Diplomarbeit, 2008
144 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
1 Die Anfänge der Nachrichtenwerttheorie
1.1 Die amerikanische Tradition
1.2 Die Wegbereiter in Europa
1.2.1 Östgaard
1.2.2 Galtung und Ruge
1.2.3 Ein neuer methodischer Ansatz: Karl Erik Rosengren
1.2.4 Winfried Schulz: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien
1.2.5 Das Finalmodell von Joachim Friedrich Staab
1.2.6 Georg Ruhrmann: Der Wert von Nachrichten im deutschen Fernsehen
1.2.7 Nachrichtenfaktoren in journalistischen Handbüchern
1.2.8 Diskussion der Nachrichtenfaktoren
2 Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell
2.1 Die Entwicklung der Tagesschau
2.2. Das Programmprofil der Tagesschau
2.3 Die Entwicklung von RTL aktuell
2.3.1 Die Entwicklung von RTL aktuell bis 1992
2.3.2 Die Entwicklung von RTL aktuell bis 2007
3 Untersuchungsdesign der Diplomarbeit
3.1 Die Nachrichtenfaktoren dieser Arbeit
3.2 Ereignisse in der Woche der Stichprobe
4 Die Nachrichtenfaktoren in der Tagesschau und RTL aktuell
4.1 Allgemeine Angaben zur Themenverteilung
4.2 Die Themenübersicht
4.3 Teaser
4.4 NiFs und Sprechermeldungen
4.5 Schalten, Verweise und Kommentare
5 Der Vergleich der Nachrichtenfaktoren bei den verschiedenen Themenkomplexen
5.1 Der Vergleich des Themenkomplexes „Politik national“ bei Tagesschau und RTL aktuell
5.2 Der Vergleich des Themenkomplexes „Politik international“ bei Tagesschau und RTL aktuell
5.3 Nachrichtenfaktoren in Gesellschaft national
5.4 Nachrichtenfaktoren in Gesellschaft international
5.5 Nachrichtenfaktoren in soft news national
5.6 Nachrichtenfaktoren in soft news international
5.7 Nachrichtenfaktoren in Service national
Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die Anwendung der Nachrichtenwerttheorie auf die Sendungen Tagesschau und RTL aktuell, um zu überprüfen, inwieweit sich die unterschiedlichen journalistischen Profile der Sender in den Nachrichtenfaktoren widerspiegeln. Im Fokus steht die Forschungsfrage, ob ein boulevardorientierterer Stil bei RTL aktuell zu einer höheren Präsenz von Nachrichtenfaktoren wie Personalisierung und Service führt, während die Tagesschau verstärkt auf politikrelevante Faktoren setzt.
1.2 Die Wegbereiter in Europa
Das erste Werk zum Thema Nachrichtenfaktoren in Europa legt der Osloer Friedensforscher Einar Östgaard 1964 vor. Seine Arbeit hat noch hypothetischen Charakter, weil er seine Thesen nicht empirisch überprüft.
Seiner Meinung nach verzerren die Medien den „free flow of news“, „they can be said to be conditioned by the wish to make the news newsworthy, interesting or palatable to the public.”
Östgaard unterscheidet zwischen externen und internen Faktoren. Unter externen Faktoren versteht er Politik und Ökonomie, die internen Faktoren sind Vereinfachung, Identifikation und Sensationalismus. Da es sich bei den externen Faktoren, Politik und ökonomische Gesichtspunkte um Elemente der News-Bias Forschung handelt, die nicht Ziel dieser Arbeit ist, sind die externen Faktoren nicht weiter Gegenstand der Arbeit.
Beim ersten Faktor Vereinfachung erkennt Östgaard an, dass es notwendig sein kann, Dinge vereinfacht darzustellen. Dagegen sei nichts einzuwenden, so Östgaard, wenn Sachverhalte für den Leser durch die Vereinfachung verständlicher werden. Negativ bewertet er hingegen, „simplification of news will impair the flow of news, so as to make the picture presented to the public more simple, less complex, than what really happened.”
