Diplomarbeit, 2007
92 Seiten, Note: 1,0
1 Einfuhrung
1.1 Geschichtlicher Abriss zu Benfords Gesetz
1.2 Erklärungen fur Benfords Gesetz
1.3 Aufbau der Arbeit
1.4 Mathematische Grundlagen
2 Benfords Gesetz
2.1 Mantissen und signifikante Ziffern
2.2 Wahrscheinlichkeitsraum
2.2.1 Grundraum Ω
2.2.2 Mantissen-σ-Algebra Mb
2.2.3 Wahrscheinlichkeitsmaß P˜
2.3 Spezialfalle von Benfords Gesetz
2.3.1 Gesetz der ersten Ziffern
2.3.2 Gesetz der n-ten Ziffern
2.4 Allgemeine Eigenschaften der Benford-Verteilung
2.4.1 Konvergenz der Benford-Verteilung
2.4.2 Abhängigkeit der Ziffern
2.5 Strukturelle Eigenschaften der Benford-Verteilung
2.5.1 Skaleninvarianz
2.5.2 Baseninvarianz
2.6 Grenzwertsatz fur signifikante Ziffern
2.7 Beispiele fur benford-verteilte Datenmengen
2.7.1 Endpreise von Ebay-Auktionen
2.7.2 Fibonacci-Zahlen
2.7.3 Lucas-Zahlen
2.7.4 Hills Datenmengen
3 Anwendung von Benfords Gesetz in der Marktforschung
3.1 Verschiedene Anwendungsmöglichkeiten
3.1.1 Computeroptimierung
3.1.2 Plausibilitätstest bei mathematischen Modellen
3.1.3 Steuerfahndung
3.1.4 Marktforschung
3.2 Datenerhebung in der Marktforschung
3.2.1 Stichprobe
3.2.2 Pretest
3.2.3 Ablauf des Interviews
3.2.4 Durchfuhrungsobjektivität
3.2.5 Dispositions
3.2.6 Kontaktphase
3.2.7 Filterfragen und unfertige Interviews
3.2.8 Abhören und Monitoring
3.2.9 Interviewdauer
3.2.10 Ausreißer-Prufung
3.2.11 Telefonische Nachkontrollen
3.2.12 Falsche Angaben der Befragten
3.3 Datentypen in der Marktforschung
3.3.1 Nominal- und Ordinalskalen
3.3.2 Intervallskalen
3.4 Tests auf die Benford-Verteilung
3.4.1 Verschiedene in der Literatur erwähnte Tests
3.4.2 Invarianz-Testverfahren
3.4.3 χ2-Anpassungstest
3.4.4 Programm zum Test auf die Benford-Verteilung
3.4.5 Testbeispiele
3.4.6 Interpretation von Tests
3.5 Ergebnisse bisheriger Studien
3.5.1 Judge und Schechter
3.5.2 Swanson, Cho und Eltinge
3.5.3 Schräpler und Wagner
3.6 Tests bei Umfragedaten
3.6.1 Daten aus der Literatur
3.6.2 Reale Daten
4 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht Benfords Gesetz, das eine logarithmische Verteilung der Anfangsziffern in vielen realen Datenmengen beschreibt. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen dieses Gesetzes zu erarbeiten und dessen praktische Anwendbarkeit in der Marktforschung zu bewerten, insbesondere zur Identifikation von Fälschungen in Umfragedaten.
1.1 Geschichtlicher Abriss zu Benfords Gesetz
Der Astronom Simon Newcomb veröffentlichte 1881 einen Artikel mit dem Titel „Note on the Frequency of Use of the Different Digits in Natural Numbers“ [NEWCOMB 1881]. In diesem Beitrag erläuterte er seine Beobachtung, dass die ersten Seiten von Logarithmen-Tafeln wesentlich schneller abgenutzt sind als die letzten. Er schloss daraus, dass die 1 als erste Ziffer häufiger vorkomme als die 2, die 2 häufiger als die 3 und so fort. Für seine Beobachtung gab er folgende Beschreibung an:
P(erste signifikante Ziffer = d) = log10(1 + 1/d), wobei d = 1, 2, ..., 9 ist
und
P(zweite signifikante Ziffer = d) = Summe von k=1 bis 9 von log10(1+ (10k+d)^-1), wobei d = 0, 1, 2, ..., 9.
