Diplomarbeit, 2003
102 Seiten, Note: 1
A Einleitung
B Jugend und Jugendkulturen der 50er und 60er Jahre und der Gegenwart
1 Begriffsbestimmungen
1.1 Der Jugendbegriff
1.2 Der Kulturbegriff
1.3 Die Begriffe `Szene´ und `Clique´
1.4 Der Begriff `Gleichaltrigengruppe´ bzw. `Peergroup´ bzw. `Peers´
1.5 Die Begriffe ´Jugendkultur(en)´, ´Subkultur´ und ´Jugendsubkultur´
1.5.1 Der Jugendkulturbegriff
1.5.2 Der Subkulturbegriff
1.5.3 Der Jugendsubkulturbegriff
1.5.4 Persönliche Stellungnahme und Zusammenfassung
2 Jugend und Jugendkulturen der 50er Jahre
2.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Hintergründe
2.1.1 Kampf zweier Kulturen, Konsumrausch und Beginn der `Kommerziellen Jugendkultur´
2.1.2 Kleidungskämpfe, Mediatisierung, stilistische Freiräume und Charakter der Jugend
2.1.3 Schmutz und Schund
2.2 Die `Halbstarken`
2.2.1 Der Begriff `Halbstarker`
2.2.2 Historische Vorläufer
2.2.3 Erscheinungsbild, Filme und Musik
2.2.4 Krawalle und Randale
2.2.5 Soziale Herkunft und Altersstruktur der ´Halbstarken`
2.2.6 Deutungen und Bewertungen der Rebellion
2.2.7 Das Ende der `Halbstarken`
2.3 Die `Teenager´
2.3.1 `Teenager´ als Produkt
2.3.2 Verbündete der Jugendlichen
2.3.3 Vom „folk devil“ zum ´Teenager´?
2.4 Die ´Existentialisten`
3 Jugend und Jugendkulturen der 60er Jahre
3.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Hintergründe
3.1.1 Gesellschaftliche und politische Situation der 60er Jahre
3.1.2 Emanzipation und Sexuelle Revolution
3.2 Die ´Beat´-Kultur
3.2.1 Entstehung des ´Beat´
3.2.2 Der `Beat´ als Massenbewegung
3.2.2.1 Der gemeinsame Aufstieg der Beatles und der `Beat´-Musik
3.2.2.2 Reaktionen der Erwachsenengesellschaft
3.2.2.3 Die ´Beat´-Musik als Katalysator für ein neues Lebensgefühl
3.2.3 Das Ende der `Beat´-Ära
3.3 Die Studentenproteste
3.3.1 Schwabinger Jugend- und Studentenkrawalle
3.3.2 Vorboten und politische Hintergründe bzw. Rahmenbedingungen der Studentenproteste
3.3.3 Entwicklung und Verlauf der Studentenbewegung
3.3.4 Deutungen und Bewertungen der Revolte
3.3.5 Auswirkungen der Rebellion
3.4 Die ´Hippie´-Kultur
4 Jugend und Jugendkulturen der Gegenwart
4.1 Die ´Techno´-Kultur
4.1.1 Die Musik
4.1.2 Raves, Clubs, Paraden und Parties
4.1.3 Wertorientierung: „Love, peace, unity and happyness“
4.1.4 ´Techno´ und Drogen
4.1.5 Stil und Mode
4.1.6 Das Tanzen als Weg zum Glück
4.1.7 Deutungen und Bewertungen der `Techno´-Bewegung
4.2 Die (rechte) ´Skinhead´-Bewegung
4.2.1 Wurzeln der `Skinhead´-Bewegung
4.2.2 Soziale Herkunft und Wertorientierung der (rechten) ´Skins`
4.2.3 Entstehungsbedingungen für die Bildung rechtsorientierter ´Skinhead´-Gruppen und Gründe für rechtsextremistische Gewalt
4.2.4 Deutungen und Bewertungen der (rechten) ´Skinhead´-Gruppen
4.3 Die ´Rap/HipHop´-Kultur
C Abschließende Erörterung: Versuch einer Beleuchtung des Wandels von Jugend und Jugendkulturen
1 Wertewandel
2 Wandel der Bedeutung von Peergroups und Jugendkulturen
3 Strukturwandel der Jugendphase
4 Individualisierung, Pluralisierung, Differenzierung, Kommerzialisierung und Mediatisierung
5 Ausblick
Die Arbeit untersucht den Wandel von Jugend und Jugendkulturen im 20. Jahrhundert in Deutschland. Das Ziel ist es, die gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen und Wesensmerkmale bedeutender Jugendkulturen – von den Halbstarken der 50er Jahre über die Beat-Kultur und Studentenproteste der 60er Jahre bis hin zu zeitgenössischen Phänomenen wie Techno und Hip-Hop – zu analysieren und deren Wandel in einer zusammenfassenden Erörterung kritisch zu beleuchten.
