Masterarbeit, 2019
104 Seiten, Note: 1,3
1. Johannes Brahms und der „ungarische Stil“
2. Der Entstehungsprozess der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103
2.1 Die Ungarischen Tänze WoO 1
2.2 Die Zigeunerlieder op. 103
3. Brahms´ Beziehung zu Ungarn
4. Musikalische Entwicklungen im Ungarn des 19. Jahrhunderts
4.1 Geschichtliche und gesellschaftliche Aspekte
4.2 Ungarische Musikstile
4.2.1 Die einstimmigen ungarischen Volkslieder
4.2.2 Verbunkos und Csárdás
4.2.3 Das volkstümliche Kunstlied
4.2.4 Zusammenfassung der Stilmerkmale
4.3 Die Zigeunermusiker und ihre Vortragsweise
4.4 Die Integration der Stile in die westeuropäische Kunstmusik
5. Brahms´ Kompositionen und die Vorlagen im Vergleich
5.1 Die Ungarischen Tänze und die Vorlagen des Brahms-Nachlasses
5.1.1 Die Melodien
5.1.2 Anlage der Werke
5.1.3 Form
5.1.4 Beispiele der Umsetzung des „ungarischen Stils“
5.1.5 Schlussfolgerung
5.2 Die Zigeunerlieder op. 103 und die Ungarischen Liebeslieder
5.2.1 Verwandtschaft
5.2.2 Anlage der Werke
5.2.3 Form
5.2.4 Beispiele für die Umsetzung des ungarischen Stils und der zigeunerischen Vortragsweise
5.5 Schlussfolgerung
6. Werkbetrachtungen
6.1 Beispiele zweier unterschiedlicher Ausdrucksmöglichkeiten des „ungarischen Stils“
6.1.1 Ungarischer Tanz Nr. 6
6.1.2 Zigeunerlied Nr. 1: He, Zigeuner, greife in die Saiten ein
6.2 Der „ungarische Stil“ als Inspiration für Komposition und Interpretation
6.2.1 Ungarischer Tanz Nr. 11
6.2.2 Lied Nr. 8: “Horch, der Wind klagt in den Zweigen traurig sacht”
7. Brahms´ Erhöhung der ungarischen Musik in der Kunstform
Diese Arbeit untersucht, wie Johannes Brahms in seinen Ungarischen Tänzen WoO 1 und den Zigeunerliedern op. 103 den sogenannten „ungarischen Stil“ (style hongrois) verarbeitete. Ziel ist es, die Unterschiede zwischen den originalen ungarischen Vorlagen und Brahms' Kompositionen zu analysieren, um aufzuzeigen, wie der Komponist ungarische Elemente in die westeuropäische Kunstmusik integrierte und dabei seinen eigenen Stil entwickelte.
Die Integration der Stile in die westeuropäische Kunstmusik
Im Zuge der Faszination des Anderen, dem Exotismus, integrierte man in der Musik Stilanleihen anderer Kulturen in die westeuropäische Kunstmusik. Im Hinblick auf Ungarn entstand so der style hongrois, dessen Blütezeit zwischen dem letzten Viertel des 18. und dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts anberaumt wird. Er stellt letztlich keinen eigenen Stil, sondern eine Zusammenfassung musikalischer Mittel vor allem des Verbunkos, des Csárdás, des volkstümlichen Kunstliedes und der Vortragsweise der Zigeunermusiker dar.
Es sei darauf verwiesen, dass viele der im Folgenden genannten Merkmale wie Punktierungen oder Triolen für sich genommen noch keinen ausreichenden Nachweis des style hongrois darstellen. Meist bedarf es einer Häufung oder Kombination mit einschlägigen Stilmitteln, wie beispielsweise dem Choriambus. Die Stilausprägungen können daher sehr unterschiedlich ausfallen, weshalb es nur selten möglich ist, „die nationale Substanz eines musikalischen Stils mit greifbaren Kriterien dingfest zu machen“, zumal sie oft nicht nur durch eindeutige Kriterien erkennbar ist, sondern auch durch Tonfärbungen oder rhythmische Differenzierungen, welche wissenschaftlich nur schwer zu umreißen sind.
