegen anderweitiger zu starker Inanspruchnahme, namentlich auch wegen meiner nunmehrigen Tätigkeit als Geschäftsführer des Gauamtes XI sah ich mich gezwungen mein Amt als Kreisfachamtsführer Turnen des Kreises Köln niederzulegen“, so lautete die Konsequenz, die Leber im Juni 1936 zog. Christian Ernst Vogt, zuvor Lebers Stellvertreter, übernahm seine Position und blieb bis 1945 im Amt.
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die schwierige Lage des Kölner Turnverbandes und führt in die wissenschaftliche Fragestellung zur Rolle der bürgerlichen Turnvereine im Nationalsozialismus ein.
2. Welche organisatorischen Veränderungen prägten die Turnvereine nach 1933?: Dieses Kapitel analysiert die strukturellen Anpassungen der Vereine, den Verlust von Sportarten und die Auswirkungen der neuen Dachorganisationen auf Mitgliederzahlen und Vereine.
3. Welchen Anteil hatten die Kölner Turnvereine an der nationalsozialistischen Machteroberung und –konsolidierung?: Es wird das wohlwollende Verhältnis der Turnverbände zum NS-Staat sowie die konkreten Maßnahmen zur Gleichschaltung und Exklusion unerwünschter Mitglieder untersucht.
4. Welche sozialisierenden Funktionen hatten die Turnvereine im Alltag der NS-Volksgemeinschaft?: Der Hauptteil beleuchtet die Rolle der Vereine bei der Indoktrination durch Feste, Propaganda-Veranstaltungen und die sogenannte Dietarbeit.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Turnvereine keine Widerstände leisteten, sondern als Akteure im Prozess der NS-Machteroberung fungierten.
Nationalsozialismus, Kölner Turnvereine, Volksgemeinschaft, Gleichschaltung, Sportgeschichte, NS-Diktatur, Vereinsleben, Dietarbeit, Jugendarbeit, Exklusion, Arier-Grundsatz, Vereinskultur, Deutsche Turnerschaft, Sportpolitik.
Die Arbeit untersucht die Geschichte und die Rolle der bürgerlichen Turnvereine in Köln während der frühen NS-Zeit zwischen 1933 und 1938.
Zentrale Themen sind die organisatorische Gleichschaltung, die Rolle der Vereine bei der Exklusion jüdischer Mitglieder sowie ihre Funktion als Sozialisationsinstanzen für die NS-Volksgemeinschaft.
Ziel ist es zu klären, wie sich die Kölner Turnvereine organisatorisch veränderten, welchen Anteil sie an der Machteroberung hatten und welche sozialisierenden Funktionen sie im NS-Alltag erfüllten.
Die Arbeit verfolgt einen methodischen Zugang, der Elemente aus der Kultur-, Sozial- und Politikgeschichte verbindet, um die Wirkungen staatlicher Maßnahmen auf die Vereine zu analysieren.
Der Hauptteil befasst sich mit der Strukturveränderung der Verbände, der Reaktion auf Gleichschaltungsmaßnahmen, der Jugendarbeit, der Festkultur und dem propagandistischen Bereich der sogenannten Dietarbeit.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Volksgemeinschaft, Gleichschaltung, Turnbewegung und der lokale Kontext der Stadt Köln.
Laut den Quellen erhielten alle Vereine die Anweisungen zum Ausschluss jüdischer Mitglieder; es sind jedoch kaum explizite Reaktionen der Vereine dazu überliefert.
Die Dietarbeit sollte der ideologischen Schulung dienen, war jedoch in der Praxis oft von mangelnder Teilnahme und organisatorischen Schwierigkeiten geprägt.
Nein, der Autor stellt fest, dass es keine Widerstände gegen die neuen Strukturen gab; die Vereine agierten vielmehr als willfährige Partner des Staates.
Ein wesentlicher Grund war die Abwanderung von Kindern und Jugendlichen, die zwangsweise in die Jugendorganisationen der NSDAP eintreten mussten.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

