Examensarbeit, 2007
72 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1. Untersuchungsgegenstand, Methodik und Zielstellung
1.2. Definitionen: Erziehungsstile und Erziehungscharakteristika
1.3. Zur Auswahl der Texte
2. Untersuchung ausgewählter Texte von Christine Nöstlinger
2.1. "Ilse Janda, 14 oder Die Ilse ist weg"
2.1.1. Inhaltlicher Überblick
2.1.2. Vier unterschiedliche Erziehungsauffassungen
2.1.2.1. Die Mutter
2.1.2.2. Kurt
2.1.2.3. Oma Janda
2.1.2.4. Die Amtsrätin
2.1.3. Zusammenfassung
2.2. "Andreas oder die unteren sieben Achtel des Eisbergs"
2.2.1. Inhaltlicher Überblick
2.2.2. Drei Erziehungspersonen
2.2.2.1. Die Mutter
2.2.2.2. Der Vater
2.2.2.3. Der Großvater
2.2.3. Zusammenfassung
2.3. "Olfi Obermeier und der Ödipus"
2.3.1. Inhaltlicher Überblick
2.3.2. Das Leben im Generationenhaushalt
2.3.3. Der Vater
2.3.4. Zusammenfassung
2.4. Maikäfer flieg!
2.4.1. Inhaltlicher Überblick
2.4.2. Eine andere Zeit - Eine andere Erziehung
2.4.3. Zusammenfassung
3. Autobiografische Aspekte bei Christine Nöstlinger
3.1. Vorwort zu den biografischen Angaben
3.2. Christine Nöstlinger als Kind
3.3. Christine Nöstlinger als Erwachsene
3.4. Erziehung in Roman und Wirklichkeit
4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtungen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld der Erziehung in ausgewählten Werken von Christine Nöstlinger, wobei der Fokus auf dem Generationenkonflikt zwischen Erziehenden und Kindern liegt. Ziel ist es, die pädagogischen Konzepte der handelnden Figuren zu analysieren und zu prüfen, wie sich diese auf die Lebenswelt der Kinder auswirken.
2.1.2.1. Die Mutter
Die Mutter scheint von den bestehenden Verhältnissen überfordert. Es ist ihr nicht möglich, sich um ihre vier Kinder gleichermaßen zu kümmern und dabei auf die Bedürfnisse jedes einzelnen entsprechend einzugehen. Aus diesem Grund setzt sie die Prioritäten nicht auf die Bedürfnisse ihrer Kinder, sondern nur auf den Anschein eines harmonischen Familienlebens:
„Nur an der makellosen Fassade ist eine der Mutterfiguren Nöstlingers in ‚Ilse Janda 14 oder die Ilse ist weg’ von 1974 interessiert. Die Bedürfnisse der Kinder haben sich dieser unterzuordnen. Ihre Bemühungen sieht sie als Grundlage für den familiären Frieden…”
Dilewsky bezeichnet diesen Muttertypus als „der autoritäre, von seiner Lebenssituation überforderte und stets den Erziehungsregeln folgende Typus“, er geht jedoch nicht darauf ein, welche „Erziehungsregeln“ dies sein könnten. Denkbar wäre es, im Zusammenhang mit „Ilse Janda“ von einem Erziehungsklischee zu sprechen. Die Mutter, wie bereits erwähnt von der Situation und damit auch von ihrem Erziehungsauftrag überfordert, argumentiert nicht sondern beschimpft die Töchter und bestraft sie unangemessen („Die nächste Woche war entsetzlich. Die Mama hielt die Ilse wie einen Kettenhund. Wie einen Kettenhund, der auf Hausarbeit abgerichtet ist.“) bzw. droht mit Strafen, die sie selbst nicht durchzusetzen imstande ist:
„Dann hörte ich noch, wie die Mama von der Ilse eine Entschuldigung verlangte und ihr alle möglichen und unmöglichen Strafen androhte, wenn sie sich nicht sofort entschuldigte.“
Inwieweit sich die Vorstellungen der Mutter von einer „gesunden“ Familie von dem unterscheiden, was generell als erfülltes Familienleben, nämlich einer Atmosphäre der Geborgenheit, der Zuneigung und des gegenseitigen Vertrauens, betrachtet werden kann, wird in ihrer Beschreibung des eigenen Erziehungsziels deutlich:
„Ich will meine Kinder nicht unglücklich machen. Wirklich nicht. Ich wollte nur, dass sie ordentlich erzogen werden und anständige Manieren haben und sich richtig benehmen und, und alles! (…) Was glaubst du, was das für verzogene Kinder waren, als ich sie von der alten Janda zurückgeholt habe? Die haben doch bei der Alten alles tun können! Alles machen können! So raunzig und lästig und verwöhnt wie die waren, ha, da wäre unsere Ehe schon nach einem halben Jahr flöten gegangen!“
1. Einleitung: Klärung der methodischen Vorgehensweise, Definition der pädagogischen Grundbegriffe sowie Erörterung der Auswahlkriterien für die untersuchten Texte.
2. Untersuchung ausgewählter Texte von Christine Nöstlinger: Detaillierte Analyse der Erziehungsstile und -personen in den vier ausgewählten Romanen sowie eine vergleichende Betrachtung der Generationenkonflikte.
3. Autobiografische Aspekte bei Christine Nöstlinger: Untersuchung des Einflusses der persönlichen Biografie der Autorin und ihrer Kindheitserinnerungen auf die Darstellung von Erziehung in ihrem literarischen Werk.
4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtungen: Synthese der Einzelergebnisse und Reflexion der Kernfrage, inwiefern die Erziehungspersonen über Generationen hinweg unterschiedliche oder ähnliche pädagogische Ansätze verfolgen.
Christine Nöstlinger, Erziehung, Generationenkonflikt, Autorität, Antipädagogik, Kindheit, Jugendliche, Familie, Erziehungsstile, soziale Interaktion, Vernachlässigung, Literaturwissenschaft, Romananalyse, Elternrolle, Identifikation
Die Arbeit untersucht die Darstellung von Erziehungsproblematiken in ausgewählten Texten von Christine Nöstlinger unter besonderer Berücksichtigung des Generationenkonflikts.
Die Themen umfassen die Gegenüberstellung von autoritären und antipädagogischen Erziehungsstilen sowie die Rolle verschiedener Generationen innerhalb der familiären Strukturen.
Ziel ist es zu analysieren, welche Auffassungen von Erziehung die verschiedenen Erziehungspersonen in den Romanen vertreten und wie diese das Leben der Kinder beeinflussen.
Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse, die durch pädagogische Definitionen (u.a. nach Weber) und biografische Hintergründe der Autorin ergänzt wird.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von vier spezifischen Romanen, in denen die Protagonisten und ihr Erziehungsumfeld detailliert charakterisiert werden.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erziehung, Antipädagogik, Generationenkonflikt und soziale Interaktion charakterisiert.
Oma Janda wird als Sympathiefigur dargestellt, die Kinder als eigenständige Individuen akzeptiert, während die Amtsrätin einen rigiden, autokratischen Erziehungsstil pflegt, der auf Unterordnung basiert.
Die Amtsrätin interpretiert ihr eigenes Handeln als notwendiges Opfer für die Familie, wobei sie die Dankbarkeit anderer als Selbstverständlichkeit erwartet, um ihre eigene Position zu rechtfertigen.
Der Fokus auf materiellen Wohlstand und sozialen Status führt dazu, dass die Eltern in "Andreas" die emotionalen Bedürfnisse ihres Sohnes vernachlässigen, was letztlich zur Vereinsamung des Jugendlichen führt.
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