Examensarbeit, 2008
69 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende wissenschaftliche Hausarbeit befasst sich mit der Thematik der Erinnerung in Jonathan Safran Foers Roman „Everything Is Illuminated“. Ziel ist es, die Rolle der Erinnerung und des Erinnerns im Roman zu analysieren und zu untersuchen, wie Foer die komplexe Beziehung zwischen individueller und kollektiver Erinnerung in Bezug auf den Holocaust darstellt.
Die Einleitung führt in die Thematik der Erinnerung und Identität ein und stellt die zentrale Frage nach dem Verhältnis von Erinnerung und Identität im Kontext des Holocaust. Sie skizziert die Problematik der Darstellung des Holocaust und die Notwendigkeit eines Darstellungsmittels, welches sich im Spannungsfeld zwischen Undarstellbarkeit und Erinnerung bewegt.
Der theoretische Teil der Arbeit stellt wichtige Gedächtnistheorien von Maurice Halbwachs, Pierre Nora und Jan und Aleida Assmann vor. Er beleuchtet die Konzepte des „Kollektiven Gedächtnisses“, der „Lieux de Mémoire“ und des „Kulturellen Gedächtnisses“ und zeigt deren Relevanz für die Analyse von Foers Roman.
Im Kapitel über Jonathan Safran Foers „Everything Is Illuminated“ wird zunächst die Kulturgeschichte des fiktiven Schtetls Trachimbrod untersucht. Dabei wird die Rolle mnemonischer Symbole für das kollektive Gedächtnis Trachimbrods beleuchtet.
Das Kapitel „Was ist Geschichte?“ beschäftigt sich mit der Frage nach der Geschichte und dem Spannungsverhältnis zwischen Bewahren und Neugestalten. Es analysiert die Rolle des Speichergedächtnisses und die Möglichkeit, Geschichte neu zu schreiben.
Das Kapitel „There was nothing - Die Nicht-Darstellung des Holocaust“ untersucht die Frage nach der Darstellung des Holocaust in der Literatur und die Grenzen der Repräsentation. Es analysiert die Strategien, die Foer einsetzt, um die Schrecken des Holocaust zu würdigen, ohne sie explizit darzustellen.
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Erinnerung, das kollektive Gedächtnis, die Identität, den Holocaust, die Darstellung, die Repräsentation, die Geschichte, die Literatur, Jonathan Safran Foer, „Everything Is Illuminated“, Trachimbrod, Maurice Halbwachs, Pierre Nora, Jan und Aleida Assmann.
Die Erinnerung ist das zentrale Leitmotiv des Romans. Sie dient der Identitätsstiftung sowohl für das Individuum als auch für das Kollektiv im Angesicht der Vergangenheit.
Es beschreibt die Vorstellung, dass Erinnerungen in sozialen Gruppen geteilt werden und ein gemeinsames Selbstverständnis über die Vergangenheit schaffen.
Der Roman thematisiert das Spannungsfeld zwischen dem Postulat der Undarstellbarkeit der Shoah und der moralischen Notwendigkeit, das Unvorstellbare dennoch zu würdigen.
Trachimbrod steht für die zerstörte jüdische Kulturgeschichte und dient als mnemonisches Symbol für das kollektive Gedächtnis, das durch den Holocaust ausgelöscht wurde.
Nach Assmann bewahrt das Speichergedächtnis unbeseelte Daten auf, während das Funktionsgedächtnis die lebendige, für die Gegenwart relevante Erinnerung einer Gesellschaft darstellt.
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