Diplomarbeit, 2008
88 Seiten, Note: gut
1 Einleitung
2 Familie als eine Basis für die optimale Entwicklung des Kindes
3. Gewalt in der häuslichen Erziehung
3.1 Begriffsklärung Gewalt/ Häusliche Gewalt
3.2 Gewalt gegen Kinder und Jugendliche
3.3 Aktuelle Studien aus Deutschland zu innerfamiliärer Gewalt gegen Kinder
4 Formen häuslicher Gewalt gegen Kinder und ihre Ursachen
4.1 Gewaltformen
4.1.1 Körperliche/physische Gewalt
4.1.2 Emotionale/psychische Gewalt
4.1.3 Sexuelle Gewalt
4.1.4 Das Münchhausen-by-proxy-Syndrom
4.2 Ursachen häuslicher Gewalt gegen Kinder
5 Kindesvernachlässigung als eine Form der häuslichen Gewalt
5.1 Definition von Vernachlässigung
5.2 Formen von Vernachlässigung
5.3 Ablehnung und Vernachlässigung von Säuglingen – eine Studie
5.3.1 Themeneinführung
5.3.2 Ergebnisse der Studie
5.3.3 Weitere Entwicklung der Kinder
5.4 Häufigkeit von Vernachlässigung
5.5 Folgen der Vernachlässigung
5.6 Vernachlässigung aus bindungstheorethischer Sicht
5.6.1 Bindungstheorie
5.6.2 Bindungsmuster
5.6.3 Bindungsstrategie bei vernachlässigten Kindern
5.7 Ursachen und Risikofaktoren von Vernachlässigung
6 Prävention bei Gewalt und Vernachlässigung in der häuslichen Erziehung
6.1 Blick über die Ländergrenzen hinaus – Gewaltfreie Erziehung in Europa
6.2 Psycho-soziale Hilfen in der frühen Kindheit – Vorstellen weltweit angewandter präventiver Maßnahmen
6.3 Maßnahmen des Staates zur Unterstützung der Prävention bei Kindeswohlgefährdung
6.4 Merkmale für eine Prävention mit Erfolgsaussichten
6.5 Jugendhilfe und Prävention
6.5.1 Gesetzlicher Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung und dessen Anspruch an die Sozialarbeiter
6.5.2 Präventive Arbeitsansätze des Allgemeinen Sozialen Dienstes zur frühzeitigen Gefährdungserkennung
6.6 Präventionsprojekte in Deutschland
6.6.1 Der Kinderschutzbogen – ein Diagnoseinstrument
6.6.1.1 Hintergründe zur Entwicklung des Diagnoseinstrumentes für die Kinderschutzarbeit im Allgemeinen Sozialen Dienst
6.6.1.2 Einsatz des Kinderschutzbogens
6.6.1.3 Inhalte und Struktur des Kinderschutzbogens
6.6.1.4 Erfahrungen mit dem Kinderschutzbogen
6.6.2 Präventionsprojekt „Zukunft für Kinder in Düsseldorf“
6.6.2.1 Ausgangslagen
6.6.2.2 Ziele und Inhalte
6.6.2.3 Evaluation des Projektes
6.6.2.4 Ausblicke
Schlussbetrachtungen
Diese Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Formen der Gewalt in der häuslichen Erziehung, den Ursachen dieser Problematik und der Rolle der Sozialen Arbeit bei der Prävention und dem Kinderschutz in Deutschland.
4.1.4 Münchenhausen-by-proxy-Syndrom
Als eine in der Regel seltene und ungewöhnliche Form der Kindesmisshandlung wird das Münchhausen-by-proxy-Syndrom bezeichnet.
