Essay, 1997
8 Seiten
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
1. Ethik der Autonomie und der Fürsorge
2. Die Heiligkeit des Lebens als liberaler Wert
3. Autonomie als Ideal
4. Ethik der Fürsorge und des Verzichts
5. Forschungsfreiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Konzept der individuellen Selbstbestimmung (Autonomie) und der Notwendigkeit ethischer Fürsorge in Grenzsituationen des menschlichen Lebens. Dabei wird kritisch hinterfragt, inwieweit moderne medizinische und biotechnologische Entwicklungen die menschliche Würde tangieren und ob eine einseitige Fokussierung auf Autonomie zu einer Entmenschlichung führen kann.
Die Heiligkeit des Lebens als liberaler Wert
Die persönliche Freiheit und die Grenzen des Lebens hat der amerikanische Rechtsphilosoph Ronald Dworkin in einer Studie über Abtreibung und Euthanasie mit ungewöhnlichem Ergebnis auszuloten versucht.
Sein Ehrgeiz besteht darin, die (amerikanischen) Gegner im Streit über Schwangerschaftsabbruch und Sterbehilfe so weit über sich selbst aufzuklären, daß sich die Militanz ihrer Haltungen verflüchtigt. Sie sollen sehen, daß es im Grunde um einen gemeinsamen Wert geht, den sie lediglich unterschiedlich interpretieren. Die "Liberalen" setzen sich zwar für die Autonomie von Frauen ein, um über die Geburt eines Kindes zu entscheiden. Doch zugleich hat das ungeborene Leben für sie so viel Eigengewicht, daß eine leichtfertige Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch illegitim erscheint. Umgekehrt lassen viele Lebensschützer Ausnahmen des von ihnen verteidigten Abteibungsverbots zu. Wenn eine Frau nach einer Vergewaltigung schwanger wird oder wenn eine Schädigung des Fötus festgestellt wird, dann hören sie plötzlich auf, bei einem Schwangerschaftsabbruch von "Mord" zu sprechen. Dann aber, so insistiert Dworkin, wäre inkonsequent und fahrlässig, wenn dem Ungeborenen im strengen Sinne ein Lebensrecht zukäme.
Wenn schon der Embryo oder Fötus, wie vom Bundesverfassungsgericht verkündet, die "Würde" einer Person besitzt, dann wäre es schlicht kriminell, dem Abtreibungsverbot nicht bedingungslos Geltung zu verschaffen.
Ethik der Autonomie und der Fürsorge: Einleitende Betrachtung der Problematik, wie allgemeine ethische Normen in einer pluralistischen Gesellschaft mit individuellen existentiellen Notlagen vereinbart werden können.
Die Heiligkeit des Lebens als liberaler Wert: Analyse der Position Ronald Dworkins, der versucht, die Debatten um Abtreibung und Sterbehilfe durch die Definition eines intrinsischen Wertes des Lebens zu versöhnen.
Autonomie als Ideal: Untersuchung des hohen Stellenwerts der Selbstgestaltung im Leben einer Person und der daraus resultierenden ethischen Ambivalenz bei der Lebensverlängerung oder Behandlungsverzicht.
Ethik der Fürsorge und des Verzichts: Argumentation dafür, dass bei Verlust der Autonomie eine Ethik der Fürsorge und des Annehmens der menschlichen Endlichkeit an die Stelle der bloßen Verfügungsgewalt treten muss.
Forschungsfreiheit, Selbstbestimmung und Menschenwürde: Kritische Reflexion der ungebremsten biotechnologischen Forschung und der Notwendigkeit, gesellschaftliche Leitplanken für diese Entwicklungen zu setzen.
Ethik, Autonomie, Fürsorge, Menschenwürde, Sterbehilfe, Schwangerschaftsabbruch, Bioethik, Ronald Dworkin, Selbstbestimmung, Gentechnologie, Lebensschutz, Bio-Konvention, medizinischer Paternalismus, Forschungsethik, Sterben.
Die Arbeit behandelt die ethischen Herausforderungen an den Rändern des menschlichen Lebens, insbesondere im Kontext moderner Medizin und Gentechnologie.
Im Fokus stehen das Spannungsverhältnis zwischen individueller Autonomie, dem Schutz des Lebens und der Notwendigkeit einer fürsorglichen ethischen Haltung gegenüber Hilfsbedürftigen.
Es soll geklärt werden, wie man in einer technisierten Welt die menschliche Würde bewahren kann, ohne die Autonomie des Einzelnen zu opfern oder einer Ideologie der absoluten Verfügbarkeit zu verfallen.
Es handelt sich um eine diskursive, philosophisch-ethische Analyse, die zentrale Positionen der Rechtsphilosophie und Bioethik kritisch beleuchtet.
Der Hauptteil analysiert die Thesen von Ronald Dworkin, hinterfragt das Autonomie-Ideal im Angesicht des Todes und plädiert für eine Ethik des Verzichts und der Fürsorge.
Ethik, Autonomie, Fürsorge, Menschenwürde, Sterbehilfe, Bioethik und Selbstbestimmung bilden den Kern der Argumentation.
Der Autor argumentiert, dass Dworkins Festhalten an der vorausschauenden Autonomie die lebensweltliche Realität der Betroffenen ignoriert und eine unrealistische Kontrolle über den Sterbeprozess verlangt.
Der Autor warnt davor, dass ein kritikloser Glaube an technischen Fortschritt die Voraussetzungen für eine echte Ethik der Fürsorge und Selbstbestimmung untergraben könnte.
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