Diplomarbeit, 2008
78 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Begriffliche Grundlagen
2.1 Forschung und Entwicklung
2.2 Technologie
2.3 Forschungs- und Technologiepolitik
3. Marktversagen und wirtschaftspolitische Ansatzpunkte für die Forschungs- und Technologiepolitik
3.1 Spillover-Effekte in endogenen Wachstumsmodellen
3.1.1 Learning-by-Doing-Modell
3.1.2 Humankapitalmodell
3.1.3 FuE-Modell
3.2 Marktunvollkommenheiten im Außenhandelsmodell
3.3 Unsicherheiten und unvollkommene Kreditmärkte
3.4 Netzwerkeffekte
4. Forschungs- und Technologiepolitik in Deutschland
4.1 Akteure
4.1.1 Ministerien und Gremien
4.1.2 Schulen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen
4.1.3 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
4.1.4 Forschungsförderungseinrichtungen
4.1.5 Unternehmen
4.1.6 Europäische Union
4.2 Die technologische Leistungsfähigkeit Deutschlands
4.2.1 Entwicklungen seit den 90er Jahren
4.2.2 Inputorientierte FuT-Indikatoren
4.2.3 Outputorientierte FuT-Indikatoren
4.2.4 Marktorientierte FuT-Indikatoren
4.3 Studien zum Innovationssystem und Technologievorschau als Basis für die FuT- Strategie
4.3.1 Studien zum Innovationssystem
4.3.2 Technologievorschau
4.4 FuT-Strategie: Die Hightech-Strategie für Deutschland
4.4.1 Querschnittsaktivitäten zur Innovationsförderung
4.4.2 Forschungsfeldspezifische Innovationsstrategien
4.5 Evaluation
4.5.1 Evaluationsverfahren Drei-Schalenmodell
4.5.2 Evaluation ausgewählter Förderprogramme
5. Nationale Forschungs- und Technologiepolitik in Großbritannien
5.1 Akteure
5.1.1 Ministerien und Gremien
5.1.2 Schulen, Aus- und Weiterbildungseinrichtungen
5.1.3 Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen
5.1.4 Forschungsförderungseinrichtungen
5.1.5 Unternehmen
5.1.4 Europäische Union
5.2 Die technologische Leistungsfähigkeit Großbritanniens
5.2.1 Entwicklung seit den 90er Jahren
5.2.2 Inputorientierte FuT-Indikatoren
5.2.3 Outputorientierte FuT-Indikatoren
5.2.4 Marktorientierte FuT-Indikatoren
5.3 Studien zum Innovationssystem und Technologievorschau als Basis für die FuT-Strategie
5.3.1 Studien zum Innovationssystem
5.3.2 Technologievorschau
5.4 FuT-Strategie: Science and Innovation Investment Framework 2004- 2014
5.4.1 Science and Innovation Investment Framework 2004- 2014
5.4.2 Technology Strategy Board
5.5 Evaluation
5.5.1 Evaluationsverfahren ROAME
5.5.2 Evaluation ausgewählter Förderprogramme
6. Vergleich der FuT-Politiken in Deutschland und Großbritannien
6.1 Vergleich der Forschungsinfrastrukturen
6.2 Vergleich der FuT-Indikatoren
6.3 Vergleich der FuT-Strategien
7. Schlußbemerkungen
Diese Arbeit untersucht die ökonomische Rechtfertigung staatlicher Eingriffe in die Wirtschaft durch die Analyse von Marktversagen und vergleicht anschließend die Forschungs- und Technologiepolitiken (FuT-Politik) von Deutschland und Großbritannien, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihren Innovationsstrategien aufzuzeigen.
3.1 Spillover-Effekte in endogenen Wachstumsmodellen
Der Beginn der endogenen Wachstumstheorien ist geprägt durch die Arbeiten von Romer (1986, 1990), Lucas (1988) und Rebelo (1991) und wurde vor allem von Grossman/Helpman (1991) weiterentwickelt.16 In der neoklassischen Wachstumstheorie wurde langfristiges Wachstum mit einem exogen vorgegebenen technischen Fortschritt dargestellt, ohne weitere Erklärungen hinsichtlich seiner Entstehung oder Herkunft. Mit dem Aufkommen der endogenen Wachstumstheorien wird versucht, den technischen Fortschritt aus dem Modell heraus zu erklären. Dabei spielen externe Effekte und öffentliche Güter eine zentrale Rolle.17
Positive externe Effekte, auch Spillover-Effekte genannt, entstehen durch die Diffusion von Wissen. Dabei weist hier Wissen die Eigenschaften eines öffentlichen Gutes auf, für welches die Kriterien der Nichtausschließbarkeit und Nichtrivalität gelten.18 Nichtausschließbarkeit bedeutet, dass die Nutzer des Wissens andere vom gleichzeitigen Gebrauch dieses Wissens nicht ausschließen können, d.h. alle Interessenten können sich dieses Wissen aneignen. Nichtrivalität bedeutet, dass die Nutzung des Wissens ihre Ressource nicht verbraucht und alle gleichermaßen dieses Wissen in Anspruch nehmen können. Wissen als öffentliches Gut unterliegt nicht der Preisbildung im Marktmechanismus und führt daher zu Marktversagen. Forschende Unternehmen bezahlen für neues Wissen, das durch Spillover ohne größere Aufwände anderen Unternehmen bereitgestellt wird. Diesem Umstand wird versucht durch ein funktionsfähiges Patentwesen gerecht zu werden. Auf diese Weise kann zwar die kommerzielle Verwertung des neuen Wissens temporär eingeschränkt werden, die Verbreitung des Wissens wird aber dadurch nicht verhindert und kann Impulse für Innovationen anderer Unternehmen geben.19 Das wissensproduzierende Unternehmen wird für die eigenen Innovationen vom Markt entgolten, nicht aber für die externen Erträge, die durch Spillover in anderen Unternehmen entstehen und dadurch das gesamtwirtschaftliche Wachstum fördern. Aus Unternehmenssicht besteht daher ein geringeres Anreizkalkül in FuE zu investieren, als gesamtwirtschaftlich gesehen.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Bedeutung von Wissen und technischem Fortschritt für Wirtschaftswachstum und definiert das Ziel der Arbeit, staatliche Eingriffe aufgrund von Marktversagen theoretisch zu begründen und die FuT-Politiken Deutschlands und Großbritanniens zu vergleichen.
