Bachelorarbeit, 2008
42 Seiten, Note: 1,0
1. Einführung
2. Schillers klassizistische Ästhetik
2.1. Kunstautonomie
2.2. Schillers Konzept der schönen Seele
2.3. Schillers Anforderungen an das Drama
3. „Maria Stuart“
3.1. Schillers Bearbeitung des historischen Stoffs
3.1.1. Das Verhältnis von Maria und Leicester
3.1.2. Die Gestalt des „Doppelagenten“ Mortimer
3.1.3. Das Treffen der Königinnen
3.2. Die formale Gestaltung von „Maria Stuart“
3.2.1. Die Euripidische Methode
3.2.2. Metrik und Stilmittel
3.2.3. Symmetrie
3.3. Maria als schöne Seele
4. Fazit
Die Arbeit analysiert Schillers theoretisches Konzept der klassizistischen Ästhetik und Dramentheorie, um dessen praktische Umsetzung und Einfluss in seinem Werk "Maria Stuart" aufzuzeigen.
3.1.2. Die Gestalt des „Doppelagenten“ Mortimer
Mortimer spielt, ähnlich wie Leicester, ein doppeltes Spiel. Offiziell ist er ein Anhänger Elisabeths und lässt sich von ihr sogar zum Schein für einen Mordanschlag auf Maria anwerben. In Wahrheit aber ist er nur daran interessiert Maria zu retten und verachtet Elisabeth und ihre Anhänger. Allerdings ist es nicht hauptsächlich politisches Interesse, das ihn antreibt, obwohl er des Öfteren Marias legitimen Herrschaftsanspruch betont: „Euch / Allein gebührt in Engelland zu herrschen, / Nicht dieser Afterkönigin“78. Vielmehr ist er wie schon viele vor ihm daran interessiert Maria zu retten, um sie anschließend zu besitzen. In seiner letzten gemeinsamen Szene mit Maria eröffnet er seine wahren Motive, die Maria vor ihm zurückschrecken lassen: „Ich will dich retten, kost es tausend Leben, / Ich rette dich, ich will es, doch so wahr / Gott lebt! Ich schwörs, ich will dich auch besitzen“.
Mortimer ist von Beginn des Dramas bis zu seinem Selbstmord völlig der Sinnlichkeit verhaftet. Es ist nicht etwa das Nachdenken über das Für und Wider des katholischen bzw. protestantischen Glaubens, das ihn veranlasst, zum katholischen Glauben überzutreten, sondern es ist seine Begegnung mit den Kunstschätzen der katholischen Kirche, die seine Glaubenswelt ins Wanken bringen.
1. Einführung: Darstellung der theoretischen Phase Schillers als Bindeglied zwischen Sturm und Drang und Weimarer Klassik sowie Erläuterung der Zielsetzung dieser Arbeit.
2. Schillers klassizistische Ästhetik: Analyse von Kunstautonomie, dem Konzept der schönen Seele und den dramaturgischen Anforderungen Schillers.
3. „Maria Stuart“: Untersuchung der historischen Bearbeitung, formaler Gestaltungselemente und der moralischen Entwicklung Marias.
4. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Verschränkung von Schillers Ästhetiktheorie mit der Praxis in Maria Stuart.
Schiller, Maria Stuart, Weimarer Klassik, Ästhetik, Kunstautonomie, schöne Seele, Drama, Mitleid, Euripidische Methode, Metrik, Symmetrie, moralische Freiheit, Tragödie, Erhabenheit, Affekt.
Die Arbeit untersucht, wie Schiller seine ästhetischen Theorien zur Kunst, die er nach einer intensiven philosophischen Auseinandersetzung mit Kant und der Antike entwickelte, in seinem Drama "Maria Stuart" praktisch umgesetzt hat.
Zentrale Themen sind die Kunstautonomie, das moralische Konzept der "schönen Seele", die Dramentheorie im Hinblick auf Mitleid und die spezifische formale Strukturierung durch Metrik und Symmetrie.
Das Ziel ist der Nachweis von Kontinuitätslinien zwischen Schillers theoretischen Schriften und der inhaltlichen sowie formalen Ausgestaltung des Stückes "Maria Stuart".
Die Methode besteht in der Erarbeitung von Schillers Positionen aus dessen theoretischen Schriften und deren Anwendung bzw. Überprüfung am konkreten Text des Dramas unter Zuhilfenahme von Zitaten und Sekundärliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der theoretischen Grundlagen Schillers sowie eine detaillierte Untersuchung des Dramas "Maria Stuart", unterteilt in historische Bearbeitung, formale Gestaltung und die Charakterisierung Marias.
Schiller, Maria Stuart, Weimarer Klassik, Kunstautonomie, schöne Seele, Dramentheorie und Euripidische Methode.
Mortimers Scheitern ist laut Autor konsequent, da er als Revolutionär Schillers politischen Ansichten entgegensteht und sich zudem ausschließlich von Affekten leiten lässt, was seiner Idealvorstellung eines harmonischen Menschen widerspricht.
Die Methode dient der Aufarbeitung der Vorgeschichte durch Dialoge innerhalb des Dramas, wodurch Schiller den "prägnanten Moment" findet, um das Stück nach der Verurteilung Marias, aber vor ihrer Hinrichtung, einsetzen zu lassen.
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