Masterarbeit, 2008
39 Seiten, Note: 2
1) EINLEITUNG
2) KITSCH
a) Die Geschichte des Kitschbegriffes
b) Merkmale des Kitsches
c) Kitsch im Film
3) POESIE
a) Poesie und Poetizität
b) Poesie im Film
4) FALLSTUDIE: „Der Himmel über Berlin“ vs. „Stadt der Engel“
a) Inhalt
b) Formale Umsetzung
5) KONKLUSION
Die Arbeit untersucht die ästhetischen und inhaltlichen Differenzen zwischen Kitsch und Poesie im filmischen Medium. Ziel ist es, durch eine theoretische Fundierung und eine analytische Fallstudie filmische Mittel zu identifizieren, die entweder eine kitschige Wirkung erzeugen oder poetisches Potenzial entfalten.
c) Kitsch im Film
„Manche Filme sind wie geschlossene Räume: es existiert zwischen den Bildern nicht die kleinste Lücke, die es erlauben würde, irgendetwas anderes zu sehen als das, was der Film zeigt. Den Augen und Gedanken ist es nicht gestattet, zu wandern. Man kann nichts von sich selber einbringen, keine Gefühle, keine Erfahrung. Man taumelt aus dem Kino, als wäre man belogen worden. Nur solche Filme, die Platz für Lücken zwischen den Bildern freilassen, erzählen eine Geschichte, das ist meine Überzeugung. Eine Geschichte wird erst im Kopf des Zuschauers zum Leben erweckt. Jene anderen Filme, diese geschlossenen Systeme, geben nur vor, eine Geschichte zu erzählen. Sie folgen dem Rezept des Geschichtenerzählens, aber ihre Zutaten haben keinen Geschmack.“9
Das Medium Film hat seit seiner Entstehung eine Sonderstellung in den Künsten. Bedingt durch seine produktionsästhetiche Komplexität und seiner technischen Besonderheiten schieden sich lange die Geister, ob Film als eine Kunstform oder als ein pures Unterhaltungsmedium anzusehen sei. Wobei an dieser Stelle der Frage, ob Kunst nicht auch unterhalten darf, keine weitere Bedeutung zugemessen wird.
1) EINLEITUNG: Die Autorin legt die Fragestellung dar, wie Poesie und Kitsch im Film entstehen und ob diese Kategorien rein subjektiv oder durch ästhetische Merkmale begründbar sind.
2) KITSCH: Dieses Kapitel behandelt die historische Entwicklung des Kitschbegriffs, diskutiert dessen Merkmale und untersucht die Spezifik von Kitsch als Produkt der Kulturindustrie im Film.
3) POESIE: Es wird die begriffliche Herkunft der Poesie sowie die Theorie der „Poetizität“ und des Verfremdungseffekts analysiert, um zu definieren, wie Poesie im Medium Film erzeugt werden kann.
4) FALLSTUDIE: „Der Himmel über Berlin“ vs. „Stadt der Engel“: Anhand dieser beiden Filme werden inhaltliche und formale Unterschiede in der Umsetzung desselben Stoffes analysiert, um kitschige versus poetische Inszenierungsweisen gegenüberzustellen.
5) KONKLUSION: Die Arbeit schließt mit einer Synthese, in der festgestellt wird, dass Kitsch durch Redundanz und Erklärbarkeit wirkt, während Poesie durch Lücken und Brüche eine aktive, subjektive Rezeption ermöglicht.
Kitsch, Poesie, Filmästhetik, Rezeptionsästhetik, Verfremdungseffekt, Wim Wenders, Der Himmel über Berlin, Stadt der Engel, Inszenierung, Filmtheorie, Kulturindustrie, Narrationsstruktur, Emotionalität, Realitätsillusion, Poetizität.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Kitsch und Poesie im Film und analysiert, welche filmischen Mittel den Zuschauer entweder in eine konsumorientierte, kitschige Erfahrung führen oder ihm eine poetische, aktive Teilhabe ermöglichen.
Die zentralen Themen sind die begriffsgeschichtliche Herleitung von Kitsch und Poesie, die produktionsästhetischen Bedingungen des Kinos und die Analyse von Inszenierungstechniken, die entweder zur Überdeutlichkeit (Kitsch) oder zur Vieldeutigkeit (Poesie) beitragen.
Das Ziel ist es, herauszuarbeiten, welche ästhetischen Merkmale Filme als „kitschig“ oder „poetisch“ ausweisen und wie Regisseure durch den Umgang mit filmischen Mitteln den Rezeptionsprozess steuern.
Die Autorin kombiniert eine theoretische Diskursanalyse der Begriffe mit einer produktionsästhetischen Untersuchung und einer vergleichenden Fallstudie zweier Filme (Remake und Original).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Abschnitte zu Kitsch und Poesie sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der Filme „Der Himmel über Berlin“ und „Stadt der Engel“ hinsichtlich Inhalt und formaler Umsetzung.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Filmästhetik, Verfremdungseffekt, Rezeptionsästhetik, Narrationsstruktur und die Rolle der Realitätsillusion.
Der Film reduziert die komplexe, epische Struktur von Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ auf eine klassische Liebesgeschichte, die auf dramatische Konflikte, klare Charakterzuordnungen und ein funktionalisiertes Happy End setzt.
Während Wenders die Zeit als vielschichtiges, gleichzeitiges Gemälde durch den Engelsblick inszeniert, nutzt „Stadt der Engel“ eine lineare, dramatisch strukturierte Zeitlichkeit, die direkt auf eine klimaktische Steigerung hinausläuft.
Lücken im narrativen und visuellen Gefüge sind für die Autorin essenziell, da sie dem Zuschauer Raum für eigene Projektionen und Interpretationen lassen, anstatt den Sinn durch überdeutliche Symbole vorzugeben.
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