Durch eine nahe Bezugsperson wird die Erkrankung eines Kindes fälschlich angegeben, vorgetäuscht, künstlich erzeugt beziehungsweise aufrechterhalten (vgl. Kindler 2006, S. 7). Körperliche oder psychische Krankheitsbilder werden vorgetäuscht, um so Aufnahme in Krankenhäuser, medizinische Behandlung oder Maßnahmen, wie Operationen und aufwendige diagnostische Eingriffe zu erreichen. Kinder mit unterschiedlichsten Beschwerden werden immer wieder Ärzten vorgestellt oder in Kliniken eingeliefert, wobei keine organische Ursache gefunden werden kann. Die Beschwerden gehen während des Krankenhausaufenthaltes zurück, treten jedoch im häuslichen Umfeld immer wieder, sogar verstärkt und mit zusätzlicher Symptomatik auf (vgl. Novara 2005, S. 128). Bei den medizinischen Vorstellungen werden die wahren Ursachen für das angegebene oder vom Kind gezeigte Beschwerdebild nicht mitgeteilt. Zur Weiterentwicklung der Definition ist insbesondere der Vorschlag umstritten, vom Münchhausen-by-proxy-Syndrom nur dann zu sprechen, wenn die verursachende Bezugsperson hauptsächlich die Misshandlung durchführt, um über das Kind im Mittelpunkt medizinischer Aufmerksamkeit zu stehen.
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit einer gewaltfreien Erziehung und leitet die Relevanz der Kindeswohlthematik für die Soziale Arbeit her.
2 Familie als eine Basis für die optimale Entwicklung des Kindes: Dieses Kapitel beschreibt die Familie als primäres Bezugssystem für die Persönlichkeitsentwicklung und definiert grundlegende Bedürfnisse von Kindern.
3. Gewalt in der häuslichen Erziehung: Hier erfolgt eine Begriffsbestimmung von Gewalt und häuslicher Gewalt sowie eine Darstellung aktueller Studien zur Gewalt gegen Kinder in Deutschland.
4 Formen häuslicher Gewalt gegen Kinder und ihre Ursachen: Dieser Teil differenziert zwischen körperlicher, psychischer und sexueller Gewalt sowie dem Münchhausen-by-proxy-Syndrom und analysiert deren Ursachen.
5 Kindesvernachlässigung als eine Form der häuslichen Gewalt: Das Kapitel definiert Vernachlässigung, beleuchtet ihre Formen, Häufigkeit und bindungstheoretische Aspekte sowie die spezifischen Folgen für die Entwicklung des Kindes.
6 Prävention bei Gewalt und Vernachlässigung in der häuslichen Erziehung: Der letzte Teil fokussiert auf internationale Vergleichsbeispiele, staatliche Maßnahmen, die Rolle der Jugendhilfe sowie die Vorstellung konkreter Präventionsprojekte in Deutschland.
Kindeswohlgefährdung, Kindesvernachlässigung, Häusliche Gewalt, Prävention, Soziale Arbeit, Kinderschutz, Kinderschutzbogen, Bindungstheorie, Jugendhilfe, Allgemeiner Sozialer Dienst, Kindesmisshandlung, Familienhebammen, Erziehungsalltag, Frühförderung, Familiensystem
Die Diplomarbeit befasst sich mit den verschiedenen Gewaltformen und Vernachlässigungsszenarien in der häuslichen Erziehung und analysiert deren Auswirkungen sowie Präventionsmöglichkeiten innerhalb der Sozialen Arbeit.
Zentral sind die Definition und Einordnung von Kindesmisshandlung, Kindesvernachlässigung, die Rolle der Bindungstheorie für die kindliche Entwicklung und die staatlichen sowie präventiven Ansätze zum Schutz von Kindern.
Das Ziel ist es, die Hintergründe von häuslicher Gewalt zu verdeutlichen und präventive Arbeitsansätze in der Jugendhilfe – insbesondere die Aufgaben des Allgemeinen Sozialen Dienstes – kritisch zu beleuchten.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung aktueller Studien zur Gewalt in Familien sowie der Analyse praktischer Präventionsinstrumente.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gewaltformen, die tiefergehende Untersuchung von Kindesvernachlässigung (inklusive bindungstheoretischer Sicht) und die Vorstellung präventiver Modellprojekte wie dem Kinderschutzbogen.
Wichtige Begriffe sind Kindeswohlgefährdung, Prävention, Jugendhilfe, Kinderschutzbogen, Bindungstheorie und Vernachlässigung.
Aktive Vernachlässigung ist das wissentliche Verweigern notwendiger Handlungen durch Bezugspersonen, während die passive Form oft aus einer Überforderung, fehlendem Wissen oder einer eingeschränkten Wahrnehmung der Bedarfssituation resultiert.
Er wird als strukturiertes Wahrnehmungs- und Bewertungsinstrument eingeführt, das Fachkräften in Jugendämtern hilft, Gefährdungslagen objektiver zu erkennen und fundierter zu dokumentieren.
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