Examensarbeit, 2008
117 Seiten, Note: 3
1. Zur Definition phantastischer Literatur
1.1. Minimalistische Definition: Tzvetan Todorov
1.2. Theorien von Louis Vax und Roger Caillois
1.3. Maximalistische Definition: Gerhard Haas
2. Zur Definition phantastischer Kinder- und Jugendliteratur
2.1. Die frühe Forschung: Anna Krüger, Ruth Koch und Göte Klingberg
2.2. Theorie der Dreiteilung der sekundären Welt: Maria Nikolajeva
2.3. Forschungsergebnisse zur Phantastikdefinition der 1990er Jahre
2.4. Neueste Forschungsergebnisse
2.5. Abgrenzungsversuch der Begriffe nach Kaulen
3. Abgrenzung der phantastischen Literatur zu benachbarten Genres
3.1. Abgrenzung vom Märchen
3.2. Abgrenzung von Fantasy
3.3. Abgrenzung von Science Fiction
3.4. Abgrenzung von (Anti-)Utopie
4. Themen und Motive der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur
4.1. Phantastische Reisen
4.2. Die phantastische Schwelle
4.3. Das fremde Kind
4.4. Hexen und Zauberer
4.5. Der Kampf zwischen Gut und Böse
5. Funktionen der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur
II. Das Böse
1. Was ist das Böse? – Ein Definitionsversuch
2. Warum gibt es das Böse? – Die Dichotomie von Gut und Böse
3. Streiten um das Böse – Das Problem der Theodizee
4. Das Böse als Triebfeder des Fortschritts
5. Heiligt der Zweck alle Mittel?
6. Die Selbstverteidigung der Menschheit
7. Der Kampf gegen die ohnmächtige Verzweiflung
8. Die Figur des Teufels
9. Die Faszination des Bösen
III. Inszenierungen des Bösen in phantastischer Kinder- und Jugendliteratur
1. Astrid Lindgren: Mio, mein Mio
1.1. Das Land Außerhalb – Die Welt der Dunkelheit
1.2. Ritter Kato – Personifikation des Bösen
2. Astrid Lindgren: Die Brüder Löwenherz
2.1. Das Land Karmanjaka
2.2. Tengil, der Tyrann
3. James Krüss: Timm Thaler
4. Otfried Preußler: Krabat
4.1. Das Leben auf der Mühle
4.2. Figuren des Bösen: Der Müller und der Gevatter
4.3. Die Funktion der Träume
4.4. Christliche Motive
5. Michael Ende: Momo
5.1. Die grauen Herren – Diebe der Zeit
5.2. Gesellschafts- und Zivilisationskritik in Momo
6. Joanne K. Rowling: Harry Potter
6.1. Lord Voldemort
6.2. Die Todesser
6.3. Die Dementoren
6.4. Ambivalenz der Figuren
7. Inszenierungen des Bösen in phantastischer Kinder- und Jugendliteratur – eine Zusammenfassung
IV. Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht die Inszenierung und Darstellung des Bösen in ausgewählten Werken der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur über einen Zeitraum von etwa 50 Jahren. Dabei wird der zentralen Forschungsfrage nachgegangen, wie das Böse in diesen phantastischen Welten charakterisiert wird, welche Rolle es im Kampf zwischen Gut und Böse einnimmt und ob sich die Inszenierungsweisen des Bösen im Laufe der Zeit gewandelt haben oder einem Paradigmenwechsel unterliegen.
1.1. Minimalistische Definition: Tzvetan Todorov
Der wohl meistzitierte aber auch meistumstrittenste Beitrag zur internationalen Phantastikforschung ist die 1970 in Frankreich erschienene Abhandlung Introduction à la littérature fantastique (dt. Einführung in die fantastische Literatur, 1972) des bulgarischen Literaturtheoretikers Tzvetan Todorov.
Todorovs Forschungsansatz ist strukturalistisch angelegt und rückt den Leser in den Mittelpunkt der Argumentation, was auch Nix (2002, S. 21) bestätigt. Dabei lässt Todorov „nicht das phantastische Ereignis an sich, sondern allein die [subjektive] Reaktion des im Text implizierten Lesers auf dieses Ereignis als Kriterium des Phantastischen gelten“ (Nix 2002, S. 21). Todorov (1992, S. 26) definiert Phantastik dann auch als „die Unschlüssigkeit, die ein Mensch empfindet, der nur die natürlichen Grenzen kennt und sich einem Ereignis gegenübersieht, das den Anschein des Übernatürlichen hat“.