1 Die Anfänge der Nachrichtenwerttheorie: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entwicklung und die wesentlichen theoretischen Konzepte der Nachrichtenwertforschung, angefangen bei den US-amerikanischen Wurzeln bis hin zu europäischen Modellen von Östgaard, Galtung und Ruge sowie Schulz und Staab.
2 Ein Vergleich der Nachrichtensendungen Tagesschau und RTL aktuell: Es wird die Historie und das spezifische Sendungsprofil beider Nachrichtensendungen dargestellt, um die Unterschiede im journalistischen Selbstverständnis zwischen öffentlich-rechtlichem Faktenjournalismus und privatem Boulevardfernsehen herauszuarbeiten.
3 Untersuchungsdesign der Diplomarbeit: In diesem Teil wird die methodische Vorgehensweise der Inhaltsanalyse sowie die Definition der 23 untersuchten Nachrichtenfaktoren und die Auswahl der Stichprobenwoche detailliert beschrieben.
4 Die Nachrichtenfaktoren in der Tagesschau und RTL aktuell: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über die Themenverteilung sowie die Nutzung verschiedener Präsentationsmittel wie Teaser und Sprechermeldungen in beiden Sendungen.
5 Der Vergleich der Nachrichtenfaktoren bei den verschiedenen Themenkomplexen: Der Hauptteil der Arbeit präsentiert die detaillierten Ergebnisse des Vergleichs, aufgeschlüsselt nach Themenbereichen wie Politik, Gesellschaft und Soft News, unterstützt durch zahlreiche Abbildungen.
Nachrichtenwerttheorie, Nachrichtenfaktoren, Tagesschau, RTL aktuell, Boulevardisierung, Inhaltsanalyse, Fernsehjournalismus, Selektionshypothese, Personalisierung, Visualität, Nachrichtenwert, Medienrealität, Journalistische Selektion, Politische Berichterstattung, Soft News
Die Arbeit analysiert, wie Nachrichtenfaktoren die Nachrichtenauswahl beeinflussen und ob sich unterschiedliche journalistische Profile der Sender Tagesschau und RTL aktuell in diesen Faktoren widerspiegeln.
Die Themenfelder umfassen die Geschichte der Nachrichtenwertforschung, den direkten Vergleich der Redaktionslinien von ARD und RTL sowie eine empirische Inhaltsanalyse von Nachrichtenfaktoren in unterschiedlichen Themenkomplexen.
Das Ziel ist es, die Hypothese zu überprüfen, dass der Nachrichtenstil (Boulevard vs. sachlich) sich direkt in der Gewichtung verschiedener Nachrichtenfaktoren wie Personalisierung, Service oder politischer Relevanz niederschlägt.
Die Arbeit nutzt eine quantitative Inhaltsanalyse von Nachrichtensendungen während einer festgelegten Stichprobenwoche, ergänzt durch deskriptive Statistik und grafische Aufbereitung der Daten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Themenstruktur, die Untersuchung der Nachrichtenfaktoren innerhalb spezifischer Themengebiete (Politik national/international, Gesellschaft, Soft News) und einen Vergleich der visuellen Aufbereitung.
Wichtige Begriffe sind Nachrichtenwerttheorie, Boulevardisierung, journalistische Selektionsentscheidungen, Personalisierung, Faktizität, Service und die spezifische TV-Nachrichtendramaturgie.
Der Faktor "Service" ist bei RTL aktuell im Vergleich zur Tagesschau deutlich stärker vertreten, was mit dem Ziel des Senders korrespondiert, dem Zuschauer einen unmittelbaren Nutzen ("News to use") zu bieten.
Visualität hat sich als entscheidender Faktor für das Fernsehen herausgestellt, wobei RTL aktuell eine deutlich höhere Dichte an visuellen Elementen wie NiFs aufweist, während die Tagesschau bei komplexen Themen verstärkt auf Sprechermeldungen zurückgreift.
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