Magisterarbeit, 2007
96 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.2.: Begriffsbestimmung
1.2.1.: Das Meer, das Schiff und der Mensch
1.2.2.: Die Rolle der Farbe
1.2.3.: Das Problem der Genreeinordnung
2. Filmanalysen
2.1.: The Black Pirate (USA 1926, Regie: Albert Parker)
2.1.1.: Dramaturgischer Aufbau
2.1.2.: Figurenkonstellation
2.1.3.: Die Ausstattung und die Farbe
2.2.: Captain Blood (USA 1925, Regie: Michael Curtiz): Chivalrous to Idiocy
2.2.1.: Dramaturgischer Aufbau
2.2.2.: Die Figur des Peter Blood
2.2.3.: Das kranke System
2.2.4.: Die Konstruktion des Raumes
2.2.5.: Exkurs: Flynn in Action- The Sea Hawk (USA 1940, Regie: Michael Curtiz)
2.3.: What a busy little cutthroat: The Black Swan (USA 1943, Regie: Henry King)
2.3.1.: Dramaturgischer Aufbau und Figurenkonstellation
2.3.2.: The Black Swan als Coming-of-Age Erzählung
2.3.3.: Der signifikative Gebrauch der Farbe in The Black Swan
2.3.4.: Der Schwarze Schwan als Akteur
2.4.: Believe half of what you see: The Crimson Pirate (USA 1952, Regie: Robert Siodmak)
2.4.1.: Aufbau und Figurenkonstellation
2.4.2.: Captain Vallo vs. HUAC?
2.4.3.: Die Farbgestaltung in The Crimson Pirate
2.5.: Die See wird sicherer: Abebben der Piratenfilmproduktion und Wiederbelebungsversuche
2.5.1.: Der italienische Piratenfilm
2.5.2.: Kindheitserinnerungen: Piratenfilme der 70er, 80er und 90er Jahre
2.6.: Waiting for the opportune Moment: Pirates of the Caribbean: The Curse of the Black Pearl (USA 2003, Regie: Gore Verbinski)
2.6.1.: Aufbau und Figurenkonstellation
2.6.2.: Genreerweiterung und Farbeinsatz in Pirates of the Caribbean
3.: Resümee und Ausblick
Diese Arbeit untersucht, wie das Piratengenre in ausgewählten amerikanischen Filmen von der Stummfilmzeit bis zur Gegenwart den Piraten als positiven Leinwandhelden konstruiert und welche ästhetischen Mittel – insbesondere Farbe und die Symbolik von Seefahrt – dabei zum Einsatz kommen.
1.2.1.: Das Meer, das Schiff und der Mensch
Die Deutung von Symbolen und Metaphern ist in hohem Maße kontextabhängig; es gibt keine Lesart, die sich nicht in ihr Gegenteil verkehren lässt. Erscheint ein Schiff auf hoher See mit stolz geblähten Segeln und wehenden Fahnen wie ein Ausbund von Überlegenheit, Optimismus und Kraft (auch in sexueller Hinsicht), so kann dasselbe Schiff, geschädigt von Sturm oder Seeschlacht, als Ausdruck hilfloser Schwäche und Verzweiflung seinen Überlebenskampf führen. Diese Kontextabhängigkeit verbietet natürlich simple Gleichungen, die bestimmten Elementen eindeutige Sinngehalte zusprechen. Dennoch lassen sich bestimmte Grundmuster benennen.
Aus dem reichhaltigen Repertoire maritimer Symbole sind die für diese Arbeit wesentlichen die Motive des Meeres, verbunden mit dem Gegensatz des festen Landes, und das Motiv des Schiffes. Das Meer ist dabei mit einer Unzahl an Bedeutungen verbunden. Ein immer wiederkehrendes Bild jedoch ist die Dualität von Bedrohung und Anziehung, wie sie der französische Historiker Jules Michelet in seinem Werk über das Meer von 1861 beschreibt:
Für alle auf dem Land lebenden Wesen ist das Wasser das nicht zu atmende, das erstickende Element schlechthin. Eine zeitlose, schicksalhafte Schranke, die unwiderruflich die beiden Welten voneinander scheidet. Verwundern wir uns nicht, wenn die gewaltige Wassermasse, welche man das Meer heißt, fremd und düster in ihrer nicht zu erschließenden Tiefe, der menschlichen Einbildungskraft immer beängstigend erschien. Die östlichen Kulturen sehen in ihm nur den bitteren Abgrund, die Nacht der Untiefen. In sämtlichen alten Sprachen von Indien bis Irland hat das Wort Meer zum Synonym oder Analogon die Wüste oder die Nacht.
1. Einleitung: Einführung in die Renaissance des Piratenfilms und Vorstellung der zentralen Fragestellung bezüglich der Konstruktion positiver Piratenhelden.
2. Filmanalysen: Detaillierte Untersuchung von fünf zentralen Piratenfilmen und der allgemeinen Entwicklung des Genres über mehrere Jahrzehnte.
3.: Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der Ergebnisse über die Inszenierung des Piratenhelden und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen des Subgenres.
Piratenfilm, Abenteuerfilm, Heldenfigur, Ästhetik, Farbgestaltung, Seefahrtsymbolik, Genreforschung, Hollywood, Technicolor, Konstruktion, Rezeption, Piraterie, Swashbuckler, Filmgeschichte, Identifikationsfigur
Die Arbeit untersucht die filmische Darstellung von Piraten und analysiert, wie diese Verbrecherfiguren in der Geschichte des amerikanischen Kinos erfolgreich als positive Identifikationsfiguren etabliert wurden.
Zentral sind die moralische Konstruktion des Helden, die ästhetische Gestaltung durch Farbe und Ausstattung sowie die symbolische Bedeutung von Seefahrt und Piratenschiffen.
Das Ziel ist es, die Handlungs- und ästhetischen Ebenen zu untersuchen, die zusammenwirken, um den Piraten als Helden zu konstituieren, und dabei die historische Entwicklung anhand von fünf Schlüsselfilmen aufzuzeigen.
Der Autor führt eine tiefgehende Filmanalyse durch, die filmgeschichtliche Kontexte mit ästhetischen Theorien und symbolgeschichtlichen Analysen verknüpft.
Der Hauptteil widmet sich der konkreten Analyse von fünf Filmen – von The Black Pirate (1926) bis Pirates of the Caribbean (2003) – und diskutiert das Abebben und die Wiederbelebungsversuche des Genres.
Neben dem Kernthema Piratenfilm sind Begriffe wie Swashbuckler, Genreforschung, Ästhetik und Farbgestaltung entscheidend für das Verständnis der Arbeit.
Der Film wird als Meilenstein gesehen, da er den Piraten von Anfang an als solchen akzeptiert, ohne ihn explizit moralisch "entschuldigen" zu müssen, und zudem das Dreifarben-Technicolor-Verfahren innovativ nutzt.
Die Arbeit zeigt auf, wie der politisch aufgeheizte Kontext der McCarthy-Ära und die Kommunistenjagd (HUAC) die Filmstoffe beeinflussten und zu einer unterschwelligen Allegorisierung in Piratenfilmen wie The Crimson Pirate führten.
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