Diplomarbeit, 2008
123 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Untersuchung
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung
2.1 Abgrenzung von Wert und Preis
2.1.1 Unternehmenswert als Zukunftserfolgswert
2.1.2 Marktpreis des Unternehmens
2.2 Bewertungsanlässe
2.2.1 Ermittlung objektiver Unternehmenswerte
2.2.2 Ermittlung von Entscheidungswerten
2.2.3 Ermittlung von Schiedswerten
2.2.4 Ermittlung von Steuerungswerten
2.2.5 Ermittlung von steuerlichen Werten
2.3 Einordnung und Vergleich von Unternehmensbewertungsmodellen
2.3.1 Einzelbewertungsverfahren
2.3.2 Gesamtbewertungsverfahren
2.3.3 Kombinierte Verfahren
3 Multiplikatorverfahren
3.1 Einführung in die marktorientierte Unternehmensbewertung mittels Multiplikatoren
3.2 Recent Acquisition Method
3.3 Initial Public Offering Method
3.4 Similar Public Company Method
3.4.1 Bestimmung der Peer Group
3.4.2 Auswahl möglicher Multiplikatoren
3.4.2.1 Praxisrelevante Equity-Multiplikatoren
3.4.2.1.1 Kurs/Gewinn-Multiplikator
3.4.2.1.2 Kurs/Buchwert-Multiplikator
3.4.2.2 Praxisrelevante Entity-Multiplikatoren
3.4.2.2.1 EV/EBITDA-Multiplikator
3.4.2.2.2 EV/EBIT-Multiplikator
3.4.2.2.3 EV/Umsatz-Multiplikator
3.4.2.3 Alternative Multiplikatoren
3.4.3 Aggregation der Multiplikatoren
3.4.3.1 Verwendung des arithmetischen Mittels
3.4.3.2 Verwendung des Medians
3.4.3.3 Multiplikatoren als abhängige Variablen von Regressionsgleichungen
3.4.3.4 Multiplikatoren als Koeffizienten von Regressionsgleichungen
3.5 Kritische Würdigung des Multiplikatorverfahrens
4 Das multiple lineare Regressionsmodell
4.1 Einordnung und Abgrenzung
4.2 Grundlage der multiplen Regression: Die lineare Einfachregression
4.3 Das multiple lineare Regressionsmodell in Matrixnotation
4.4 Modellannahmen im multiplen linearen Regressionsmodell
4.5 KQ-Schätzung im multiplen Regressionsmodell
4.6 Statistische Eigenschaften der KQ-Schätzer
4.7 Prüfung der Regressionsfunktion und der Regressionskoeffizienten
4.7.1 Das Bestimmtheitsmaß als Gütekriterium
4.7.2 Signifikanztest für einzelne Regressionskoeffizienten: Der t-Test
4.7.3 Multipler Signifikanztest: Der F-Test
4.7.4 Standardcomputeroutput und alternativer Interpretationsansatz: Der P-Wert
5 Empirische Analyse Ökonometrisches Modell vs. Multiplikatorverfahren nach FINANCE
5.1 Datensatzbeschreibung
5.2 Das Multiplikatorverfahren nach FINANCE
5.2.1 Experten-Multiples nach FINANCE
5.2.2 Börsen-Multiples nach FINANCE
5.2.3 Berechnung potentieller Marktpreise auf Basis von EV/EBIT- bzw. EV/Umsatz-Multiplikatoren
5.2.4 Zwischenergebnis
5.3 Spezifizierung des ökonometrischen Modells
5.3.1 Bewertung und Interpretation des spezifizierten Modells
5.3.2 Bestimmung der Effizienzkennzahlen
5.4 Ergebnisvergleich Multiples lineares Regressionsmodell vs. Multiplikatorverfahren nach FINANCE
6 Fazit und Ausblick
Die Arbeit vergleicht die Effizienz zweier Ansätze zur Marktpreisschätzung von Unternehmen: gängige Multiplikatorverfahren und ein ökonometrisches Modell in Form der multiplen linearen Regression. Ziel ist es zu prüfen, ob fundamentale Rechnungslegungsdaten als erklärende Variablen in einem Regressionsmodell bessere Schätzwerte liefern als die praxisüblichen Multiplikatoren.
