Magisterarbeit, 2006
140 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Motivation und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Leitfragen der Untersuchung
1.3 Gang der Untersuchung
2 Die Beschäftigungsform Leiharbeit
2.1 Definition und begriffliche Abgrenzung
2.2 Struktur und Ausmaß der Leiharbeit in Deutschland
2.2.1 Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland vor 1972
2.2.2 Entwicklung der Leiharbeit in Deutschland nach 1972
Exkurs: Baden-Württemberg und Thüringen im Vergleich
2.2.2.1 Leiharbeit in Baden-Württemberg und Thüringen, 1994 bis 2005
2.3 Die besondere Dreiecksbeziehung der Akteure an der Leiharbeit unter dem Aspekt zweier Organisationstheorien
2.3.1 Die Transaktionskostentheorie
2.3.1.1 Die Make-or-Buy-Entscheidung der Entleihunternehmen
2.3.2 Die Principal-Agent-Theorie
2.3.2.1 Die Principal-Agent-Beziehung zwischen Entleihunternehmen und Verleihunternehmen
2.3.2.2 Die Principal-Agent-Beziehung zwischen Verleihunternehmen und Leiharbeitnehmer
2.3.2.3 Die Principal-Agent-Beziehung zwischen Entleihunternehmen und Leiharbeitnehmer
2.4 Das Interessendreieck der Leiharbeit
2.4.1 Nutzungsmotive der Entleihunternehmen
2.4.2 Motive der Verleihunternehmen
2.4.3 Angebotsmotive der Leiharbeitnehmer
3 Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz
3.1 Die Novellierung des AÜG zum 1. Januar 2004
3.1.1 Der Gleichstellungsgrundsatz
3.1.2 Ausnahme vom Gleichstellungsgrundsatz: Der Tarifvertrag
3.1.3 Folgen der Neuregelungen des AÜG
3.1.3.1 Bedeutung der Neuregelungen des AÜG für die Verleihunternehmen
3.1.3.2 Bedeutung der Neuregelungen des AÜG für die Entleihunternehmen
3.1.3.3 Bedeutung der Neuregelungen des AÜG für die Leiharbeitnehmer
4 Empirische Untersuchung in vergleichender Sicht
Exkurs: Charakterisierung des Landkreises Reutlingen und der Stadt Erfurt anhand ausgewählter statistischer Daten
4.1 Die Datenerhebung
4.1.1 Die Konstruktion der Fragebögen
4.1.2 Stichproben
4.2 Die Datenanalyse
4.3 Die empirischen Ergebnisse
4.3.1 Betrachtung der Entleihunternehmen
4.3.1.1 Strukturmerkmale der Entleihunternehmen
4.3.1.2 Nutzungsmotive der Entleihunternehmen
4.3.1.3 Vorteile der Leiharbeit für Entleihunternehmen
4.3.1.4 Nachteile der Leiharbeit für Entleihunternehmen
4.3.1.5 Zufriedenheit der Entleihunternehmen mit den Leiharbeitnehmern
4.3.1.6 Zufriedenheit der Entleihunternehmen mit den Verleihunternehmen
4.3.2 Betrachtung der Verleihunternehmen
4.3.2.1 Unternehmensgrößen der Verleihunternehmen
4.3.2.2 Tätigkeitsbereiche der Verleihunternehmen
4.3.2.3 Überlassungsdauer
4.3.2.4 Probleme für Verleihunternehmen
4.3.3 Betrachtung der Leiharbeitnehmer
4.3.3.1 Sozio-ökonomische Merkmale der Leiharbeitnehmer
4.3.3.2 Die Tätigkeit als Leiharbeitnehmer
4.3.3.2.1 Angebotsmotive der Leiharbeitnehmer
4.3.3.2.2 Vorteile der Leiharbeit für Leiharbeitnehmer
4.3.3.2.3 Nachteile der Leiharbeit für Leiharbeitnehmer
4.3.3.3 Zufriedenheit der Leiharbeitnehmer mit den Entleihunternehmen
4.3.3.4 Zufriedenheit der Leiharbeitnehmer mit den Verleihunternehmen
5 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht ökonomisch und empirisch, wie Leiharbeit von Entleihunternehmen, Verleihunternehmen und Leiharbeitnehmern im Landkreis Reutlingen und in der Stadt Erfurt genutzt wird, wobei insbesondere die Auswirkungen der AÜG-Neuregelung von 2004 auf die Akteure beleuchtet werden.
