Examensarbeit, 2006
116 Seiten, Note: 1,3
0 Einleitung
1 Die Hör- und Sprachentwicklung normalhörender Kinder
1.1 Motivation und Kompetenzen des Kindes
1.2 Wahrnehmungsfähigkeiten und frühe auditive Entwicklung
1.3 Entwicklung der Lautproduktion
1.4 Visuelle Wahrnehmung und Entwicklung des Blickkontakts
1.5 Motivation und Kompetenzen des erwachsenen Interaktionspartners
1.6 Aufbau der frühen face-to-face-Interaktion
2 Entwicklung kommunikativer Kompetenz
2.1 Intentionalität und Produktion der referentiellen Gesten
2.2 Die gemeinsame Aufmerksamkeit
2.3 Aus gemeinsamer Aufmerksamkeit wird Referenz
2.4 Die symbolische Kommunikation
3 Die Hör- und Sprachentwicklung hörgeschädigter Kinder
3.1 Auswirkungen der Hörschädigung auf den Lautspracherwerb
3.2 Auswirkungen der Hörschädigung auf das Blickverhalten
3.3 Auswirkungen der Hörschädigung auf die sozial-emotionale Entwicklung
3.4 Auswirkungen der Hörschädigung auf die Interaktion kommunikative Entwicklung
3.5 Früherkennung und apparative Versorgung
3.6 Spracherwerb bei Kindern mit Cochlea-Implantat
3.7 Beurteilung des sprachlichen Entwicklungsniveaus
4 Die Videoanalyse nach Margaret Tait
4.1 Entstehung der Videoanalyse nach Margaret Tait
4.2 Durchführung der Videoanalyse
4.3 Bisherige Untersuchungsergebnisse
5 Methodisches Vorgehen
5.1 Beschreibung der Stichprobe
5.2 Der Untersuchungsplan
5.3 Videographische Aufzeichnung
5.4 Transkription der Daten
5.5 Quantitative Auswertung
5.6 Qualitative Auswertung
5.7 Die Gütekriterien
6 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
6.1 Quantitative Auswertung der Videosequenzen des Kindes Nancy
6.2 Quantitative Auswertung der Videosequenzen des Kindes Marc
6.3 Quantitative Auswertung der Videosequenzen des Kindes Eva
6.4 Qualitative Auswertung der gestischen Entwicklung des Kindes Eva
6.5 Quantitative Auswertung der Videosequenzen des Kindes Tom
6.6 Qualitative Auswertung der gestischen Entwicklung des Kindes Tom
6.7 Quantitative Auswertung der Videosequenzen des Kindes Rita
6.8 Qualitative Auswertung der gestischen Entwicklung des Kindes Rita
6.9 Reliabilitätsprüfung
7 Diskussion
7.1 Möglichkeiten der Tait-Videoanalyse
7.2 Reliabilität und Objektivität der Methode
7.3 Dauer und Durchführung der Methode
7.4 Einbezug der Eltern
7.5 Umgang mit den Ergebnissen
7.6 Die Bewertung der gestischen Entwicklung und des Blickkontaktes
8 Zusammenfassende Beurteilung und Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht, wie durch die Erweiterung der "Videoanalyse nach Margaret Tait" um qualitative Beobachtungskriterien eine präzisere Erfassung der präverbalen und ersten verbalen Kommunikationsfähigkeiten bei Kleinkindern mit Cochlea-Implantat (CI) erreicht werden kann. Das Ziel ist es, Möglichkeiten und Grenzen dieses erweiterten Verfahrens darzustellen und dessen Nutzen für die frühpädagogische Diagnostik und Förderung zu eruieren.
Die Bedeutung der frühkindlichen Kommunikationsfähigkeiten
Seit der Verbreitung des Neugeborenen-Hörscreenings in den 90er Jahren erfolgt die Diagnosestellung und Therapieeinleitung bei Kindern mit einer prälingualen Hörschädigung zunehmend früher (Kiese-Himmel 1999). So wird die Indikation zur Cochlea-Implantation nach einem Hörgeräte-Trageversuch heute bereits gehäuft in den ersten zwei Lebensjahren gestellt, da mit der frühen Implantation bedeutende Verbesserungen im Verlauf der Sprachentwicklung betroffener Kinder einhergehen (Yoshinaga-Itano et al. 1998). Folglich wird so fast allen als hochgradig schwerhörig bis resthörig diagnostizierten Kindern die Möglichkeit eröffnet, Hören zu lernen und auf nahezu natürlichem Weg Lautsprache zu erwerben.
Neben den Eltern sind alle an der Rehabilitation des Kindes beteiligten Fachleute daran interessiert, die Kommunikationsentwicklung des hörgeschädigten Kindes zu verfolgen, um rechtzeitig angemessene Fördermaßnahmen einleiten zu können. Für Kleinkinder im Alter von 6-24 Monaten existieren allerdings kaum Untersuchungstechniken zur Beurteilung der Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten sowie des Sprachentwicklungsstandes. Vorhandene Testverfahren zur Einschätzung der Sprachproduktion und -rezeption sind erst durchführbar, wenn das Kind bereits Sprache erworben hat. Schon lange gibt es deshalb Bestrebungen, durch relativ einfach zu handhabende Beobachtungsinstrumente die frühkindlichen Kommunikationsfähigkeiten sichtbar zu machen, um die kommunikativen Fortschritte sowie Schwierigkeiten von Kleinkindern mit Cochlea-Implantat zu identifizieren (Zimmerman-Phillips et al. 1997, Dyar und Robinson 1998).
