Magisterarbeit, 2008
141 Seiten, Note: Sehr gut
1. Vorwort
3. Einleitung
4. Sprache als politisches Instrument
4.1 Klärung des Begriffs „politische Sprache“
4.2 Funktionen der politischen Sprache
4.3 Der politische Wortschatz
4.4 Die Sprache im Dritten Reich
4.4.1 Sprachmanipulation
4.4.2 Der spezifische Sprachgebrauch
4.4.3 Merkmale der „Lingua Tertii Imperii“
5. Das Wesen der Propaganda
5.1 Klärung des Begriffs
5.1.1 Medien und Kanäle der Propagandaverbreitung
5.1.2 Propaganda im Dritten Reich
5.1.2.1 Presse als Mittel nationalsozialistischer Propaganda
5.1.2.1.1 Pressewesen im Generalgouvernement
5.1.2.1.1.1 Die polnischsprachige Presse
5.1.2.1.1.2 Die deutschsprachige Presse
6. Die „Krakauer Zeitung”
6.1 Allgemeine Charakteristik der „Krakauer Zeitung“
6.2 Form der „Krakauer Zeitung“
6.3 Stilistisch-lexikalische Merkmale der „Krakauer Zeitung“
6.3.1 Ausdrücke aus der Fachsprache
6.3.1.1 Religion
6.3.1.2 Naturwissenschaft
6.3.1.3 Militärwesen
6.3.1.4 Technik
6.3.1.5 Kriminelle Ausdrücke
6.3.2 Euphemismen
6.3.3 Superlative
6.3.4 Pathos
6.3.5 Fremdwörter
6.3.6 Neologismen
6.4 Propagandistische Aussagen zu einzelnen Themen
6.4.1 Polen
6.4.2 Bolschewisten
6.4.3 Alliierten
6.4.4 Juden
6.4.5 Deutsche
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht die nationalsozialistische Propagandapolitik und deren sprachliche Instrumentalisierung im Generalgouvernement. Ziel ist es, die Strukturen und Inhalte der Pressepropaganda zu erforschen und zu analysieren, wie die „Krakauer Zeitung“ als deutsches Tagesblatt genutzt wurde, um die Bevölkerung ideologisch zu beeinflussen und die NS-Machtansprüche zu festigen.
4.4.1 Sprachmanipulation
Die Manipulation und der spezifische Gebrauch der Sprache ist keine Erfindung der Nationalsozialisten. Sie wurde seit Jahrhunderten überall geübt, denn man erkannte schon bald, sich in einer Welt abzufinden, in der die Machtausübung auf gerade Manipulation basiert. Auch das nationalsozialistische Regime lernte rasch durch zahlreiche kleinere oder größere Tricks, das Verhalten seiner Staatsbürger zu seinen Gunsten zu ändern.
Zweifelsohne gibt es zahlreiche und umfangreiche Definitionen von Manipulation. Man könnte vielleicht, sehr allgemein definiert, sagen, Manipulation sei ein unerlaubtes Mittel, zur Beeinflussung des Menschen (als Einzelwesen oder in der Gruppe) zum Zwecke einer systematischen zielgerichteten Lenkung und Prägung des Bewusstseins, der Lebens- und Denkgewohnheiten, der Gefühlslagen. Es sei aber darauf hingewiesen, Manipulation ist auch eine besondere Art, Sprache zu benutzen. Diese Besonderheit besteht darin, dass durch Sprachverwendung bestimmte Ziele angestrebt werden, die dem Partner „verborgen sind, verborgen bleiben sollen oder doch bleiben können“.
Die Manipulation macht Sprache zum Mittel für die einen, über die anderen zu herrschen. Sie birgt jedenfalls die Möglichkeit, mit ihrer Hilfe Macht über andere zu gewinnen: das ist eine ihrer Grundfunktionen. Sicher ist die politische Einflussnahme auf Menschen notwendig, denn ohne solche manipulatorischen Einflussnahmen könnte es kaum zu einem politisch stabilen Gebilde kommen.
4. Sprache als politisches Instrument: Dieses Kapitel erläutert die Grundfunktionen der politischen Sprache als Mittel zur Herrschaftssicherung und beschreibt die verschiedenen Lexemklassen des politischen Wortschatzes.
5. Das Wesen der Propaganda: Hier werden Definitionen von Propaganda dargelegt, ihre Rolle als zentrales Instrument totalitärer Regime analysiert und die verschiedenen Kanäle der Verbreitung sowie spezielle Techniken der Medienmanipulation untersucht.
6. Die „Krakauer Zeitung“: Dieses Hauptkapitel bietet eine detaillierte historische Charakterisierung der Zeitung sowie eine umfangreiche stilistisch-lexikalische Analyse ihrer propagandistischen Sprache und ihrer Ausrichtung auf verschiedene Themenkomplexe und Zielgruppen.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassend wird resümiert, dass das NS-Regime die Sprache als gezieltes Manipulationsmittel zur Durchdringung der Lebenswirklichkeit und zur ideologischen Überwältigung der Gesellschaft einsetzte.
Nationalsozialismus, Propaganda, Sprachmanipulation, Generalgouvernement, Krakauer Zeitung, Pressewesen, Lingua Tertii Imperii, Politischer Wortschatz, Ideologie, Herrschaftsmittel, Antisemitismus, NS-Sprache, Medienmanipulation, Kriegführung, Euphemismen
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Sprache und Propaganda als Machtinstrument des Nationalsozialismus im besetzten Generalgouvernement während des Zweiten Weltkriegs.
Das zentrale Thema ist die sprachliche Analyse der NS-Besatzungspresse, wobei die „Krakauer Zeitung“ als primäres Untersuchungsobjekt dient.
Das Ziel ist die Erforschung der propagandistischen Strategien und der spezifischen Wortwahl, mit denen das NS-Regime die öffentliche Wahrnehmung im Generalgouvernement steuern und legitimieren wollte.
Es wird eine vergleichende, sprachwissenschaftliche Methode angewandt, um die propagandistischen Lexemklassen und stilistischen Merkmale (z.B. Superlative, Euphemismen) in den Quellen zu isolieren.
Der Hauptteil analysiert die Struktur und Form der „Krakauer Zeitung“, die Verwendung von Fachsprache, Euphemismen, Pathos und Neologismen sowie die gezielte propagandistische Darstellung einzelner Gruppen wie Polen, Juden oder Bolschewisten.
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Propaganda, Sprachmanipulation, Generalgouvernement und „Krakauer Zeitung“.
Euphemismen dienten dazu, grausame Handlungen des Regimes, wie Deportationen oder Gewaltmaßnahmen, zu verschleiern und durch positiv besetzte oder neutrale Begriffe zu ersetzen.
Sie diente als „tägliches Sprachrohr“, um deutsche Stärke zu demonstrieren, die Herrschaft zu legitimieren und die Bevölkerung durch gezielte Informationslenkung in eine bestimmte politische Richtung zu drängen.
Fremdwörter wurden eingesetzt, um klangvoller zu erscheinen und das Denken der Rezipienten durch Begriffe, die nicht vollständig durchdrungen wurden, zu beirren und zu betäuben.
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