Diplomarbeit, 2002
115 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Rechtsgrundlagen zur Europäischen Sportpolitik
2.1 Das EU-Recht
2.2 Das EU Recht und der Sport
2.3 Das EU Recht und die Fernsehübertragungsrechte im Sport
2.3.1 Die Zentralvermarktung von Fernsehübertragungsrechten
2.3.2 Exklusivrechte
2.3.3 Europäische Sportpolitik im Bereich »Sport und Fernsehen«
2.4 Zusammenfassung
3 Besondere Merkmale der Märkte im Sport
3.1 Die gesellschaftliche Funktion des Sports
3.2 Die Organisationsstruktur des Sports
3.3 Die Kommerzialisierung des Sports
3.4 Merkmale von Sportveranstaltungen
3.4.1 Die Angebots- und Nachfragestruktur von Sportveranstaltungen
3.4.2 Einflussfaktoren der Nachfrage
3.4.2.1 Qualitative Determinanten
3.4.2.2 Ökonomische und soziodemographische Determinanten
3.4.2.3 Popularität einer Sportart
3.5 Zusammenfassung
4 Die Entwicklung des TV-Marktes in Europa
4.1 Einführung des dualen Systems
4.2 Das digitale Fernsehsystem
4.3 Die Relevanz von Sportveranstaltungen innerhalb der Entwicklung des TV-Marktes
4.4 Zusammenfassung
5 Wechselseitige Einflussnahme von Sport und Fernsehen
5.1 Die Entwicklung der Märkte für Fernsehsportrechte
5.1.1 Die Sportrechteagenturen
5.1.2 Die Auswirkungen der Entwicklung des Sportrechtemarkt auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen
5.1.3 Auswirkungen der Entwicklung des Sportrechtemarktes auf den Sport
5.2 Die Vermarktung von Fernsehübertragungsrechten als Konfliktfeld innerhalb der Wettbewerbspolitik am Beispiel Fußball
5.2.1 Die Zentralvermarktung unter wettbewerbsrechtlichen Aspekten
5.2.1.1 Argumente für die Freistellung vom Kartellverbot
5.2.1.2 Argumente gegen eine Freistellung vom Kartellverbot
5.2.2 Die exklusive Vergabe von Fernsehrechten
5.2.2.1 Dauer und Art der Exklusivverträge
5.2.2.2 Exklusivverträge im Konflikt mit dem freien Zugang auf Information
5.3 Zusammenfassende Gegenüberstellung der positiven und negativen Auswirkungen der wirtschaftlichen Beziehung zwischen Fernsehen und Sport mit Blick auf die aktuelle Situation
6 Zusammenfassung
7 Relevante Aspekte der TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen im Hinblick auf eine einheitliche Sport- und Wettbewerbspolitik
Die vorliegende Arbeit untersucht die komplexen Konflikte zwischen der Vermarktung von TV-Übertragungsrechten von Sportveranstaltungen und der europäischen Wettbewerbspolitik. Dabei wird analysiert, inwieweit eine einheitliche europäische Sport- und Wettbewerbspolitik erforderlich ist und welche Lösungsansätze für die auftretenden wirtschaftlichen und rechtlichen Spannungsfelder existieren.
3.4.1 Die Angebots- und Nachfragestruktur von Sportveranstaltungen
Eine Sportveranstaltung stellt ein inhaltlich und wirtschaftlich planmäßig vorbereitetes und durchgeführtes sportliches Ereignis dar, das zeitlich zusammenhängend und begrenzt ist und an dem mehrere Sportler bzw. Gruppen von Sportlern, Mannschaften, teilnehmen. Sportveranstaltungen finden in sehr unterschiedlichen zeitlichen und organisatorischen Strukturen statt. Innerhalb einer bestimmten Sportart können Sportveranstaltungen beispielsweise zu einer Liga oder einer Serie zusammengefasst werden. Unter einem Ligawettbewerb oder einer Meisterschaft sollen dabei alle organisierten Wettbewerbe nach festgelegten Regeln für Klub-Mannschaften verstanden werden, die über die Abfolge mehrer Spiele einen Gesamtsieger ermitteln (vgl. ENDERLE, 2000, S. 8). Serien sind zeitlich auseinander liegende Sportveranstaltungen überwiegend in den Individualsportarten, die über einen festgelegten Wertungsmodus zu einem Gesamtergebnis, etwa in Bezug auf die Position der Spieler in einer Rangliste führen. Für den Konsumenten ergibt sich durch diese Veranstaltungsstrukturen ein Zusammenhang, da auf ein bestimmtes Ereignis weitere der gleichen Art folgen (vgl. HEINEMANN 1995, S. 178; KRUSE 1991, S. 27).
