Diplomarbeit, 2007
138 Seiten, Note: Sehr gut
1. Vorwort
2. Biographisches
2.1. Lebensgeschichte
2.2. Veröffentlichungen
3. TextKörper – Kleinls Poetik
3.1. Textanalyse
3.1.1. Das Erzählen als Gehen
3.1.2. Autonomie des Erzählens und Abkehr von Mimesis
3.1.3. Sprachliche „Entgrenzung“
3.1.4. Organisches Verständnis vom Erzählen
3.1.5. Die „Male“
3.2. Apotheose und Rehabilitierung des Erzählens
3.2.1. Topos der Scheherazade, Intertextualität und Metafiktion
3.2.2. Schreiben gegen den Tod der Literatur
3.2.3. Konkrete Einflüsse auf TextKörper
3.3. Semantische Ebene und Bedeutungsebene
3.3.1. Kleinls Stil als Resultat der Poetik
3.3.2. Kein einheitlicher Sinn, der Leser in Bewegung
3.4. Exkurs I: Kleinl und Derrida
3.5. Exkurs II: Kleinl als Rezeptionsästhet
3.6. Exkurs III: TextKörper im Spiegel der Essaytheorie
3.7. Zusammenfassung
4. Kleinls literarisches Schaffen im Kontext seiner Poetik
4.1. Tugend. Szenische Anspielungen
4.1.1. Kleinls Vorwort
4.1.2. Kleinls Nachwort
4.1.3. Textanalyse
4.1.3.1. Akt I
4.1.3.2. Akt II
4.1.3.3. Akt III
4.1.3.4. Akt IV
4.1.3.5. Akt V
4.1.3.6. Akt VI
4.1.3.7. Akt VII
4.1.4. Die Makrostruktur des Texts
4.1.5. Exkurs: Siegmund Kleinl im literarischen Feld und mit „Einflussangst“
4.1.6. Zusammenfassung
4.2. DorfMale. Ein Umsinnen
4.2.1. Kleinl über Kleinl
4.2.2. Aufbau des Texts
4.2.3. Analyse ausgewählter Kapitel
4.2.3.1. Erste Liebe. VerSuche
4.2.3.2. Schule 2. Fiktiefen. Ein Essei
4.2.3.3. Weinfest. SprachTaumel
4.2.4. Exkurs I: DorfMale und die Erzähltheorie
4.2.5. Exkurs II: Ansicht des Lektors / Lesers
4.2.6. Zusammenfassung
4.3. EineWelt. Mit Teilungen
4.3.1. Textanalyse
4.3.2. Exkurs I: Der E-Mail Roman als Weiterentwicklung des Briefromans
4.3.3. Exkurs II: Das Tagebuch des „Trebor“
4.3.4. Zusammenfassung
5. Die Welt des Siegmund Kleinl
5.1. Interview mit dem Autor
5.2. Abbildungsteil
6. Nachwort
6.1. Fazit
6.2. Forschungsperspektiven
Die vorliegende Diplomarbeit widmet sich einer monographischen Erschließung des burgenländischen Autors Siegmund Kleinl. Ziel ist es, das umfangreiche und komplexe Werk des bisher literaturwissenschaftlich kaum beachteten Autors systematisch zu analysieren, seine Poetik darzulegen und diese in einen größeren literaturtheoretischen Kontext (unter anderem Postmoderne, Dekonstruktion, Rezeptionsästhetik) einzuordnen.
3.1.1. Das Erzählen als Gehen
Bereits der Untertitel des Essays ist doppeldeutig: so bedeutet Erzählen über Erzählen einerseits eine erläuternde Meta-Erzählung, andererseits kann die Präposition „über“ eine Anhäufung des Erzählens meinen und damit zum Ausdruck bringen, dass der Autor gar nicht anders über das Erzählen sprechen kann als eben erzählend.
Diese Theorie wird im Folgenden untermauert; bereits im ersten Satz von TextKörper schreibt Kleinl: „Ein Wort, das zählt, ist ein Wort, das erzählt.“ Ein solches erzählendes Wort, so Kleinl, ist „gehen“. Durch das Gehen, glaubt Kleinl, wachse dem Körper eine Kraft zu, „die dann am Ende eines Weges als ergangene Energie auf einen Menschen übergehen und ihn retten kann.“ In diesem Zusammenhang nennt Kleinl „große Geher“ aus der Vergangenheit, wie etwa Johann Gottfried Seume, der von 1801 an mehrere lange Fußreisen in weite Teile Europas unternahm; am berühmtesten ist sein literarisch verewigter Spaziergang nach Syrakus im Jahre 1802, der von Kleinl erwähnt wird. Weiters führt Kleinl Hölderlin an, der über die Auvergne nach Bordeaux wanderte. Die Wahl dieser Beispiele geht über das bloße Nennen von „literarischen Vorbildern“ hinaus, da beide Dichter (Hölderlin im Besonderen) eher singuläre Figuren sind und sich keiner Epoche eindeutig zuordnen lassen. Kleinl suggeriert dadurch eine eigene, ähnlich singuläre Position (quasi als Schlusspunkt setzt Kleinl am Ende von TextKörper noch eine weitere Hölderlin-Anspielung ein und spannt damit einen Bogen zum Beginn). Außerdem wird durch das Erwähnen der Dichter im Zusammenhang mit dem Gehen der Konnex zwischen Gehen und Schreiben angedeutet, und das Bild des Gehens wird zur Metapher: das Gehen verlagert sich von der Realität auf die Literatur.