2.2.4 Krawalle und Randale
Das Verhalten der `Halbstarken´ war vielfältig: Die Erscheinungsformen erstreckten sich auf eine Reihe unterschiedlich auffälliger, belästigender oder sonstwie die Ordnung störender Verhaltensmuster:
„Vornehmlich finden die „Halbstarken“ Gefallen daran, Fußgänger zu belästigen. Sie rempeln diese an, „um sich Respekt“ zu verschaffen, stoßen sie vom Gehweg, gegen Häusermauern oder gegen andere Halbwüchsige und zwingen sie, vom Bürgersteig auf die Fahrbahn zu gehen. Grölend und pfeifend zum Teil mit Latten bewaffnet ziehen sie durch die Straßen oder stehen an Ecken und behindern den Fußgängerverkehr. Sie überschreiten im Gänsemarsch bei großer Zahl die Fahrbahn und blockieren so zeitweilig den Fahrverkehr. Besonders gern versperren sie verkehrsreiche Kreuzungen. Trotz der Hupsignale von ankommenden und wartenden Kraftfahrzeugen geben sie die Fahrtbahnmitte nicht oder nur zögerlich frei. Sie schieben parkende Wagen in die Fahrtbahnmitte oder auf den Bürgersteig und stellen ihre Fahrräder und Mopeds quer über die Fahrbahn, um dadurch den Verkehr lahmzulegen. Sie empfangen Omnibusse mit Geheul, stürzen Verkehrsschilder, werfen Mülltonnen um und an Baustellen lagernde Ziegelsteine auf die Straße. Bei alledem schießen sie gern mit Schreckschußpistolen und lieben es, Knallkörper abzubrennen oder Stinkbomben zu werfen. Nach Bürgern, die an Fenstern oder Balkonen lehnen und sich den Krach verbitten, werfen sie mit Steinen oder schießen mit Katapulten. Sie bespritzen Vorübergehende aus wassergefüllten Fahrradpumpen, schlagen ihnen das Speiseeis aus der Hand, versuchen, sie in eine Prügelei zu verwickeln, verdängen Rentner durch Pöbeleien und Drohungen vom Ruheplatz und fordern sie schließlich zum „Verschwinden“ auf. Auf den Rummelplätzen und Straßen pöbeln sie gern Mädchen, aber auch Ehepaare an. Sie bedrohen diese mit Zaunlatten oder mit Luftdruck- oder Gaspistolen. Auch reißen sie zum trocknen aufgehängte Wäsche herunter, klingeln an Wohnungstüren in der Art, wie man Klavier spielt, und bedrohen die darüber entrüsteten Mieter.“
A Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Diplomarbeit ein, indem sie Jugendkulturen als historisch gewachsene, ambivalente Phänomene beschreibt und die Notwendigkeit begründet, deren Entwicklung von den 50er Jahren bis zur Gegenwart zu untersuchen.