In Sportveranstaltungen betätigt sich der Leistungssportler als Produzent, indem er eine sportliche Leistung produziert, während das Publikum die dargebotene Schaustellung sportlicher Wettbewerbe zur eigenen Bedürfnisbefriedigung konsumiert. Die vom Sportler erbrachte Leistung verwandelt sich in Ware und wird gegen einen äquivalenten Wert (Geld) eingetauscht. Im professionellen Sport werden insofern marktlich verwertbare Leistungen erstellt, die infolge ihres immateriellen Charakters Dienstleistungen darstellen (vgl. BENNER 1992, S. 29). Anbieter bzw. zentrale wirtschaftliche Handlungseinheit ist der Sportveranstalter. Er übernimmt die Organisation und Durchführung der Veranstaltung und trägt insofern auch das wirtschaftliche Risiko.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der TV-Vermarktung von Sportereignissen ein und verdeutlicht die wachsende wirtschaftliche Bedeutung von Übertragungsrechten und die damit verbundenen Konflikte mit der Wettbewerbspolitik.
2 Rechtsgrundlagen zur Europäischen Sportpolitik: Dieses Kapitel erläutert die rechtlichen Rahmenbedingungen der EU im Sportbereich, einschließlich der Relevanz des EU-Rechts und der Rolle von Schutzlisten zur Sicherung des freien Zugangs zu Großereignissen.
3 Besondere Merkmale der Märkte im Sport: Die ökonomischen Besonderheiten des Sportmarktes, wie die gesellschaftliche Funktion, die Organisationsstruktur und die Kommerzialisierung, werden hier analysiert, um das wirtschaftliche Handeln von Sportveranstaltern zu erklären.
4 Die Entwicklung des TV-Marktes in Europa: Hier wird der historische Wandel vom öffentlich-rechtlichen Monopol zum dualen und digitalen Fernsehsystem in Europa beschrieben, welcher den Wettbewerb um Sportrechte grundlegend verändert hat.
5 Wechselseitige Einflussnahme von Sport und Fernsehen: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik und die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Sport und Medien, sowie die daraus resultierenden Konflikte bei der Zentralvermarktung und exklusiven Rechtevergabe.
6 Zusammenfassung: Die Kernaussagen der Untersuchung werden zusammengefasst, wobei insbesondere die Problematik der Zentralvermarktung und die Notwendigkeit des freien Zugangs zu Informationen im Vordergrund stehen.
7 Relevante Aspekte der TV-Vermarktung von Sportveranstaltungen im Hinblick auf eine einheitliche Sport- und Wettbewerbspolitik: Der abschließende Teil reflektiert die zukünftigen Anforderungen an eine europäische Sport- und Wettbewerbspolitik und bewertet mögliche Lösungswege wie Selbstregulierung oder rechtliche Anpassungen.
TV-Vermarktung, Sportveranstaltungen, Europäische Wettbewerbspolitik, Zentralvermarktung, Exklusivrechte, Sportrechteagenturen, Fußball, Fernsehen, duales System, Pay-TV, Kartellrecht, Sportmanagement, Medialisierung, Zuschauerinteressen, freier Zugang.
Die Arbeit analysiert die Vermarktung von TV-Übertragungsrechten im professionellen Sport und deren Verflechtung mit den rechtlichen und wettbewerbspolitischen Rahmenbedingungen der Europäischen Union.
Die zentralen Themen umfassen die rechtlichen Grundlagen der EU-Sportpolitik, die ökonomischen Besonderheiten von Sportmärkten, die Entwicklung des dualen europäischen Fernsehmarktes sowie die Konfliktfelder bei der Zentralvermarktung von Sportrechten.
Das Ziel besteht darin aufzuzeigen, welche wettbewerbsrechtlichen Konflikte bei der Vermarktung von Sportrechten entstehen und welche Aspekte für eine einheitliche, europäische Sport- und Wettbewerbspolitik künftig berücksichtigt werden sollten.
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Auswertung existierender sportökonomischer, sportrechtlicher und medienwissenschaftlicher Literatur, Dokumente der Europäischen Kommission und relevanter Rechtsprechung.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der wirtschaftlichen und wechselseitigen Abhängigkeit zwischen Sport und Fernsehen, der Entwicklung der Sportrechtemärkte sowie den kartellrechtlichen Auseinandersetzungen um die Zentralvermarktung und Exklusivrechte bei Sportgroßereignissen.
Schlüsselwörter sind unter anderem TV-Vermarktung, Europäische Wettbewerbspolitik, Zentralvermarktung, Exklusivrechte, Kartellrecht, Pay-TV und der Schutz sportlicher Strukturen.
Das "magische Dreieck" beschreibt das Interdependenzverhältnis von Sport, Medien und Wirtschaft, in dem der Sport durch Medienfinanzierung professioneller wird, gleichzeitig aber in Abhängigkeit von den TV-Sendeanstalten und Sponsoren gerät.
Das Kartellrecht ist kritisch, weil Sportverbände bei der Zentralvermarktung als Angebotsmonopolisten agieren. Dies kollidiert mit dem wettbewerbsrechtlichen Verbot der Marktabschottung, weshalb Verbände wie die UEFA oder der DFB eine Freistellung beantragen müssen.
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