Examensarbeit, 2015
42 Seiten, Note: 2
1. Einleitung
2. Begriff Gebet
2.1. Kriterien christlichen Betens
2.2. Das Neue Evangelische Pastorale
3. Begriff Ritual
3.1. Ritualforschung und ihre Bedeutung in der Seelsorge
3.2. Das Ritualverständnis nach Morgenthaler
3.2.1. Spannung zwischen Gespräch und Ritual
3.2.2. Ritual im Seelsorgeprozess
4. Begriff Seelsorge und Seelsorgekonzepte
5. Das Seelsorgekonzept kerygmatische Seelsorge von Edward Thurneysen
5.1. Das Seelsorgeverständnis von Edward Thurneysen
5.2. Gebet und Seelsorge bei Edward Thurneysen
5.3. Zusammenfassung
6. Das Seelsorgekonzept von Joachim Scharfenberg
6.1. Das Seelsorgeverständnis von Joachim Scharfenberg
6.2. Gebet und Seelsorge bei Joachim Scharfenberg
6.3. Zusammenfassung
7. Das Seelsorgekonzept von Peter Bukowski
7.1. Seelsorgeverständnis von Peter Bukowski
7.2. Gebet und Seelsorge bei Peter Bukowski
7.2.1. Psalmen und Seelsorge
7.2.2. Zur Kunst, ein Gespräch zu beenden
7.3. Zusammenfassung
8. Das Seelsorgekonzept von Michael Klessmann
8.1. Das Seelsorgeverständnis von Michael Klessmann
8.2. Gebet und Seelsorge bei Michael Klessmann
8.2.1. Gebet als Schweigen
8.2.2. Gebet als Ritual
8.2.2.1. Definition der Rituale von Klessmann
8.2.2.2. Wiederentdeckung der Rituale
8.2.3. Gebet als „Ritual“ in der Seelsorge
8.3. Zusammenfassung
9. Fazit
10. Literatur
10.1. Hilfsmittel und Bibelausgaben
10.2. Agenden und Gesangbücher
10.3. Sekundärliteratur
Die Arbeit untersucht die Rolle des Gebets in der Seelsorge anhand von vier ausgewählten Seelsorgekonzepten, um herauszufinden, wie Seelsorger diese Praxis in unterschiedlichen Gesprächssituationen authentisch und professionell integrieren können.
1. Einleitung
Während meiner Zeit der Krankenhauseelsorgeausbildung (KSA) im Universitätsklinikum Würzburg wurde ich folg im Rahmen meiner Rufbereitschaft an einem Nachmittag auf die Intensivstation gerufen. Angehörige eines Kranken hatten um geistlichen Beistand gebeten. Als ich ins Zimmer kam, erzählte mir die Schwester des Kranken von ihrem Bruder und fragte mich, ob ich für den Kranken beten kann. Ich habe damals ohne große Überlegung ein frei formuliertes Bittgebet gesprochen. Die Angehörige bedankte sich und bat mich, ihr zu zeigen, wie sie beten sollte, um den Zustand des Kranken zu verbessern. Ich schlug ihr vor, um Gottes Hilfe bei der Heilung des Kranken zu bitten und darum, dass der Kranke seine Schwester nicht verlassen soll. Die Angehörige sprach mehrmals dieses Bittgebet laut. Ich fühlte mich aber unwohl. Denn ich wusste, dass sich sein Zustand hochwahrscheinlich nicht verbessern wird, da er nur noch durch Maschinen am Leben erhalten wurde. Dann kam der Arzt und bat die Angehörigen, zum Gespräch zu kommen. Da die Angehörigen mich baten, beim Kranken zu bleiben, blieb ich bei ihm. Als nun die Angehörigen zurückkamen, hatten sie die Lage des Bruders verstanden und baten mich, sie beim Ausschalten der Maschinen zu unterstützen und dabei ein Gebet und einen Segen auszusprechen. Anders als vor dem Gespräch mit dem Arzt waren die Angehörigen nun sehr ruhig. Ich vollzog die kleine liturgische Form, die im Buch „Neues Evangelisches Pastorale“ beim Abschnitt „Sterben“ zu finden war.
Aus dieser und ähnlichen Erfahrungen resultiert mein großes Interesse am Thema Gebet in der Seelsorge. Einerseits interessiert mich, wie wissenschaftlich mit diesem Thema umgegangen wird v.a. da das Gebet ein Ritual ist und dadurch einen anderen Charakter als ein Gespräch hat. Das Gebet kann im Gespräch unterschiedliche Funktion einnehmen.