B Jugend und Jugendkulturen der 50er und 60er Jahre und der Gegenwart: Dieser umfassende Hauptteil analysiert die Definition von Jugendbegriffen und unterteilt die Entwicklung in historische Epochen, beginnend bei den 50ern, über die 60er Jahre bis hin zu modernen Szenen der Gegenwart.
1 Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel klärt die wesentlichen theoretischen Grundlagen der Diplomarbeit, darunter die Definitionen von Jugend, Subkultur, Szene und Peergroup im soziologischen Kontext.
2 Jugend und Jugendkulturen der 50er Jahre: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der 50er Jahre dargestellt, insbesondere der Kampf zwischen Tradition und beginnendem Massenkonsum, sowie die Phänomene der "Halbstarken" und "Teenager".
3 Jugend und Jugendkulturen der 60er Jahre: Dieses Kapitel beleuchtet den Wandel der 60er Jahre, geprägt durch die Beat-Kultur, die antiautoritären Studentenproteste und den Aufstieg der Hippie-Bewegung.
4 Jugend und Jugendkulturen der Gegenwart: Hier werden aktuelle Jugendkulturen wie die Techno-Szene, rechte Skinhead-Gruppen und Rap/Hip-Hop in ihren spezifischen Ausdrucksformen, Wertorientierungen und sozialen Kontexten analysiert.
C Abschließende Erörterung: Versuch einer Beleuchtung des Wandels von Jugend und Jugendkulturen: Das abschließende Kapitel fasst den Struktur- und Wertewandel der Jugendphase sowie Trends wie Individualisierung und Kommerzialisierung zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung.
Jugend, Jugendkultur, Subkultur, Peergroup, 50er Jahre, 60er Jahre, Halbstarke, Beat, Studentenbewegung, Techno, Skinheads, Rap, Hip-Hop, Individualisierung, Kommerzialisierung
Die Diplomarbeit widmet sich dem Phänomen Jugend und Jugendkultur im 20. Jahrhundert. Sie untersucht, wie sich die Jugend und ihre verschiedenen Gruppierungen vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Wandlungsprozesse entwickelt haben.
Die Schwerpunkte liegen auf den 50er und 60er Jahren sowie der Gegenwart. Themen sind unter anderem der Wertewandel, die Bedeutung von Peergroups, politischer Protest, Konsumkultur und Mediatisierung.
Ziel ist es, die gesellschaftlichen Entstehungsbedingungen und Wesensmerkmale wichtiger Jugendkulturen zu erkunden und den Prozess aufzuzeigen, wie sich Jugend über die Jahrzehnte hinweg ausdifferenziert hat.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Analyse von soziologischen Konzepten und Studien, um den historischen Kontext und die verschiedenen Jugendkulturen differenziert darzustellen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei historische Zeitabschnitte: die 50er Jahre (Halbstarke, Teenager), die 60er Jahre (Beat-Kultur, Studentenproteste, Hippies) und die Gegenwart (Techno-Kultur, rechte Skinheads, Rap/Hip-Hop).
Wichtige Begriffe sind Jugend, Jugendkultur, Subkultur, Peergroup, Halbstarke, Beat-Kultur, Studentenproteste, Techno, Skinheads, Rap, Hip-Hop, Individualisierung und Kommerzialisierung.
Die Halbstarken gelten als frühe Vorreiter eines rebellischen jugendlichen Selbstbewusstseins, deren Protest sich insbesondere gegen die restaurative, autoritäre Gesellschaftsordnung der 50er Jahre richtete, während spätere Kulturen stärker durch kommerzielle Faktoren geprägt waren.
Peergroups haben eine Bedeutungsverschiebung erfahren: Während sie früher primär als Ergänzung zur Sozialisation durch Familie und Schule fungierten, sind sie heute eigenständige, identitätsbildende Instanzen, die Lebenskonzepte und Orientierung vermitteln.
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