Doktorarbeit / Dissertation, 1998
520 Seiten, Note: gut
1. Einleitung
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund
2.1 Einführung in die Problemstellung - Die Verbindung zwischen Streß und Gesundheit
2.2 Streß
2.2.1 Die Konzeptualisierung von Streß und Stressoren
2.2.2 Die Operationalisierung von Streß und Stressoren: Entwicklung von diagnostischen Meßinstrumenten
2.2.3 Scheidung / Trennung, Partnerschaftskonflikt und Prüfung als Beispiele für Streß
Scheidung / Trennung, Partnerschaftskonflikt
Prüfung
2.3 Soziale Unterstützung
2.3.1 Die Konzeptualisierung von sozialer Unterstützung
2.3.2 Die Operationalisierung von sozialer Unterstützung: Entwicklung von diagnostischen Instrumenten
2.3.3 Modelle zur Wirksamkeit sozialer Unterstützung
Die Vielfalt formaler Modelle
Das Haupteffekt-Modell
Das Puffereffekt-Modell
2.4 Persönlichkeitsvariablen in ihrer Beziehung zu Streß und sozialer Unterstützung
2.4.1 Persönlichkeitsvariablen als Moderatoren von Streß und in Verbindung mit sozialer Unterstützung
2.4.2 Einsamkeit, Selbstwert und Ängstlichkeit
Einsamkeit
Selbstwert
Ängstlichkeit
2.5 Ableitung des psychologischen Untersuchungsgegenstands
3. Methode
3.1 Psychologische Hypothesen
Haupthypothesen
Nebenhypothesen
Weitere interessierende Berechnungen
Testtheoretische Überprüfungen
3.2 Untersuchungsplanung
3.2.1 Versuchsplan
Studie 1
Studie 2
3.2.2 Unabhängige und abhängige Variablen
Studie 1.
Studie 2.
3.2.3 Störvariablen
Studie 1
Studie 2
3.2.4 Untersuchungsablauf
Studie 1
Studie 2
3.3 Konkretisierung der Variablen, Meßinstrumente
Studie 1.
Demographischer Fragebogen (DEFRA)
Wahrgenommener Streß - Perceived Stress Scale (PSS)
Depressivität - Beck-Depressions-Inventar (BDI)
Extraversion und Neurotizismus - Eysenck-Persönlichkeits-Inventar (EPI)
Ängstlichkeit - State-Trait-Angst-Inventar (STAI)
Kontrollüberzeugung - IPC-Fragebogen
Soziale Unterstützung - Interpersonal Support Evaluation List (ISEL)
Soziale Erwünschtheit - „L+“-Skala
Studie 2.
Demographischer Fragebogen
Lebensereignisse als Stressoren - Psychiatric Epidemiology Research Interview (PERI)
Wahrgenommener Streß - Perceived Stress Scale (PSS)
Depressivität - Center for Epidemiological Studies Depression Scale (CES-D)
Ängstlichkeit - State-Trait-Angst-Inventar (STAI)
Einsamkeit - University of California Los Angeles Einsamkeitsskala (UCLA)
Selbstwert - Frankfurter Selbstkonzeptskala zur allgemeinen Selbstwertschätzung (FSKN-SW)
Soziale Unterstützung - Fragebogen für soziale Unterstützung (F-SOZU)
3.4 Probanden
Studie 1
Querschnittsstichprobe.
Längsschnittsstichprobe.