1. Einleitung: Die Autorin begründet ihr Interesse am Thema Gebet in der Seelsorge durch eigene biographische Erfahrungen in der Krankenhausseelsorge und legt die methodische Vorgehensweise ihrer Arbeit dar.
2. Begriff Gebet: Dieses Kapitel definiert Gebet als fundamentales religiöses Phänomen und untersucht christliche Kriterien des Betens sowie die Bedeutung von Textsammlungen wie dem „Neuen Evangelischen Pastorale“.
3. Begriff Ritual: Hier wird die Bedeutung der Ritualforschung für die Seelsorge analysiert, wobei besonders das Ritualverständnis von Christoph Morgenthaler hinsichtlich der Spannung zwischen Gespräch und Ritual beleuchtet wird.
4. Begriff Seelsorge und Seelsorgekonzepte: Das Kapitel gibt einen Überblick über die Pluralität seelsorglicher Definitionen und führt die vier gewählten Theologen für die folgende Analyse ein.
5. Das Seelsorgekonzept kerygmatische Seelsorge von Edward Thurneysen: Es wird das Verständnis einer rein verkündigungsorientierten Seelsorge dargestellt, in der das Gebet als „Mitte“ alles seelsorgerlichen Tuns gilt.
6. Das Seelsorgekonzept von Joachim Scharfenberg: Das Kapitel präsentiert die Kritik der Seelsorgebewegung an einer zu stark auf Verkündigung ausgerichteten Praxis und plädiert für das Gebet als „Erziehung des Wunsches“.
7. Das Seelsorgekonzept von Peter Bukowski: Hier wird der Fokus auf die Wiederentdeckung der Bibel im Gespräch gelegt, wobei das Gebet als Mittel zur Einordnung in den „Schutzbereich Gottes“ verstanden wird.
8. Das Seelsorgekonzept von Michael Klessmann: Die Arbeit schließt die konzeptionelle Analyse ab, indem sie Klessmanns ganzheitlichen Ansatz vorstellt, der Gebet sowohl als Schweigen als auch als Ritual begreift.
9. Fazit: Die Ergebnisse der vier Konzeptionen werden kritisch zusammengeführt, wobei der Stellenwert des Gebets in der modernen Seelsorge erneut betont wird.
10. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Hilfsmittel, Agenden und der theologischen Sekundärliteratur.
Seelsorge, Gebet, Ritual, Kerygmatik, Seelsorgebewegung, Gottesdienst, Verkündigung, Schweigen, Lebensdeutung, Psalmen, Bittgebet, Gesprächsführung, Transzendenz, christlicher Glaube, Bibelauslegung
Die Arbeit untersucht die theoretische und praktische Rolle des Gebets in der christlichen Seelsorge anhand von vier verschiedenen theologischen Ansätzen.
Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Gebet, Ritual und Gespräch, die Bedeutung der Verkündigung sowie die Anwendung von Bibeltexten und Psalmen in schwierigen Lebenskrisen.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Seelsorger das Gebet als wertvolles Element in ihre Arbeit integrieren können, ohne dass es als autoritärer Zwang oder bloße Floskel missverstanden wird.
Es handelt sich um eine systematisch-theologische Literaturanalyse, bei der vier markante Seelsorgekonzepte des 20. und 21. Jahrhunderts gegenübergestellt und kritisch ausgewertet werden.
Der Hauptteil analysiert Edward Thurneysens kerygmatischen Ansatz, Joachim Scharfenbergs psychologisch fundierte Kritik, Peter Bukowskis bibelzentrierte Seelsorge und Michael Klessmanns ganzheitliches Modell.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Seelsorge, Gebet, Ritual, Kerygmatik, Lebensdeutung und die Unterscheidung zwischen therapeutischer und verkündigender Seelsorge.
Während Thurneysen das Gebet als essenziellen Bestandteil der Verkündigung und als Mittel zur Sündenvergebung ansieht, kritisiert Scharfenberg diese Praxis als autoritär und bevorzugt das Gebet als psychologische „Erziehung des Wunsches“.
Klessmann begreift Schweigen als eine intensive Form des Hörens und Empfangens, die es ermöglicht, sich Gott im „Verstummen“ zu nähern und die Subjekt-Objekt-Spannung im Gespräch abzubauen.
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