Masterarbeit, 2013
102 Seiten, Note: 2,0
0 Einleitung
1 Migration und Integration in Deutschland
1.1 Begriffsklärung Migration
1.2 Migration in Deutschland
1.3 Begriffsklärung Integration
2 Forschungsstand zum Thema Migration und Bildung
2.1 Elementarpädagogischer Bereich
2.2 Grundschule
2.3 Weiterführende Schulen
2.4 Bildungsabschlüsse
3 Erklärungsansätze für den Bildungsunterschied
3.1 Diskriminierung
3.2 Segregation
3.3 Kapitaltheorien
3.4 Veränderungspotenzial
3.5 Zwischenfazit
4 Forschungsgrundlage
4.1 Grounded Theory
4.2 Interviewsituation
4.3 Methodisches Vorgehen
5 Ergebnisse
5.1 „… son bisschen wie als wäre ich vom Himmel gefallen …“ Interview mit E.
5.1.1 Axiale Kodierung
5.1.2 Übersicht
5.2 „… der Typ der damals nicht eingeschult werden sollte…“ Interview mit D.
5.2.1 Axiale Kodierung
5.2.2 Übersicht
5.3 Gegenüberstellung der beiden Bildungsbiografien
6 Fazit
7 Ausblick
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die individuellen Bildungsbiografien von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund zu untersuchen, die trotz statistischer Benachteiligung einen erfolgreichen Bildungsabschluss erreicht haben. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Wirkungszusammenhänge zwischen institutionellen Bildungsstrukturen und persönlichen Lebensgeschichten zu rekonstruieren, um ein differenzierteres Verständnis der Bildungsbenachteiligung zu gewinnen und Möglichkeiten für eine inklusive Pädagogik aufzuzeigen.
3.1 Diskriminierung
In der soziologischen Definition bedeutet Diskriminierung: Bedingungen und Ursachen, die eine Benachteiligung einzelner Individuen oder ganzer Gesellschaftsgruppen im sozialen Kontext bewirken (vgl. ENDRUWEIT/TROMMSDORFF 2002, S. 82). Wichtig ist dabei, dass die Benachteiligungen nicht ausschließlich auf individuelle Einstellungen reduzierbar sind, sondern auch durch strukturelle Gegebenheiten auftreten. Im Bildungskontext ist deswegen zunächst die institutionelle Diskriminierung von Bedeutung. Sie wird verstanden als Ergebnis von organisatorischem Handeln in einem Netzwerk gesellschaftlicher Institutionen. Der potentielle Ort institutioneller Diskriminierung wird in den formalen Rechten, den organisatorischen Strukturen, Programmen und Routinen von Institutionen ausgemacht.
Weiter lässt sich die institutionelle Diskriminierung beschreiben als; von Institutionen durch Gesetze oder Prozessabläufe oder durch systematisch von Mitarbeitenden der Institutionen ausgeübtes oder zugelassenes ausgrenzendes, benachteiligendes oder unangemessenes Handeln gegenüber als nichtzugehörig oder als normabweichend definierten Personen oder Gruppen (vgl. ENDRUWEIT/TROMMSDORF 2002, S. 82).
Daran anknüpfend gilt für Frank Olaf Radke, dass die Schule auf Grund ihrer Organisationsform eine diskriminierende Wirkung hat. Die ausschlaggebenden Benachteiligungen im Bildungssystem sind für ihn überwiegend in der Grundschule verortet. Er beschreibt vier schwerwiegende Selektionsstellen, die sich negativ auf die Bildungsbiografie junger MigrantInnen und Ausländer auswirken können (vgl. RADKE 2004, S. 156ff).
0 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Bildungsbenachteiligung von MigrantInnen in Deutschland und kritisiert einseitige, auf Defiziten basierende Deutungsmuster.
1 Migration und Integration in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe und die historische Entwicklung der Migration in Deutschland, um den Kontext für Bildungsfragen zu schaffen.
2 Forschungsstand zum Thema Migration und Bildung: Der Forschungsstand beschreibt die Beteiligung von MigrantInnen in verschiedenen Stufen des deutschen Bildungssystems, von der Elementarpädagogik bis zur Hochschule.
3 Erklärungsansätze für den Bildungsunterschied: Hier werden soziologische Theorien wie Diskriminierung, Segregation und Kapitaltheorien diskutiert, um die Ursachen für Bildungsunterschiede zu ergründen.
4 Forschungsgrundlage: Dieses Kapitel begründet die Wahl der qualitativen Forschungsmethode (Grounded Theory) zur Untersuchung individueller Bildungsbiografien.
5 Ergebnisse: Die Ergebnisse präsentieren die Analyse zweier qualitativer Interviews, die durch offenes und axiales Kodieren zu einer theoretischen Fundierung führen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, entkräftet pauschale negative Thesen über MigrantInnen und unterstreicht die Bedeutung individueller und systemischer Faktoren.
7 Ausblick: Der Ausblick fordert ein diversitätsbewusstes Handeln der Bildungsinstitutionen, um die Potenziale einer vielfältigen Gesellschaft besser zu nutzen.
Migration, Bildung, Integration, Bildungsbenachteiligung, Grounded Theory, türkischer Migrationshintergrund, Bildungsbiografie, Diskriminierung, Segregation, Kapitaltheorie, Resilienz, Inklusion, Schulsystem, qualitative Sozialforschung, Bildungsaufstieg.
Die Arbeit untersucht die Bildungsbiografien bildungserfolgreicher MigrantInnen türkischer Herkunft, um die Hintergründe ihres Erfolgs im deutschen Bildungssystem zu verstehen.
Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen Migration und Bildung, der Einfluss soziologischer Rahmenbedingungen auf Bildungswege sowie die Rolle individueller und systemischer Ressourcen.
Das Ziel ist es, ein differenzierteres Bild der Bildungsbenachteiligung zu zeichnen, indem die subjektiven Erfahrungen von Menschen mit türkischem Migrationshintergrund neben empirische Bildungsstudien gestellt werden.
Die Arbeit stützt sich auf den theoriegenerierenden Ansatz der Grounded Theory und führt qualitative, offene Interviews mit betroffenen Individuen durch.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung von Migrations- und Bildungstheorien sowie eine detaillierte qualitative Auswertung von zwei Experteninterviews.
Migration, Integration, Bildungsbiografie, Grounded Theory, Diskriminierung und Resilienz sind für diese Untersuchung zentral.
Die Eltern fungieren als wichtige unterstützende Ressource, indem sie hohe Bildungsaspirationen vermitteln und sich vehement gegen Selektionsentscheidungen der Schule einsetzen.
Lehrkräfte können als entscheidende "resiliente Faktoren" wirken, indem ihr punktuelles, über das normale Maß hinausgehendes Engagement individuelle Bildungsbarrieren überbrückt.
Das Interview mit D. verdeutlicht, dass diese Form der Segregation sowohl als stigmatisierende Hürde als auch als Chance wahrgenommen werden kann, wenn sie ein positives Gruppengefühl bietet.
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