2.3.1 Die Transaktionskostentheorie
Die Transaktionskostentheorie erklärt, warum bestimmte Transaktionen in bestimmten Organisationsformen, mehr oder weniger effizient abgewickelt und organisiert werden. Von einer Transaktion spricht man, wenn ein Transaktionspartner ein Transaktionsobjekt, z. B. Güter, Dienstleistungen und Nutzungsrechte, zum Erreichen eines gegebenen Zweckes auf mindestens einen anderen Transaktionspartner überträgt. Jede Transaktion in einer Marktwirtschaft verursacht Kosten. Diese Kosten nennt man Transaktionskosten. Sie entstehen ex-ante, vor der Transaktion, das sind beispielsweise Such- und Informationskosten, Verhandlungs- und Entscheidungskosten, und ex-post, nach der Transaktion, das sind Überwachungs- und Kontrollkosten sowie Anpassungskosten.
Den Akteuren wird begrenzte Rationalität und Opportunismus unterstellt. Begrenzte Rationalität meint, dass, „obwohl [sich die, Anm. d. Verf.] Transaktionspartner bemühen, rational zu agieren, ihnen dieses nur unvollkommen gelingt, da die ihnen zur Verfügung stehenden Informationen begrenzt und ihre Kapazitäten zur Verarbeitung dieser Informationen zudem beschränkt sind“ (Wierlemann 1995, 18). Opportunismus steht für die Verfolgung eigener Interessen und dem Versuch den Eigennutzen unter Einsatz von Täuschung, List und Zurückhaltung von Informationen zu maximieren (Vgl. Wierlemann 1995, 18). Hinzu kommt der Grad der Unsicherheit, der durch die unbestimmbare Umwelt und die Anzahl der Transaktionspartner determiniert wird. Dabei gilt: Je höher die Anzahl der Transaktionspartner und umso niedriger die Bestimmbarkeit der Umwelt sind, desto größer ist die Unsicherheit. Wenn diese Faktoren - begrenzte Rationalität, Opportunismus und Unsicherheit - zusammentreffen, so sind die Transaktionskosten auf dem Markt besonders hoch.
1 Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema Leiharbeit als wachsende flexible Beschäftigungsform und umreißt die Zielsetzung der vergleichenden empirischen Untersuchung.
2 Die Beschäftigungsform Leiharbeit: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen, die Akteure im Dreiecksverhältnis und ordnet das Phänomen theoretisch mittels Transaktionskosten- und Principal-Agent-Theorie ein.
3 Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz: Hier wird der rechtliche Rahmen sowie die tiefgreifende Novellierung des AÜG zum 1. Januar 2004 und deren Auswirkungen auf die Marktteilnehmer beschrieben.
4 Empirische Untersuchung in vergleichender Sicht: Dieser Hauptteil präsentiert die Ergebnisse der Befragungen von Unternehmen und Arbeitnehmern in Reutlingen und Erfurt sowie deren vergleichende Analyse.
5 Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Leiharbeit als Beschäftigungssystem.
Leiharbeit, Zeitarbeit, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, AÜG, Entleihunternehmen, Verleihunternehmen, Arbeitsmarkt, Reutlingen, Erfurt, Transaktionskostentheorie, Principal-Agent-Theorie, Flexibilität, Beschäftigungsverhältnis, empirische Datenanalyse, Tarifvertrag
Die Arbeit analysiert die Praxis der Leiharbeit in den zwei deutschen Regionen Landkreis Reutlingen und Stadt Erfurt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der ökonomischen Nutzung und Wahrnehmung durch die beteiligten Akteure aufzudecken.
Zentral sind die Motive der beteiligten Unternehmen (Entleiher/Verleiher) und der Leiharbeitnehmer, die Auswirkungen des AÜG sowie die Zufriedenheit der Beteiligten im Kontext regionaler Gegebenheiten.
Das Ziel ist es, empirisch zu untersuchen, wie Leiharbeit in den beiden Regionen genutzt wird, welche Möglichkeiten und Grenzen sie bietet und wie die Akteure auf gesetzliche Änderungen reagieren.
Es wurde eine vergleichende empirische Untersuchung mittels Fragebögen für Unternehmen und Leiharbeitnehmer sowie Experteninterviews mit Verleihunternehmen durchgeführt und die Daten mit statistischen Methoden ausgewertet.
Im Hauptteil werden die Strukturmerkmale der Unternehmen, die Nutzungsmotive, die Vorteile und Nachteile sowie die Zufriedenheit aller drei Akteursgruppen analysiert und gegenübergestellt.
Die wichtigsten Begriffe sind Leiharbeit, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), Entleih- und Verleihunternehmen, regionale Vergleiche (Reutlingen/Erfurt) und ökonomische Theorien zur Personalbeschaffung.
Obwohl Kosteneinsparungen theoretisch ein Motiv sein könnten, spielt der Kostenfaktor laut den Ergebnissen bei der Entscheidung für Leiharbeit für die Entleihunternehmen keine bestimmende Rolle.
Es zeigen sich Unterschiede in der Qualifikationsstruktur und der Zufriedenheit: Erfurter Leiharbeitnehmer sind teilweise höher qualifiziert und bewerten die Betreuung durch Verleihunternehmen positiver, während die Integration in Entleihunternehmen häufiger kritisch gesehen wird.
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