Die Videoanalyse nach Margaret Tait ist ein solches Beobachtungsinstrument, das in angelsächsischen Ländern, aber auch in Deutschland, in der Früherziehung hörgeschädigter Kinder, verbreitet ist. Es basiert hauptsächlich auf der quantitativen Erfassung der präverbalen Kompetenzen in den Bereichen Blickkontakt, Sprecherwechsel, Hörbewusstsein und Autonomie, deren Beeinträchtigungen bei hörgeschädigten Kindern evident sind. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich sowohl mit der qualitativen Analyse dieser Teilbereiche der präverbalen Sprachentwicklung als auch mit der Einschätzung ihres Nutzens.
0 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung zur frühkindlichen Kommunikationsentwicklung bei Kindern mit Cochlea-Implantat und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie das methodische Vorgehen.
1 Die Hör- und Sprachentwicklung normalhörender Kinder: Dieses Kapitel beschreibt die physiologischen und psychosozialen Grundlagen des Spracherwerbs sowie die Rolle zentraler Vorausläuferfähigkeiten wie Blickkontakt und Lautproduktion.
2 Entwicklung kommunikativer Kompetenz: Es wird die stufenweise Entwicklung vorsprachlicher Kompetenzen dargestellt, wobei der Fokus auf Intentionalität, gemeinsamer Aufmerksamkeit und dem Übergang zur symbolischen Kommunikation liegt.
3 Die Hör- und Sprachentwicklung hörgeschädigter Kinder: Das Kapitel erläutert die Auswirkungen einer Hörschädigung auf verschiedene Entwicklungsbereiche und unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung sowie die Rolle des Cochlea-Implantats.
4 Die Videoanalyse nach Margaret Tait: Es erfolgt eine Vorstellung des Videoanalyseverfahrens nach Tait als strukturiertes Beobachtungsinstrument zur Erfassung präverbaler Kommunikationsfähigkeiten.
5 Methodisches Vorgehen: Dieser Abschnitt beschreibt das Studiendesign, die Stichprobenauswahl der fünf Kinder mit Cochlea-Implantat sowie die Durchführung der Videoaufnahmen und deren Auswertung durch die erweiterten Kriterien.
6 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Die erhobenen Daten der fünf Probanden werden quantitativ und qualitativ ausgewertet, um individuelle Entwicklungsprofile der präverbalen Kommunikation zu analysieren.
7 Diskussion: Es findet eine kritische Reflexion des Verfahrens statt, wobei die Vorteile, aber auch die Herausforderungen in der praktischen Anwendung und die Notwendigkeit der Einbeziehung der Eltern erörtert werden.
8 Zusammenfassende Beurteilung und Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Eignung der erweiterten Tait-Videoanalyse als forschungsgeleitetes Diagnostikinstrument für die Frühförderpraxis zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Anforderungen.
Cochlea-Implantat, Videoanalyse, Margaret Tait, präverbale Kommunikation, Sprachentwicklung, Hörschädigung, Eltern-Kind-Interaktion, Frühförderung, Blickkontakt, Sprecherwechsel, Autonomie, Hörbewusstsein, Vorausläuferfähigkeiten, Symbolische Kommunikation, Qualitative Auswertung
Die Arbeit befasst sich mit der qualitativen und quantitativen Erfassung der präverbalen Kommunikationsfähigkeiten bei Kleinkindern mit einem Cochlea-Implantat anhand der Videoanalyse nach Margaret Tait.
Die zentralen Themen umfassen die Sprachentwicklung bei hörgeschädigten Kindern, die Rolle von frühen Kommunikationsmustern wie Gesten und Blickkontakt sowie die diagnostische Unterstützung durch Videoanalyse im Rahmen der Frühförderung.
Ziel ist es zu zeigen, dass die Aufnahme qualitativer Kriterien in das bestehende Testprotokoll von Margaret Tait eine differenziertere Einsicht in die Kommunikationsentwicklung cochlea-implantierter Kinder ermöglicht.
Es wird eine längsschnittliche Einzelfallstudie angewendet, bei der die Videoanalyse nach Tait um sieben qualitative Beobachtungskriterien erweitert und an fünf Kindern mit Cochlea-Implantat angewendet wurde.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur frühkindlichen Kommunikationsentwicklung und einen empirischen Teil, in dem die Ergebnisse der Videoanalysen der fünf Probanden detailliert ausgewertet und diskutiert werden.
Wichtige Begriffe sind insbesondere "präverbale Kommunikation", "Cochlea-Implantat", "Tait-Videoanalyse", "triangulärer Blickkontakt" und "Frühförderung".
Während die Originalversion nach Tait primär auf quantitativen Daten basiert, erlauben die in dieser Arbeit hinzugefügten sieben qualitativen Kriterien eine detaillierte Erfassung von Intentionalität und Symbolverständnis, was eine kompetenznahe Einschätzung ermöglicht.
Der trianguläre Blickkontakt beschreibt die Fähigkeit des Kindes, visuelle Aufmerksamkeit koordiniert zwischen einem Objekt und der Bezugsperson hin- und herwandern zu lassen, um eine gemeinsame Referenz zu bilden.
Da das elterliche Interaktionsverhalten die Kommunikationsentwicklung des Kindes maßgeblich beeinflusst, ist eine Beratung und Anleitung der Eltern essentiell, um deren feinfühliges Eingehen auf die kindlichen Signale zu fördern.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

