Bachelorarbeit, 2007
34 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Die Thesen und ihre Herkunft
1.1. Die Urmutter und das göttlich weibliche Prinzip
1.2. Die literarische Erschaffung und Weiterentwicklung des Grals
1.2.1. Das Mittelalter – der Gral wird erfunden
1.2.2. Die Weiterentwicklung des literarischen Grals
1.3. Der geheime Orden und da Vinci
1.4. Resümee – Inspirationsquellen und literarische Eigenleistung
2. Gesellschaftlich relevante Faktoren
2.1. Säkularisierung, Profanisierung und Resakralisierung
2.2. Faszination Verschwörungstheorien
2.3. Die Bedeutung der Gralsmythen in der heutigen Gesellschaft
2.4. Kauf- und Leseverhalten deutscher Romanrezipienten
2.5. Konstruierte Authentizität als Marketingstrategie
2.6. Resümee – Am Nerv der Zeit
Fazit
Die Arbeit untersucht die Erfolgsfaktoren des Romans Sakrileg von Dan Brown, indem sie die historischen und literarischen Ursprünge der darin verarbeiteten Theorien analysiert und mit gesellschaftlichen Trends in der heutigen Zeit in Beziehung setzt.
1.2.1. Das Mittelalter – der Gral wird erfunden
Die ursprüngliche Artuslegende stammt wahrscheinlich aus keltischer Vorzeit und gelangte mit der Eroberung Englands durch die Normannen Ende des 11. Jahrhunderts in angelsächsisches Herrschaftsgebiet. Im 12. Jahrhundert war die Sage sogar bis nach Sizilien verbreitet, wie Fresken und Inschriften beweisen.
Die literarische Erschaffung des Grals wird allgemein Chrétien de Troyes zugeschrieben, dessen sämtliche überlieferte Geschichten in irgendeiner Art mit dem Artushof verknüpft sind. Chrétiens Schaffensperiode lässt sich wie die vieler mittelalterlicher Autoren nicht genau datieren, jedoch geht die Forschung einheitlich von der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts aus. Von besonderer Bedeutung für die Literaturgeschichte des Grals ist Chrétiens letztes und unvollendetes Werk Le Conte du Graal, Die Geschichte vom Gral, das um 1190 entstanden sein muss und später unter dem Namen Perceval Verbreitung fand. In diesem nennt er erstmals den Gral ausdrücklich und beschreibt ihn: Perceval beobachtet als Gast in einem fremden Haus, wie der Gral und eine blutige Lanze in einer feierlichen Prozession an ihm vorbei in einen Nebenraum getragen werden. Der Gral erscheint hier als goldener und mit wertvollen Edelsteinen geschmückter Kelch. Getragen wird er von einem jungen Mädchen und er enthält eine Hostie, die auf wundersame Weise einen alten „Fischerkönig“ am Leben erhält. Über die Herkunft des Grals erfährt der Leser hingegen nichts.
Le Conte du Graal erntete bei seinen Zeitgenossen große Beachtung. Chrétien war ein bekannter Autor, und ein unvollendetes Werk ließ großen Raum für Spekulationen und Fortsetzungen. So versuchten allein innerhalb von zwanzig Jahren nach Abbruch seiner Arbeiten die Verfasser von zwei Fortsetzungen, zwei gänzlich neuen Versionen seines Romans und einer deutschen Fassung, sich die Geschichte zu Eigen zu machen.
Ende des 12. Jahrhunderts verfasste Robert de Boron seine Gralserzählung L´Estoire dou Graal, in der als erster Bearbeiter den Gral als Abendmahlskelch identifiziert, in dem später das Blut Christi aufgefangen worden sein soll. Der erste Hüter des Grals war demnach Joseph von Arimathäa, der ihn später an seinen Schwager Bron weitergab. Dieser
1. Die Thesen und ihre Herkunft: Dieses Kapitel beleuchtet die literarischen und historischen Quellen der Theorien in Sakrileg, insbesondere die Rolle der Urmutter, die Entwicklung des Gral-Mythos und die Verbindung zum Geheimbund Prieuré de Sion.
2. Gesellschaftlich relevante Faktoren: Hier werden die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie Säkularisierung, die Faszination für Verschwörungstheorien und modernes Leseverhalten untersucht, um den Erfolg des Romans zu erklären.
Fazit: Das Fazit stellt fest, dass der Erfolg des Romans auf der geschickten Verbindung von (pseudo-)wissenschaftlichen Ideen mit fiktionalen Elementen und der Anpassung an aktuelle gesellschaftliche Ängste beruht.
Sakrileg, Dan Brown, Heiliger Gral, Maria Magdalena, Verschwörungstheorien, Prieuré de Sion, Leonardo da Vinci, Säkularisierung, Mythen, Marketing, Literaturrezeption, Authentizität, Religion, Symbolik, Bestseller.
Die Arbeit analysiert die Gründe für den außerordentlichen kommerziellen Erfolg des Romans Sakrileg von Dan Brown in Deutschland.
Die Arbeit konzentriert sich auf die historischen Ursprünge der Thesen im Roman, soziologische Aspekte der Religiosität, die Faszination für Verschwörungstheorien sowie marketing- und medienwissenschaftliche Faktoren der Literaturrezeption.
Das Ziel ist es, das Phänomen Sakrileg erklärbar zu machen und zu belegen, dass der Erfolg kein Zufall ist, sondern als Spiegel der heutigen Gesellschaft verstanden werden kann.
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Diskursanalyse, indem sie die im Roman aufgegriffenen Theorien mit existierender Fachliteratur und gesellschaftlichen Strömungen vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Quellen und Thesen (Teil 1) und eine Analyse gesellschaftlich relevanter Faktoren wie Säkularisierung, Verschwörungsglaube und Marketing (Teil 2).
Wichtige Begriffe sind Sakrileg, Heiliger Gral, Verschwörungstheorien, Prieuré de Sion, Säkularisierung und Literaturrezeption.
Die Arbeit zeigt auf, dass der Roman Fakten und Fiktion geschickt vermischt und sich oft auf „alternativ-wissenschaftliche“ oder zweifelhafte Quellen stützt, die für den Autor als Aufhänger dienen.
Die Autorin argumentiert, dass Dan Brown durch einen speziellen Eröffnungshinweis („Fact“) und Interviews bewusst den Anschein von Realität erzeugt, was als Marketingstrategie zur Absatzsteigerung dient.
Die Kirche wird sowohl als im Roman kritisierte Institution thematisiert als auch als ein Akteur, der durch Boykottaufrufe indirekt zur Aufmerksamkeit und damit zum Erfolg des Buches beigetragen hat.
Nein, das Fazit unterstreicht, dass der Roman als „Spiegel der heutigen Gesellschaft“ fungiert und existenzielle Ängste sowie eine Sehnsucht nach Sinnsuche in einer säkularen Zeit bedient.
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