2. Begriffliche Grundlagen: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Forschung und Entwicklung, Technologie sowie Forschungs- und Technologiepolitik, um ein einheitliches Verständnis für die nachfolgenden Analysen zu schaffen.
3. Marktversagen und wirtschaftspolitische Ansatzpunkte für die Forschungs- und Technologiepolitik: Das Kapitel untersucht theoretische Ursachen für Marktversagen, wie Spillover-Effekte, unvollkommene Kreditmärkte und Netzwerkeffekte, und leitet daraus die Notwendigkeit und Rechtfertigung staatlicher Eingriffe zur Innovationsförderung ab.
4. Forschungs- und Technologiepolitik in Deutschland: Hier werden die Akteure, die technologische Leistungsfähigkeit und die strategische Ausrichtung (Hightech-Strategie) Deutschlands sowie verschiedene Evaluationsverfahren für Förderprogramme detailliert dargestellt.
5. Nationale Forschungs- und Technologiepolitik in Großbritannien: Dieses Kapitel analogisiert die Analyse aus Kapitel 4 für Großbritannien, indem es die dortigen Akteure, FuT-Strategien (Science and Innovation Investment Framework) und Evaluationssysteme untersucht.
6. Vergleich der FuT-Politiken in Deutschland und Großbritannien: Der Vergleichsteil synthetisiert die Ergebnisse und stellt die unterschiedlichen Forschungslandschaften, die Indikatoren zur technologischen Leistungsfähigkeit und die strategischen Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede gegenüber.
7. Schlußbemerkungen: Die Schlussbemerkungen fassen die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und betonen die zentrale Rolle der Forschungs- und Wissensbasis für die Wettbewerbsfähigkeit in einer globalisierten Welt.
Forschungs- und Technologiepolitik, FuE, Marktversagen, Spillover-Effekte, Innovationssystem, Deutschland, Großbritannien, Hightech-Strategie, Science and Innovation Investment Framework, Technologietransfer, FuE-Indikatoren, Technologische Leistungsfähigkeit, Netzwerkeffekte, Wirtschaftswachstum, Wissensgesellschaft.
Die Diplomarbeit befasst sich mit der Analyse und dem Vergleich der Forschungs- und Technologiepolitiken in Deutschland und Großbritannien ab 1990, basierend auf einer theoretischen Fundierung durch Marktversagenstheorien.
Die zentralen Themen sind Marktversagen, endogene Wachstumsmodelle, die Rolle staatlicher Akteure, die technologische Leistungsfähigkeit der Länder sowie die Evaluation nationaler Forschungsstrategien.
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob staatliche Eingriffe in die Wirtschaft gerechtfertigt sind, und durch eine vergleichende Analyse der Politikansätze in Deutschland und Großbritannien Gemeinsamkeiten und Unterschiede bei der Innovationsförderung zu identifizieren.
Die Arbeit nutzt eine deduktive Herangehensweise, indem sie zunächst eine theoretische Basis (Marktversagen) schafft und diese im anschließenden empirischen Vergleich der Innovationssysteme und Strategien der beiden Länder anwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse des Marktversagens sowie die detaillierte Darstellung der Akteure, Strategien und technologischen Leistungsindikatoren in Deutschland und Großbritannien, inklusive einer vergleichenden Gegenüberstellung.
Die Arbeit lässt sich primär durch Begriffe wie Forschungs- und Technologiepolitik, Innovationssystem, Wissensökonomie, Spillover-Effekte und die expliziten nationalen Strategien beider Länder beschreiben.
Ein wesentlicher Unterschied ist die steuerliche FuE-Förderung in Großbritannien, die technologieneutral gestaltet ist und Unternehmen Anreize durch "R&D Tax Credits" bietet, ein Instrument, das in Deutschland in dieser Form zum Zeitpunkt der Arbeit nicht existierte.
Beide Länder verfolgen eine starke Netzwerkorientierung und Cluster-Strategien, um Wissenschaft und Wirtschaft zusammenzubringen und durch Technologietransfer die Innovationsfähigkeit insbesondere von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu stärken.
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