Dieser Konnex wird gleich darauf manifest, wenn es heißt: „Ein solches Gehen ist das Erzählen.“ Hier zeigt sich also, dass Kleinl das Gehen nicht als peripatetische Gedankenentwicklung versteht, nicht als nachdenkliches Umherwandeln, während dessen der Autor sich eine Geschichte überlegt. Vielmehr werden hier Erzählen und Gehen gleichgeschaltet – wer erzählt, der geht.
1. Vorwort: Einleitung in das Thema, Vorstellung von Siegmund Kleinl als „großer Unbekannter“ und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Biographisches: Darstellung der Lebensgeschichte Siegmund Kleinls unter Berücksichtigung autobiographischer Grundierungen in seinen Texten sowie eine Auflistung seiner Veröffentlichungen.
3. TextKörper – Kleinls Poetik: Analyse des zentralen Essays „TextKörper“, in dem Kleinl seine poetischen Prinzipien (Erzählen als Gehen, organische Metaphorik, Intertextualität) entfaltet.
4. Kleinls literarisches Schaffen im Kontext seiner Poetik: Anwendung der theoretischen Erkenntnisse aus Kapitel 3 auf die Werke „Tugend“, „DorfMale“ und „EineWelt“.
5. Die Welt des Siegmund Kleinl: Präsentation eines ausführlichen Interviews mit dem Autor sowie ein Abbildungsteil mit Einblicken in sein künstlerisches Umfeld.
6. Nachwort: Fazit der Arbeit und Ausblick auf künftige Forschungsperspektiven zur Literatur von Siegmund Kleinl.
7. Verzeichnis der zitierten Quellen: Bibliographische Auflistung aller verwendeten Primär- und Sekundärquellen sowie Internetquellen und Abbildungsnachweise.
Siegmund Kleinl, burgenländische Literatur, Poetik, TextKörper, Erzählen als Gehen, Postmoderne, Intertextualität, Metafiktion, DorfMale, E-Mail-Roman, organische Metaphorik, Rezeptionsästhetik, Autorenschaft, Identität, Literaturtheorie.
Die Arbeit bietet eine umfassende literaturwissenschaftliche Analyse des burgenländischen Autors Siegmund Kleinl, dessen Werk bisher kaum wissenschaftlich erschlossen wurde.
Im Zentrum stehen die Poetik des Autors, die Verknüpfung von Leben und Werk durch autobiographische Elemente sowie die Analyse von drei ausgewählten Hauptwerken im Lichte seiner poetischen Prinzipien.
Das Ziel ist die ganzheitliche monographische Erfassung von Kleinls Werk, um diesen wichtigen, aber bisher unbekannten Autor der universitären Öffentlichkeit zugänglich zu machen und seine komplexen poetologischen Ansätze zu systematisieren.
Die Arbeit folgt einem monographischen Ansatz. Sie analysiert primär Kleinls poetologische Grundlagentexte (insbesondere den Essay „TextKörper“) und wendet diese theoretischen Erkenntnisse hermeneutisch auf seine dramatischen, erzählerischen und epistolaren Texte an.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Poetik, gefolgt von einer praktischen Untersuchung von „Tugend“, „DorfMale“ und „EineWelt“. Zudem wird ein Interview mit dem Autor geführt, das Einblicke in seine Selbstreflexion gewährt.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie „Textkörper“, „Male“ (im Sinne von autobiographischen Spuren und künstlerischen Werken), Intertextualität, Metafiktion sowie die spezifische Verbindung von Erzählen und Gehen aus.
Der Begriff ist zentral, da er bei Kleinl als Schnittstelle fungiert: Einerseits verweist er auf autobiographische Verletzungen oder Erfahrungen, andererseits beschreibt er den Text selbst als ein vom Künstler errichtetes, sichtbares Werk.
Kleinl wehrt sich gegen diesen Diskurs. In seiner Poetik rehabilitiert er das Erzählen durch allegorische Motive wie Scheherazade, wodurch das Erzählen als Rettung vor dem Tod und als lebendiger Prozess dargestellt wird.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

