Diplomarbeit, 2003
129 Seiten, Note: sehr gut
Einleitung
1. Das vierte Lebensalter
2. Die Soziale Sicherung bei Pflegebedürftigkeit
2.1 Die Pflegeversicherung
2.2 Die Funktion der Sozialhilfe
2.3 Die Zukunft der Pflegeversicherung
3. Arbeiten und Leben im Alten- und Pflegeheim
3.1 Die Qualitätssicherung in der Altenpflege
3.2 Die Finanzierung von Alten- und Pflegeheimen
3.3 Die Anforderungen an die Pflege
3.4 Die Pflege zwischen Anspruch und Möglichkeiten
3.5 Das Leben im Alten- und Pflegeheim
3.6 Alternative Heimkonzepte
3.6.1 Lebensweltorientierte Heimkonzepte
3.6.2 Wohngruppen/ Hausgemeinschaften
3.6.3 Die besondere stationäre Dementenbetreuung
3.6.4 Das ‘Drei-Welten-Modell’
4. Die Soziale Arbeit in der stationären Altenhilfe
4.1 Die Bewohnerzentrierte Ebene
4.2 Die Gemeinwesenorientierte Ebene
4.3 Die Institutions- und Mitarbeiterbezogene Ebene
4.4 Die rechtliche Verankerung Sozialer Arbeit im Heim
5. Konzeptentwicklung für das Aufgabenfeld Sozialer Arbeit im Seniorenheim Nordstadt
5.1 Das Seniorenheim Nordstadt
5.1.1 Die Bewohner
5.1.2 Die Personalausstattung im September 2003
5.1.3 Der Alltag der Heimbewohner
5.2 Die Aufgabenbereiche Sozialer Arbeit im Seniorenheim Nordstadt
5.2.1 Die Bewohnerzentrierten Aufgaben
5.2.2 Biographiearbeit
5.2.3 Einzelförderung für gerontopsychiatrisch veränderte alte Menschen
5.2.3.1 Erinnerungsarbeit
5.2.3.2 ‘Snoezelen’ (Basale Stimulation)
5.2.4 Vorfeld- und Integrationsarbeit mit neuen Heimbewohnern
5.2.5 Psychosoziale Begleitung/ Krisenintervention
5.2.6 Die Stärkung des Heimbeirats
5.2.7 Zeitstrukturierende Angebote
5.2.7.1 Teilhabe der Bewohner am Heimalltag
5.2.7.2 Struktur für Menschen mit Demenz
5.2.7.3 Sozialpädagogische Gruppenangebote
5.2.7.4 Hausinterne Veranstaltungen
5.3 Die Gemeinwesenarbeit
5.3.1 Die Stadtteilarbeit
5.3.2 Die Angehörigenarbeit
5.3.3 Bürgerschaftliches Engagement
5.3.4 Die Öffentlichkeitsarbeit
5.4 Die Institutions- und Mitarbeiterbezogene Ebene
5.4.1 Die Milieugestaltung
5.4.2 Die Mitwirkung an der Organisationsentwicklung
5.4.3 Die Einführung von ‘Fingerfood’
5.4.4 Die Kooperation mit den Altenpflegern
5.4.5 Die Begleitung von Altenpflegeschülern, Praktikanten, FSJ-, Honorarkräften
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und die spezifischen Möglichkeiten Sozialer Arbeit in der vollstationären Altenhilfe unter den derzeitigen rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie Soziale Arbeit zur Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität und Autonomie hochbetagter Menschen, insbesondere von Menschen mit Demenz, beitragen kann.
Die Soziale Arbeit in der stationären Altenhilfe
Noch vor zehn Jahren wohnten alte Menschen zwischen sechs und acht Jahren in Alten- und Pflegeheimen, inzwischen hat sich der Verweil durchschnittlich um ein bis zwei Jahre verkürzt. Dennoch belegen die Bewohner, die länger als drei Jahre im Heim wohnen, zwei Drittel der Platzkapazitäten der Heime. Aus der Verminderung der durchschnittlichen Verweildauer darf auf keinen Fall gefolgert werden, dass soziale und rehabilitative Arbeit im Heim nicht mehr angebracht ist. Es ist falsch zu glauben, in einem Altersheim sei gute Lebensqualität, insbesondere mehr Wohnlichkeit, mehr Mitspracherecht der Bewohner, Aktivierung und Rehabilitation nicht mehr nötig. Einen großen Anteil der Qualität der Versorgung in Pflegeheimen macht, neben der Pflege, die Soziale Betreuung aus.
