Magisterarbeit, 2007
180 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
1.1 Prolegomena
1.2 Aufgabenstellung
1.3 Gliederung
1.4 Definitionen Natur- und Umweltschutz
1.5 Quellenlage und Forschungsstand
1.5.1 Quellenlage
1.5.2 Forschungsstand
2 Ursprünge des Heimat- und Naturschutzes
2.1 Skizzen der Entwicklung Sachsens im 19. und frühen 20. Jahrhundert
2.2 Genese des Heimat- und Naturschutzes
3 Der Heimat- und Naturschutz in Sachsen
3.1 Die Entstehung des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
3.1.1 Der Ausschuss zur Pflege heimatlicher Kunst und Bauweise
3.1.2 Transformation des „Ausschusses“ zum Landesverein Sächsischer Heimatschutz
3.1.3 Arbeitsbereiche des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
3.1.4 Entwicklung und Wirkung
3.2 Naturschutz im Landesverein Sächsischer Heimatschutz
3.2.1 Naturschutzskizzen
3.2.2 Konzeptionen
3.2.3 Personen und Arbeitsfelder
3.2.4 Naturschutz und Ökonomie
3.3 Forderungen, Tätigkeiten und Ergebnisse der Naturschutzarbeit des Sächsischen Heimatschutzes
3.3.1 Schutz der landschaftlichen Natur
3.3.2 Schutz der einheimischen Tier- und Pflanzenwelt
3.3.3 Schutz der geologischen Eigentümlichkeiten
3.3.4 Weitere Ergebnisse der Naturschutzarbeit des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz
4 Die Elbe
4.1 Faktoren der Elbregulierung
4.1.1 Wirtschaftliche Voraussetzungen
4.1.2 Rechtliche Voraussetzungen
4.1.2.1 Die Elbstrom- Ufer- und Dammordnung von 1819
4.1.2.2 Die Elbschifffahrtsakte von 1821 und die Additionalakte von 1844
4.1.2.3 Das sächsische Wassergesetz vom 12.3.1909
4.1.2.4 Gesetz betreffend den Ausbau der deutschen Wasserstraßen und die Erhebung von Schifffahrtsabgaben vom 24.12.1911
4.2 Elbstromregulierung
5 Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz und die Elbe
5.1 Wasserbau
5.2 Schutzbemühungen im Elbtal
5.3 Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz und die Elbregulierung
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob und inwiefern der frühe sächsische Naturschutz als Teil der Heimatschutzbewegung Einfluss auf die Elbregulierung im Sinne des Schutzes von Fauna und Flora genommen hat. Dabei wird analysiert, inwieweit der Landesverein Sächsischer Heimatschutz (LSH) als Naturschutzinstanz auf die wasserbaulichen Maßnahmen einwirken konnte, diese streckenweise verhinderte oder auf naturverträgliche Ansätze hinwirkte.
1.2 Aufgabenstellung
Wie erwähnt, befand sich die Elbe vor mehr als 100 Jahren, zur Zeit der Hochindustrialisierung, ebenfalls im Ausbauzustand, damals hauptsächlich zum Zweck der Schiffbarmachung. Etwa zur selben Zeit entwickelte sich in Sachsen eine modernitätskritische Bewegung, welche sich gegen die scheinbar willkürliche Ausbreitung rational-wirtschaftlicher Interessen, gegen die Auflösung vertrauter Lebensweisen und die Veränderung und industrielle Überformung der Landschaft wandte. Ein wesentlicher Eckpfeiler der Kritik dieser bürgerlich-intellektuellen Strömung war die Ästhetik und Bodenständigkeit der Dinge, ob in der Volkskunst, dem Bauwesen oder dem Natur- und Landschaftsschutz; diese Felder stellten im weitesten Sinne den hauptsächlichen Wirkungskern der hier gekennzeichneten Heimatschutzbewegung dar.
