Diplomarbeit, 2007
94 Seiten, Note: 1,0
Die vorliegende Arbeit untersucht die Genese der Verantwortung im Kontext des neoliberalen Gesundheitssystems. Sie analysiert, wie die Aktivierung von Patienten im Gesundheitswesen durch die Einführung von Disease Management Programmen (DMP) vorangetrieben wird. Die Arbeit beleuchtet die historischen Entwicklungen des medizinischen Diskurses und die Rolle des Patienten im Wandel.
Das erste Kapitel beleuchtet das neoliberale Gesundheitssystem und die damit verbundenen Forderungen nach Kostenreduktion und Selbstverantwortung. Es wird gezeigt, wie der Wandel des Gesundheitssystems die Rolle des Patienten beeinflusst und die Kritik am paternalistischen Arzt in den Hintergrund rückt.
Das zweite Kapitel befasst sich mit der Historie der medizinischen Diskurse. Es werden die Entwicklungen des medizinischen Blicks, des rationalen Diskurses und des politischen Diskurses analysiert. Dabei wird deutlich, wie sich die Rolle des Patienten im Laufe der Zeit verändert hat.
Das dritte Kapitel untersucht Gesundheitsprogramme im gesellschaftlichen Kontext. Es werden die Systemtheorie als Gesellschaftstheorie, die Rolle des authentischen Patienten und die Herausforderungen für den Arzt im Kontext der DMP beleuchtet.
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen das neoliberale Gesundheitssystem, Patientenaktivierung, Disease Management Programme (DMP), medizinischer Diskurs, Systemtheorie, Autonomie, Verantwortung, Kostenreduktion, Kundenorientierung, Arzt-Patient-Beziehung, Gesundheitswesen, chronische Krankheiten.
Es beschreibt den Wandel hin zu mehr Selbstverantwortung des Einzelnen für seine Gesundheit, oft getrieben durch den Zwang zur Kostenreduktion im Sozialstaat.
DMP sind strukturierte Behandlungsprogramme für chronisch Kranke, die darauf abzielen, den Patienten durch Wissen und Erziehung zu einem "aktiven Mitspieler" in seiner Therapie zu machen.
Der Diskurs wandelte sich von einer paternalistischen Beziehung (der Arzt entscheidet) hin zu einer kundenorientierten Aktivierung, bei der der Patient als "authentischer Sprecher" seiner Krankheit fungiert.
Die Systemtheorie dient als Hintergrund, um die funktionalen Abläufe und die Herstellung des "aktiven Subjekts" innerhalb der gesellschaftlichen Strukturen des Gesundheitswesens zu verstehen.
Die Arbeit untersucht, ob die geforderte Autonomie des Patienten tatsächlich Freiheit bedeutet oder eher ein ökonomisch hergestelltes Instrument zur Entlastung des Systems ist.
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