Die Sozialarbeit in Altenheimen kann dazu beitragen, dass Heime so verändert werden, dass sie in der Konsequenz keine ‘totalen’ Institutionen mehr sind. Schon etliche Jahre vor Einführung der Pflegeversicherung wurden mit den konzeptionellen Neuorientierungen der Altenheime zu einer aktivierenden, ganzheitlichen und gemeinwesenorientierten Betreuung von Sozialarbeitern breit gefächerte Aspekte der Sozialen Betreuung in gesonderten Sozialdiensten entwickelt. Gegenüber anderen Berufsgruppen (medizinischen, pflegerischen und rehabilitativen) kann die Soziale Arbeit die Auswirkungen gesellschaftlicher Bedingungen und lebenslanger Sozialisationsprozesse auf das Altern und die Alterssituation berücksichtigen. Beide Ausrichtungen fließen im Normalfall bei der Ausübung der Berufspraxis zusammen.
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die demographische Entwicklung und die daraus resultierenden Herausforderungen für die stationäre Altenhilfe, insbesondere für hochaltrige Menschen mit Demenz.
1. Das vierte Lebensalter: Dieses Kapitel thematisiert die lebensphasenorientierte Betrachtung des Alters und die Bedeutung von Wohnraum und Lebensqualität für hochaltrige Menschen.
2. Die Soziale Sicherung bei Pflegebedürftigkeit: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen des SGB XI und der Pflegeversicherung kritisch hinsichtlich des Leistungsanspruchs der 'Sozialen Betreuung' analysiert.
3. Arbeiten und Leben im Alten- und Pflegeheim: Das Kapitel erläutert gesetzliche Anforderungen an Qualität und Finanzierung, die Probleme der Finanzierung durch leistungsgerechte Entgelte sowie alternative Heimkonzepte.
4. Die Soziale Arbeit in der stationären Altenhilfe: Die verschiedenen Ebenen der Sozialen Arbeit (bewohnerzentriert, gemeinwesenorientiert, institutions- und mitarbeiterbezogen) werden als wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität herausgearbeitet.
5. Konzeptentwicklung für das Aufgabenfeld Sozialer Arbeit im Seniorenheim Nordstadt: In diesem Kapitel wird basierend auf der Analyse des Seniorenheims Nordstadt ein konkretes Konzept für die Soziale Arbeit entwickelt.
6. Resümee: Das Fazit fasst die Notwendigkeit Sozialer Arbeit als integraler Bestandteil der Altenhilfe zusammen, um eine menschenwürdige Begleitung in der letzten Lebensphase sicherzustellen.
Soziale Arbeit, stationäre Altenhilfe, Pflegeversicherung, Lebensqualität, Demenz, Biographiearbeit, Gemeinwesenarbeit, Qualitätsmanagement, Seniorenheim, Normalisierung, Soziale Betreuung, Angehörigenarbeit, Hochaltrigkeit, Pflegeheim, Institutionsanalyse.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Rahmenbedingungen und spezifischen Möglichkeiten der Sozialen Arbeit in der stationären Altenhilfe unter Berücksichtigung der aktuellen demographischen und politischen Situation.
Zentrale Themen sind die Finanzierung und Qualitätssicherung in Pflegeheimen, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und die verschiedenen methodischen Handlungsfelder Sozialer Arbeit im Heimkontext.
Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit dazu beitragen kann, die Lebensqualität und Autonomie hochaltriger Menschen in stationären Einrichtungen trotz schwieriger Rahmenbedingungen zu erhalten und zu fördern.
Die Arbeit nutzt eine theoretische Fundierung durch Literaturanalyse sowie eine praxisorientierte Konzeptentwicklung für ein konkretes Seniorenheim als Fallbeispiel.
Der Hauptteil gliedert sich in die Auseinandersetzung mit gesetzlichen Grundlagen, die Analyse von Heimalltag und Bewohnerstruktur sowie die detaillierte Ausarbeitung von Aufgabenbereichen Sozialer Arbeit.
Wichtige Begriffe sind Soziale Arbeit, stationäre Altenhilfe, Lebensqualität, Demenz, Biographiearbeit, Gemeinwesenarbeit und Qualitätsmanagement.
Die Biographiearbeit dient dazu, die personale Identität der Bewohner zu bewahren und den Pflegenden ein tieferes Verständnis für die individuellen Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Heimbewohner zu ermöglichen.
Das entwickelte Konzept wird als notwendiges Instrument angesehen, um eine koordinierte Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsbereichen (Pflege, Hauswirtschaft, Soziale Arbeit) zu ermöglichen und die Dienstleistungsqualität sowie die Bewohnerzufriedenheit zu steigern.
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