Motiviert durch die oben geschilderten Bemühungen um den Schutz der Elbe durch Naturschutzverbände heutigentags und angesichts der gleichzeitigen Prozesse der Flussregulierung und der Entstehung des Heimat- und Naturschutzes im Kaiserreich, soll es die Aufgabe der vorliegenden Arbeit sein, zu eruieren, ob und wie der frühe sächsische Naturschutz als Teil des Heimatschutzes Einfluss auf die Elbkorrektion im Sinne des Schutzes der Fauna und Flora des Elblaufes und der Flussauen genommen hat.
Unter Flussregulierung im Sinne der Schiffbarmachung ist, wie dargestellt wurde, die Herstellung einer bestenfalls ganzjährig existenten Fahrrinne zu verstehen. Dazu werden Hindernisse aus dem Fluss und vom Ufer geräumt sowie die Ufer befestigt, zur Vertiefung des Fahrwassers werden Spiegelbreiten durch Parallelwerke und/ oder Buhnen eingeengt und/ oder Grund- und Sohlschwellen eingebaut. Derlei Arbeiten bilden das gesamte Regelungssystem einer Korrektion.
1 Einleitung: Stellt das Forschungsinteresse sowie die zentrale Fragestellung zur Rolle des frühen Naturschutzes bei der Elbregulierung dar.
2 Ursprünge des Heimat- und Naturschutzes: Skizziert die sozioökonomischen Rahmenbedingungen der sächsischen Industrialisierung und die Entstehung der Heimatschutzbewegung.
3 Der Heimat- und Naturschutz in Sachsen: Analysiert die Gründung, Struktur und Arbeitsweise des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz.
4 Die Elbe: Erläutert die technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Grundlagen der Elbstromregulierung bis zum frühen 20. Jahrhundert.
5 Der Landesverein Sächsischer Heimatschutz und die Elbe: Untersucht die konkrete Auseinandersetzung des LSH mit dem Wasserbau und der Flussregulierung.
Heimatschutz, Naturschutz, Elbregulierung, Landesverein Sächsischer Heimatschutz, Wasserbau, Flusskorrektion, Industriegeschichte, Kaiserreich, Sächsische Schweiz, Fauna, Flora, Umweltgeschichte, Wassergesetz, Landschaftsschutz, Denkmalpflege
Die Arbeit analysiert die Rolle des frühen sächsischen Naturschutzes und insbesondere des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz bei der Gestaltung und Regulierung der Elbe zwischen 1871 und 1914.
Zentrale Themen sind die Industrialisierung Sachsens, die Entstehung des organisierten Naturschutzes, die wasserbauliche Regulierung der Elbe sowie die Verknüpfung von ästhetischen und ökonomischen Interessen im Kaiserreich.
Das Ziel ist es, zu eruieren, ob und inwieweit der frühe Naturschutz erfolgreich Einfluss auf die technischen Korrektionsmaßnahmen an der Elbe im Sinne des Arten- und Landschaftsschutzes nehmen konnte.
Es handelt sich um eine historisch-analytische Arbeit, die auf der Auswertung von Primärquellen, Archivmaterialien sowie zeitgenössischen Publikationen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der allgemeinen sächsischen Entwicklung, die detaillierte Analyse der Strukturen des Heimatschutzvereins sowie die technische und rechtliche Betrachtung der Elbregulierung.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Heimatschutz, Naturschutz, Elbregulierung, industrielle Überformung, Denkmalpflege und wasserbauliche Korrektion charakterisiert.
Der LSH war eng mit staatlichen Stellen verknüpft, da viele seiner Mitglieder im Staatsdienst standen, was ihm einerseits Einfluss ermöglichte, andererseits seine Unabhängigkeit begrenzte.
Die Arbeit legt dar, dass die enorme wirtschaftliche Bedeutung der Elbe als Transportweg und die fortgeschrittene technische Planung einer effektiven Intervention durch Naturschützer meist entgegenstanden.
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