1. Zur Definition phantastischer Literatur: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Phantastikbegriffs, ausgehend von strukturalistischen und inhaltlichen Ansätzen wie denen von Todorov, Vax und Caillois.
2. Zur Definition phantastischer Kinder- und Jugendliteratur: Hier wird die spezifische Entwicklung der Phantastikforschung im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur nachgezeichnet, von frühen Ansätzen bis hin zu modernen Modellen wie der Dreiteilung der Welt bei Nikolajeva.
3. Abgrenzung der phantastischen Literatur zu benachbarten Genres: Dieses Kapitel stellt die notwendige Differenzierung der phantastischen Literatur von verwandten Genres wie Märchen, Fantasy, Science Fiction und (Anti-)Utopie dar.
4. Themen und Motive der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur: Es werden zentrale wiederkehrende Motive wie phantastische Reisen, Schwellen, Hexen und der Kampf zwischen Gut und Böse analysiert.
5. Funktionen der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur: Dieses Kapitel beleuchtet den pädagogischen und funktionalen Nutzen der Phantastik, etwa als Mittel zur Bewältigung seelischer Krisen oder zur Ausweitung des Lebensraumes.
II. Das Böse: Eine philosophische und theologische Annäherung an den Begriff des Bösen, die Fragen der Theodizee, die Figur des Teufels und die menschliche Faszination für das Böse diskutiert.
III. Inszenierungen des Bösen in phantastischer Kinder- und Jugendliteratur: Dieser Kernteil bietet detaillierte Einzelanalysen der gewählten Primärwerke (Astrid Lindgren, James Krüss, Otfried Preußler, Michael Ende, Joanne K. Rowling) im Hinblick auf ihre Darstellung des Bösen.
IV. Ausblick: Eine abschließende Reflektion über die Grenzen der vorliegenden Untersuchung und Vorschläge für zukünftige Forschungsansätze zu weiterführenden Werken.
Phantastische Kinder- und Jugendliteratur, Das Böse, Gut gegen Böse, Theodizee, Phantastikforschung, Teufelsfigur, Paradigmenwechsel, Motivforschung, Erzählstruktur, Literaturtheorie, Kindheit, Literaturdidaktik, Ambivalenz, Schwellenmotive, Kapitalismuskritik.
Die Arbeit untersucht die Inszenierung und Darstellung des Bösen in phantastischen Romanen für Kinder und Jugendliche über einen Zeitraum von etwa 50 Jahren.
Zu den Kernbereichen gehören die Definition der Phantastik, die philosophische Analyse des Bösen, die Rolle des Teufels in der Literatur sowie die kritische Untersuchung von Machtstrukturen und der Entwicklung von literarischen Archetypen.
Das Hauptziel ist es zu ergründen, wie das Böse dargestellt wird, welche Funktion es innerhalb der Erzählungen erfüllt und ob sich über die Jahrzehnte hinweg ein Wandel in der moralischen Zeichnung von "bösen" Figuren vollzogen hat.
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die theoretische Ansätze zur Phantastik mit textnahen Analysen der ausgewählten Primärliteratur kombiniert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Begriff des Bösen (Teodizee, Teufelsbild) und eine detaillierte Einzelanalyse von Schlüsselwerken, darunter Klassiker von Astrid Lindgren, James Krüss, Otfried Preußler, Michael Ende und Joanne K. Rowling.
Wichtige Begriffe sind Phantastische Literatur, Inszenierungen des Bösen, Paradigmenwechsel, Motivforschung, Gut-Böse-Dichotomie und Literatur für Kinder und Jugendliche.
Die Arbeit zeigt einen Trend weg von einer klaren, statischen Schwarz-Weiß-Malerei (wie bei Lindgrens frühem Werk) hin zu komplexeren, ambivalenten Figurenzeichnungen und einer stärkeren gesellschaftskritischen Komponente (wie bei Michael Ende und Joanne K. Rowling).
Die Teufelsfigur fungiert oft als Projektionsfläche für das Böse, wobei sie durch Masken (wie Herrn Lefuet in "Timm Thaler") oder mythologische Verweise personifiziert wird, um das abstrakt Böse greifbar und damit thematisierbar zu machen.
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