Studie 2
3.5 Formalisierte und operationalisierte Hypothesen
3.5.1 Formalisierung der Hypothesen
Haupthypothesen
Nebenhypothesen
Weitere interessierende Berechnungen
Testtheoretische Überprüfungen
3.5.2 Operationalisierung der Hypothesen
Unterscheidung von Teilstichproben:
Puffereffekt von sozialer Unterstützung und Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit und ohne Kontrollvariablen sowie Dreifach-Interaktionen
Haupteffekte von sozialer Unterstützung
Longitudinalanalysen
3.6 Untersuchungsauswertung
3.6.1 Statistische Verfahren, Testplanung, Entscheidungskriterien
Unterscheidung von Teilstichproben
Puffereffekte von sozialer Unterstützung
Puffereffekte von sozialer Unterstützung unter Kontrollvariablen
Dreifach-Interaktionen
Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit Streß
Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit Streß unter Kontrollvariablen
Haupteffekte von sozialer Unterstützung / sozialer Belastung
Longitudinalanalysen
Langzeitlicher Einfluß von Unterstützung auf Persönlichkeitsvariablen (Studie 1)
Langzeitlicher Einfluß von Depressivität auf Unterstützung (Studie 1)
Langzeitlicher Einfluß von wahrgenommenem Streß auf wahrgenommenen Streß mit Persönlichkeitsvariablen als Kontrollvariablen (Studie 1)
Testtheoretische Überprüfungen
Überprüfungen auf Normalverteilung
Korrelationen
Geschlechtsunterschiede
3.6.2 Beschreibung der Datenauswertung
Studie 1
Studie 2
Studie 1 und Studie 2
4. Ergebnisse
4.1 Demographische Daten der Stichproben
Studie 1
Studie 2
4.2 Deskriptive Daten von Skalen
4.2.1 Faktorenanalysen
Studie 1.
BDI
EPI
ISEL
SE-Skala
IPC-Fragebogen
Studie 2.
CES-D
FSKN-SW
UCLA
F-SOZU
Studie 1 und 2.
PSS
STAI
4.2.2 Verteilungsparameter der Skalen
4.2.3 Reliabilitäten der Skalen
4.3 Inwiefern unterscheiden sich Personen mit Partnertrennung in Vergangenheit, Partnertrennung in Zukunft, Partnertrennung in Vergangenheit und Zukunft, Prüfung in Zukunft, Kontrollpersonen und Erstsemesterstudenten?
Ergebnisse der Tests von Haupthypothese 1
4.4 Querschnittskorrelationen
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Teilstichproben von Studie 2.
4.5 Gibt es Geschlechtsunterschiede?
4.6 Haupteffekte von sozialer Unterstützung
4.7 Puffereffekte von sozialer Unterstützung
4.7.1 Gibt es Puffereffekte von sozialer Unterstützung?
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Haupthypothese 2
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
Teilstichproben von Studie 2.
Ergebnisse der Berechnungen
4.7.2 Sind Persönlichkeitsvariablen primär für den Puffereffekt von sozialer Unterstützung verantwortlich?
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Haupthypothese 3.a.
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
4.7.3 Gibt es primär einen Puffereffekt von Unterstützung unter Kontrolle von Persönlichkeitsvariablen (Suppressionseffekt)?
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Haupthypothese 3.b.
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
Teilstichproben von Studie 2.
Ergebnisse der Berechnungen
4.8 Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit Streß
4.8.1 Gibt es Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit Streß?
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Nebenhypothese 1
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
Teilstichproben von Studie 2.
Ergebnisse der Berechnungen
4.8.2 Ist soziale Unterstützung / Belastung oder eine zweite Persönlichkeitsvariable primär für den Interaktionseffekt von Persönlichkeitsvariablen mit Streß verantwortlich?
Studie 1.
Ergebnisse der Tests von Nebenhypothese 2.a.
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Nebenhypothese 2.a.
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
4.8.3 Gibt es primär einen Interaktionseffekt von Persönlichkeitsvariablen mit Streß unter Kontrolle von Unterstützung, Belastung oder einer zweiten Persönlichkeitsvariable (Suppressionseffekt)?
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Nebenhypothese 2.b.
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
Teilstichproben von Studie 2.
Ergebnisse der Berechnungen
4.9 Diskriminieren Persönlichkeitsvariablen zwischen Personen, für die Unterstützung unter Streß hilfreich, hinderlich oder unwirksam ist?
Gesamtstichprobe von Studie 2.
Ergebnisse der Tests von Haupthypothese 4
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
Teilstichproben von Studie 2.
Ergebnisse der Berechnungen
Ergebnisse der weiteren Berechnungen
4.10 Beeinflußt wahrgenommene soziale Unterstützung die Entwicklung und Erhaltung von relativ stabilen Persönlichkeitsvariablen oder von Depressivität?
Ergebnisse der Berechnungen
4.11 Beeinflußt Depressivität die Entwicklung und Erhaltung von wahrgenommener sozialer Unterstützung?
Ergebnisse der Berechnungen
4.12 Inwiefern stellt die Operationalisierung von Streß in wahrgenommenen Streß in der Form der Perceived Stress Scale (PSS) eine unabhängige Variable dar?