3.1 Einführung in die marktorientierte Unternehmensbewertung mittels Multiplikatoren
Grundidee der Multiplikatorverfahren ist es, den Wert eines Unternehmens bzw. seiner Aktien aus einem Kennzahlenvergleich mit anderen Unternehmen zu ermitteln. Somit handelt es sich um ein schließendes Verfahren, da der Wert des Unternehmens aus den vorab ermittelten Werten anderer Unternehmen abgeleitet wird. Die Modellwelt, auf die die Multiplikatorverfahren fußen, ist dabei denkbar einfach und wie folgt darstellbar: Es wird angenommen, dass sich der beobachtbare Marktpreis eines Vergleichsunternehmens MPV und der (potentielle) Marktpreis des zu bewertenden Unternehmens MPZ direkt proportional zu einem Wertindikator WI verhalten. Damit gilt:
MPZ / WIZ != MPV / WIV = M
wobei WIZ den Wertindikator des Zielunternehmens und WIV den Wertindikator des Vergleichsunternehmens darstellen. Bei konsequenter Anwendung dieses Kalküls ist es lediglich der Wertindikator, der Unterschiede zwischen den zu bewertenden Unternehmen und dem Vergleichsunternehmen einfängt. Damit wird die Relevanz der gültigen Auswahl der verleichbaren Unternehmen und geeigneter Wertindikatoren deutlich. Vorausgesetzt Gleichung (3.1) gilt, ergeben sich daraus zwei Bewertungsansätze. Zum einen kann für solche Unternehmen, die bereits am Markt gepreist sind, eine Bewertung relativ zu den Marktpreisen vergleichbarer Unternehmen erfolgen. Sollte sich dabei auf Basis des tatsächlich beobachtbaren Marktpreises ein niedriger Multiplikator ergeben als bei den Vergleichsunternehmen, gilt das Unternehmen als unterbewertet und vice versa. Zum anderen kann für Unternehmen, für die noch keine Marktpreisbewertung zur Verfügung steht, ein potentieller Preis abgeleitet werden.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zum Vergleich von Multiplikatorverfahren und ökonometrischen Regressionsmodellen sowie Erläuterung des Untersuchungsaufbaus.
2 Grundlagen der Unternehmensbewertung: Differenzierung zwischen Wert und Preis, Darstellung der Bewertungsanlässe und Einordnung verschiedener Bewertungsmodelle.
3 Multiplikatorverfahren: Ausführliche theoretische Aufbereitung der marktorientierten Unternehmensbewertung, inklusive der Beschreibung verschiedener Methoden und Aggregationsansätze.
4 Das multiple lineare Regressionsmodell: Theoretische Herleitung des Regressionsmodells, seiner Annahmen, Schätzmethoden und statistischen Gütekriterien.
5 Empirische Analyse Ökonometrisches Modell vs. Multiplikatorverfahren nach FINANCE: Empirischer Vergleich der beiden Methoden anhand eines Datensatzes von ca. 400 CDAX-Unternehmen über den Zeitraum 2002-2005.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsanweisungen für die Praxis.
Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, multiple lineare Regression, Marktkapitalisierung, EBIT, Umsatz, Similar Public Company Method, Effizienzkennzahlen, Finanzanalyse, Regressionsanalyse, Unternehmenswert, Marktpreis, Börsenmultiples, Fundamentalvariablen, Prognosegenauigkeit.
Die Arbeit untersucht, ob ökonometrische Regressionsmodelle zur Schätzung von Marktpreisen von Unternehmen präzisere Ergebnisse liefern als die in der Praxis weit verbreiteten Multiplikatorverfahren.
Die Arbeit spannt den Bogen von den theoretischen Grundlagen der Unternehmensbewertung über die statistische Methodik der Regressionsanalyse bis hin zu einer empirischen Leistungsprüfung dieser Ansätze.
Das Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, dass fundamentale Rechnungslegungsdaten als erklärende Variablen in einem Regressionsmodell bessere Marktpreisschätzungen ermöglichen als das Multiplikatorverfahren.
Die Arbeit nutzt das Verfahren der multiplen linearen Regression und vergleicht dessen Prognosegüte mit der Similar Public Company Method (Multiplikatorverfahren), wobei Kennzahlen wie Korrelationen und relative Abweichungen herangezogen werden.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Unternehmensbewertung und Multiplikatorverfahren erörtert. Anschließend wird das multiple lineare Regressionsmodell theoretisch hergeleitet und seine statistischen Eigenschaften dargelegt, bevor der empirische Vergleich im fünften Kapitel folgt.
Die zentralen Schlagworte sind Unternehmensbewertung, Multiplikatorverfahren, multiple lineare Regression, EBIT, Umsatz, Marktkapitalisierung und Effizienzkennzahlen.
Sie wird als repräsentativer Vertreter der gängigen Multiplikatorverfahren gewählt, da sie aufgrund der guten Datenverfügbarkeit börsennotierter Unternehmen in der Praxis besonders häufig zur Preisfindung eingesetzt wird.
Da eine Marktkapitalisierung physikalisch bzw. ökonomisch nicht negativ sein kann, entziehen sich solche Ergebnisse einer sinnvollen Interpretation und würden die Effizienzprüfung der Korrelationen verzerren.
Sie dienen im Rahmen des Entity-Verfahrens dazu, den ermittelten Gesamtunternehmenswert (Enterprise Value) in den Marktwert des Eigenkapitals zu überführen, da dieser für den Vergleich mit der Marktkapitalisierung erforderlich ist.
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