Diese Entdeckung widerspricht der allgemeinen Ansicht, dass jede Ziffer mit der gleichen Wahrscheinlichkeit - beispielsweise 1/9 für die erste Ziffer bei den Dezimalzahlen - vorkommen sollte. Lange Zeit beschäftigte sich niemand mit diesem Thema. Bekannt wurde es erst, als der Physiker Frank Benford dieselbe Beobachtung in den Logarithmen-Tafeln machte und 1938 fundiert durch eigenes Datenmaterial in dem Artikel „The law of anomalous numbers“ veröffentlichte [BENFORD 1938].
1 Einfuhrung: Dieses Kapitel bietet einen historischen Überblick über Benfords Gesetz und legt die mathematischen Grundlagen für die gesamte Arbeit.
2 Benfords Gesetz: Hier werden die theoretischen Eigenschaften, wie Skalen- und Baseninvarianz, sowie der Grenzwertsatz für signifikante Ziffern detailliert hergeleitet und bewiesen.
3 Anwendung von Benfords Gesetz in der Marktforschung: In diesem Hauptteil wird untersucht, wie Benfords Gesetz zur Identifikation von manipulierten Umfragedaten eingesetzt werden kann, inklusive verschiedener Testmethoden und Fallbeispiele.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert das Potenzial von Benfords Gesetz als Instrument in der Qualitätssicherung.
Benfords Gesetz, Signifikante Ziffern, Mantisse, Marktforschung, Datenmanipulation, Skaleninvarianz, Baseninvarianz, Wahrscheinlichkeitsmaß, Chi-Quadrat-Test, Umfragedaten, Datenerhebung, Qualitätssicherung, Stichprobe, Logarithmische Verteilung, Ziffernanalyse
Die Arbeit befasst sich mit Benfords Gesetz, einer mathematischen Beobachtung über die Verteilung von Anfangsziffern in numerischen Datensätzen, und ihrer praktischen Anwendung zur Prüfung von Umfragedaten.
Die Schwerpunkte liegen auf der mathematischen Theorie hinter Benfords Gesetz (Wahrscheinlichkeitstheorie) und der empirischen Anwendung in der Marktforschung zur Aufdeckung von gefälschten Interviews.
Das Hauptziel ist die theoretische Durchdringung der Benford-Verteilung und die Beantwortung der Frage, ob und wie diese als Qualitätssicherungsinstrument bei der Datenerhebung in der Marktforschung dienen kann.
Es werden mathematisch-stochastische Methoden zur Definition von Wahrscheinlichkeitsräumen sowie statistische Testverfahren, insbesondere Chi-Quadrat-Anpassungstests, zur Überprüfung von Hypothesen verwendet.
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Beweisen der Eigenschaften der Verteilung vor allem die Prozesse der Datenerhebung in der Marktforschung und die Eignung verschiedener Testverfahren analysiert.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Benfords Gesetz, Signifikante Ziffern, Marktforschung, Datenmanipulation und Chi-Quadrat-Test definiert.
Bei diesen Skalen handelt es sich um kodierte Kategorien ohne reelle Mantissen-Eigenschaften, weshalb sie mathematisch nicht die Voraussetzungen für eine Benford-Verteilung erfüllen.
Nein. Eine Ablehnung der Nullhypothese signalisiert lediglich eine signifikante Abweichung von der erwarteten Verteilung, was ein Indiz für Fehler oder Manipulation sein kann, aber nicht zwangsläufig eine Fälschung beweist.
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