Ergebnisse der Berechnungen
5. Diskussion
5.1 Demographische und deskriptive Daten sowie Verteilungsparameter von Skalen
5.2 Gruppenunterschiede
5.3 Querschnittskorrelationen, Geschlechtsunterschiede, Haupteffekte von sozialer Unterstützung
5.4 Puffereffekte von sozialer Unterstützung
5.4.1 Gibt es Puffereffekte von sozialer Unterstützung?
5.4.2 Sind Persönlichkeitsvariablen primär für den Puffereffekt von sozialer Unterstützung verantwortlich?
5.5 Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit Streß
5.5.1 Gibt es Interaktionseffekte von Persönlichkeitsvariablen mit Streß?
5.5.2 Ist soziale Unterstützung / Belastung oder eine zweite Persönlichkeitsvariable primär für den Interaktionseffekt von Persönlichkeitsvariablen mit Streß verantwortlich?
5.6 Diskriminieren Persönlichkeitsvariablen zwischen Personen, für die Unterstützung unter Streß hilfreich, hinderlich oder unwirksam ist?
5.7 Beeinflußt wahrgenommene soziale Unterstützung die Entwicklung und Erhaltung von relativ stabilen Persönlichkeitsvariablen oder von Depressivität?
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die psychologischen Wirkungsmechanismen zu ergründen, durch die soziale Unterstützung und verschiedene Persönlichkeitsvariablen das Befinden in belastenden Lebenssituationen moderieren. Dabei steht insbesondere die zentrale Forschungsfrage im Zentrum, unter welchen Bedingungen soziale Unterstützung als Puffer gegen die negativen Auswirkungen von Streß fungiert und ob dieser Schutzeffekt durch individuelle Persönlichkeitsmerkmale wie Ängstlichkeit, Einsamkeit oder Selbstwert erklärt oder beeinflusst wird.
2.1 Einführung in die Problemstellung - Die Verbindung zwischen Streß und Gesundheit
Körperliche Gesundheit und psychisches Wohlbefinden sind im Leben eines Menschen die zentralen Werte. Im Bereich der psychologischen Literatur haben sich in diesem Zusammenhang in den letzten Jahren die Fachgebiete Gemeindepsychologie (M. Levine & Perkins, 1997; Orford, 1991; Röhrle & Sommer, 1995) und Gesundheitspsychologie zunehmend entwickelt (Bengel, 1993; Brannon & Feist, 1997; H.S. Friedman, 1992; Lohaus, 1993; Miltner, Birbaumer & Gerber, 1986; Paulus, 1994; R. Schwarzer, 1996, 1997; Sheridan & Radmacher, 1992; J. Siegrist, 1996; S.E. Taylor, 1995; Westermayer & Bähr, 1994).
In unserer Zeit ist eines der wichtigsten Forschungsziele der Gesundheitspsychologie der Erkenntnisgewinn über die Auswirkungen von Streß auf psychophysiologisches Befinden. So wurden in den letzten 30 Jahren beständig Indizien gesammelt, die einen Zusammenhang zwischen kürzlich eingetretenen streßreichen Ereignissen und physischen und psychischen Variablen belegen. Zahlreiche Verbindungen dieser Lebensereignisse mit Depressivität (z.B. Benjaminsen, 1981; G.W. Brown & Harris, 1978; George, Blazer, D. Hughes & Fowler 1989; Henderson, 1990; Paykel, Myers, Dienelt, Klerman & Pepper, 1969; Kendler, Kessler, Walters, C. MacLean, M.C. Neale, Heath & Eaves, 1995), neurotischen Beeinträchtigungen (Tennant & G. Andrews, 1978), koronaren Herzerkrankungen (Birbaumer, 1986a; Boman, 1988; Hinkle, 1974; Theorell, 1974; siehe Überblick bei Strube, 1991), Verlauf von Krebserkrankungen (Birbaumer, 1986b; Geyer, 1993; Jacobs & Charles, 1980), Reaktionen des Immunsystems und vor allem Immunsuppression (z.B. Kennedy, Kiecolt-Glaser & Glaser, 1990; Esterling, Kiecolt-Glaser, Bodnar & Glaser, 1994; siehe Überblicke bei Ader, Felten & Cohne, 1991; Glaser & Kiecolt-Glaser, 1994; Hodel, & Grob, 1993; Schedlowski & Tewes, 1996; Vollhardt, 1991), psychosomatischen Beschwerden (Frese, 1985), dem Burnout-Syndrom (einem Amalgam aus emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und reduziertem persönlichem Leistungsvermögen; Burisch, 1994; Gusy, 1995; Kleiber, Enzmann & Gusy, 1993; Schaufeli, Maslach & Marek, 1993), dem posttraumatischen Belastungssyndrom (Davidson, D. Hughes, Blazer & George, 1991) und anderen psychischen und physischen Maßen der Beeinträchtigung des Wohlbefindens (siehe z.B. Davison & J.M. Neale, 1996, Kap. 8; B.S. Dohrenwend & B.P. Dohrenwend, 1974, 1978; Filipp, 1990; Greif, Bamberg & Semmer, 1991; Katschnig, 1980; Leplow & Ferstl, 1998; Rabkin & Struening, 1976) konnten identifiziert werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, warum Menschen unterschiedlich auf Streß reagieren und welche Rolle soziale Unterstützung und persönliche Eigenschaften dabei spielen.
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund: Dieses Kapitel gibt einen umfassenden Überblick über Theorien zu Streß, sozialen Beziehungen und deren Wechselwirkungen mit Persönlichkeitsvariablen.
3. Methode: Hier werden das methodische Vorgehen der Studien, das Studiendesign und die eingesetzten Messinstrumente im Detail beschrieben.
4. Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die deskriptiven Daten der Stichproben sowie die umfangreichen statistischen Analysen zu Haupteffekten, Puffereffekten und Interaktionseffekten präsentiert.
5. Diskussion: Dieser Teil ordnet die gewonnenen Erkenntnisse in den bestehenden Forschungsstand ein, diskutiert methodische Limitationen und leitet Implikationen für die zukünftige Forschung ab.
6. Zusammenfassung: Hier werden die zentralen Befunde der Arbeit prägnant zusammengefasst.
Streß, Soziale Unterstützung, Gesundheitspsychologie, Persönlichkeitsvariablen, Depressivität, Puffereffekt, Interaktionseffekt, Bewältigung, Stressoren, Ängstlichkeit, Einsamkeit, Selbstwert, Lebensereignisse.
Die Dissertation untersucht, wie Streß, soziale Unterstützung und verschiedene Persönlichkeitsvariablen zusammenwirken und das psychische Wohlbefinden von Menschen beeinflussen.
Die zentralen Themen sind Streßbewältigung, die moderierende Rolle von sozialer Unterstützung und der Einfluß individueller Persönlichkeitsmerkmale auf die psychische Gesundheit.
Das Ziel ist es, zu klären, inwieweit soziale Unterstützung vor den schädlichen Wirkungen von Streß schützt (Puffereffekt) und welche Rolle individuelle Persönlichkeitsvariablen wie Ängstlichkeit oder Selbstwert bei diesem Prozess spielen.
Es werden Querschnitts- und Längsschnittstudien in Form von Felduntersuchungen durchgeführt, wobei quantitative Methoden, insbesondere multiple Regressionsanalysen, zur Anwendung kommen.
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Herleitung, der methodischen Planung, der Durchführung sowie der detaillierten statistischen Auswertung und Ergebnispräsentation der durchgeführten Studien.
Die zentralen Begriffe umfassen Streß, soziale Unterstützung, Gesundheitspsychologie, Persönlichkeitsvariablen, Depressivität und Puffereffekte.
Die Arbeit differenziert diese Streßmaße, da sie auf unterschiedliche Ebenen der Streßerfahrung abzielen und unterschiedliche Prädiktoren für psychische Belastungen darstellen, was für die Identifikation von Schutzfaktoren entscheidend ist.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass der Puffereffekt von sozialer Unterstützung stark von der spezifischen Lebenssituation (z.B. Partnertrennung vs. Kontrollgruppe) abhängt und nicht pauschal für alle Personen gilt.
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