Diplomarbeit, 2008
49 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung: meine Indienexkursion
2. Intention der Arbeit
3. Die indische Gesellschaft – Geschichte, Soziales, Wirtschaft und Politik
4. Hinduismus
5. Systeme sozialer Ungleichheit
5.1 Kastenwesen
5.2 Varna und Jati
6. Dalits (Unberührbare)
6.1 Begriff
6.2 Unberührbarkeit
6.3 Soziale Situation
6.3.1 Das Leben in Dörfern und in Städten
6.3.2 Charakteristika
6.4 Rechtliche und politische Lage der Frauen im Allgemeinen
6.5 Frauen und Kinder
6.5.1 Situation
6.5.2 Vision
7. Lösungsansätze
7.1 Indische Regierung
7.2 Dalit-Bewegung und NGOs
7.3 Beispiel CDS
7.3.1 Interview mit Manoj Macwan
7.3.2. Projekte
8. Kritische Würdigung und Ausblick
Diese Arbeit untersucht die prekäre wirtschaftliche und soziale Situation von Dalit-Frauen und Kindern in Indien unter besonderer Berücksichtigung der Community Development Society (CDS). Ziel ist es, in Deutschland ein Bewusstsein für die systematische Ausgrenzung dieser Bevölkerungsgruppe zu schaffen und aufzuzeigen, wie durch gezielte Hilfe zur Selbsthilfe und soziale Initiativen langfristige Verbesserungen ihrer Lebensbedingungen erreicht werden können.
6.5.1 Situation
„Accamma lebte trotz ihres harten und beschwerlichen Lebens, das seine Spuren hinterlassen hatte, mit Stolz und Würde. Ihr Mann war Alkoholiker und hatte sie verlassen. Accamma wohnte im ‚Adi-Dravida-Teil’ des Dorfes, wo sie nur mühsam für sich und ihre Kinder den Lebensunterhalt verdienen konnte. Ihr Vermieter, ein Mann einer höheren Kaste, hatte schon zweimal versucht, sie sexuell zu belästigen, aber sie wies seine Annäherung zurück. Eines Tages, als sie auf dem Weg zur Arbeit an seinem Haus vorbei kam, sah sie ihn mit begehrlichen Blicken in seiner Tür stehen. Als Zeichen ihrer Verachtung spuckte sie den Saft der Betelnuss, die sie gerade kaute, in seine Richtung. Sie wollte nicht zulassen, dass ihr Frausein herabgewürdigt wurde. Am Abend bei ihrer Rückkehr von der Arbeit lauerten ihr fünf Männer auf, die sie grün und blau schlugen und halbtot liegen ließen. Auf Befragen antwortete der Vermieter: ‚Wie kann sie es wagen, in meine Richtung zu spucken? Sie ist eine Dalit und noch dazu eine Frau!“ (Ebenda, S. 98 f.).
Dr. Ambedkar beschrieb das Kastensystem als eine Pyramide von aufeinander gesetzten Tontöpfen: Es ist nicht nur so, dass Brahmanen und Kshatriyas an der Spitze und die Shudras und die Unberührbaren unten sind, sondern „in jedem einzelnen Topf sind die Männer oben und die Frauen der selben Kaste unten, wie zerbröckelte und wegzuwerfende Reste. Und ganz unten sind die Dalits und noch darunter die unterdrückten Dalit Frauen.“ (Ebenda, S. 99).
1. Einführung: meine Indienexkursion: Die Autorin reflektiert ihre persönliche Reise nach Indien, ihre ersten Eindrücke von den Lebensbedingungen vor Ort und die Verbindung zur Community Development Society.
2. Intention der Arbeit: Die Arbeit motiviert sich aus der tiefen Betroffenheit über die Lebenssituation von Dalit-Frauen und Kindern und dem Ziel, in Deutschland ein Bewusstsein für deren Lage und mögliche Lösungswege zu schaffen.
3. Die indische Gesellschaft – Geschichte, Soziales, Wirtschaft und Politik: Das Kapitel bietet einen Überblick über die demografischen, historischen und politischen Rahmenbedingungen Indiens sowie die wachsende Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Boom und weit verbreiteter Armut.
4. Hinduismus: Es wird die fundamentale Rolle der Religion für die Themenstellung und deren Einfluss auf die soziale Struktur, insbesondere das Konzept des Karma und Dharma, erläutert.
5. Systeme sozialer Ungleichheit: Dieser Abschnitt diskutiert die theoretischen Konzepte des Kastenwesens, von Varna und Jati als soziale Differenzierungsinstrumente.
6. Dalits (Unberührbare): Das Kapitel beleuchtet den Begriff „Dalit“, die soziale Realität der Unberührbarkeit, sowie die rechtliche und politische Lage von Frauen und Kindern innerhalb dieser diskriminierten Gruppe.
7. Lösungsansätze: Es werden staatliche Versuche der Armutsbekämpfung sowie das Engagement der Dalit-Bewegung und von NGOs analysiert, mit einem Fokus auf das Praxisbeispiel CDS.
8. Kritische Würdigung und Ausblick: Eine abschließende Reflektion über die Machtstrukturen in Indien, den Einfluss der Globalisierung auf die Dalits und eine Einschätzung der zukünftigen Möglichkeiten für echte gesellschaftliche Veränderungen.
Indien, Dalits, Unberührbarkeit, Kastenwesen, Dalit-Frauen, soziale Ungleichheit, Community Development Society, Armutsbekämpfung, Menschenrechte, Diskriminierung, NGO, Bildung, Geschlechtergerechtigkeit, Hinduismus, Empowerment.
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Lage von Dalit-Frauen und Kindern in Indien unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit der Nichtregierungsorganisation „Community Development Society“ (CDS).
Zentrale Themen sind das indische Kastensystem, die Auswirkungen des Hinduismus auf soziale Strukturen, Diskriminierung, Bildungsarmut und der Widerstand der Dalits gegen Unterdrückung.
Das Ziel ist es, auf die massive soziale Ausgrenzung von Dalits in Indien aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass durch lokales Engagement und Hilfe zur Selbsthilfe Wege aus der Unterdrückung möglich sind.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie einer qualitativen Einzelfallbetrachtung durch ein Interview mit dem Gründer der Organisation CDS, Manoj Macwan.
Der Hauptteil analysiert das Kastenwesen, die rechtliche Situation, die Lebensbedingungen von Frauen und Kindern sowie verschiedene Lösungsansätze von staatlicher und privater Seite.
Die zentralen Schlagworte umfassen neben „Dalits“ und „Indien“ auch „Menschenrechte“, „soziale Ungleichheit“, „Kastenwesen“ sowie „Empowerment“.
Es dient als praktisches Beispiel, das zeigt, dass Eigeninitiative und internationale Unterstützung wie durch Spenden aus Deutschland konkret dazu beitragen können, die Lebensumstände von Dalit-Frauen zu verbessern.
Bildung wird als wesentlicher Schlüssel zur Bewusstseinsbildung und zum sozialen Aufstieg betrachtet, wobei besonders das Projekt der Nähschule den Frauen neue berufliche Perspektiven eröffnet.
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