Der style hongrois wurde von den Komponisten bewusst verwendet um direkte Assoziationen mit Ungarn oder den Zigeunern zu wecken, wobei seine Elemente ganz unterschiedlich eingesetzt werden konnten. Das von Ungarn nicht weit entfernt liegende Wien erfuhr durch die zahlreich durchreisenden konzertierenden Zigeunerkapellen viele Inspirationen, welche sich in manchen Operetten und auch in der westeuropäischen Kunstmusik niederschlugen.
Johannes Brahms und der „ungarische Stil“: Diese Einleitung positioniert Brahms im Kontext der westeuropäischen Kunstmusik und erläutert seine Auseinandersetzung mit dem style hongrois.
Der Entstehungsprozess der Ungarischen Tänze WoO 1 und der Zigeunerlieder op. 103: Das Kapitel beleuchtet die Genese beider Werke und die Rolle der ungarischen Quellen sowie Brahms’ Zusammenarbeit mit Verlegern.
Brahms´ Beziehung zu Ungarn: Hier werden die biografischen Verbindungen des Komponisten zu Ungarn, seine Konzertreisen und sein Austausch mit ungarischen Musikern dargestellt.
Musikalische Entwicklungen im Ungarn des 19. Jahrhunderts: Dieser Teil analysiert die historischen und kulturellen Rahmenbedingungen sowie die Entwicklung der verschiedenen ungarischen Musikstile.
Brahms´ Kompositionen und die Vorlagen im Vergleich: Das Kernkapitel vergleicht die Ungarischen Tänze und Zigeunerlieder direkt mit den jeweiligen ungarischen Vorlagen aus dem Brahms-Nachlass.
Werkbetrachtungen: Detaillierte analytische Untersuchung ausgewählter Tänze und Lieder hinsichtlich ihrer stilistischen Umsetzung.
Brahms´ Erhöhung der ungarischen Musik in der Kunstform: Das Fazit fasst zusammen, wie Brahms ungarische Musik auf eine Ebene der westeuropäischen Kunstmusik hob.
Johannes Brahms, Ungarische Tänze, Zigeunerlieder, style hongrois, ungarische Musik, Verbunkos, Csárdás, magyar nóta, Zigeunerkapellen, Musikgeschichte, Kompositionsanalyse, Volksmusik, Kunstlied, 19. Jahrhundert, ungarische Folklore
Die Arbeit untersucht, wie Johannes Brahms ungarische musikalische Einflüsse in seinen Werken, konkret in den Ungarischen Tänzen WoO 1 und den Zigeunerliedern op. 103, verarbeitet hat.
Die Arbeit fokussiert auf die musikalischen Stile Ungarns im 19. Jahrhundert, die historische Beziehung von Brahms zu diesem Land und die konkrete kompositorische Analyse seiner Werke im Vergleich mit originalen Vorlagen.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Brahms zwischen authentischen ungarischen Volksmusik-Elementen und den Anforderungen der westeuropäischen Kunstmusik vermittelt und dabei eine eigene ästhetische Synthese schafft.
Die Autorin nutzt eine vergleichende musikwissenschaftliche Analyse, bei der Notendrucke und handschriftliche Quellen aus dem Brahms-Nachlass direkt den fertigen Kompositionen gegenübergestellt werden.
Neben dem historischen Kontext wird detailliert analysiert, wie Brahms Melodie, Rhythmus, Form und Harmonik der ungarischen Vorlagen transformiert und in seine eigene Klangsprache überführt hat.
Zentrale Begriffe sind der „ungarische Stil“ (style hongrois), Verbunkos, Csárdás, die magyar nóta sowie die Zigeunerkapellen als historische Vermittler dieser Stile.
Während die Tänze oft stärker das virtuose, teils improvisatorische Temperament der Kapellen aufgreifen, werden die Zigeunerlieder kunstvoller in eine strukturierte, eher dem Kunstlied nahestehende Form überführt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Brahms nicht lediglich Volksmusik kopierte, sondern sie durch künstlerische „Erhöhung“ in eine Kunstform transformierte, die den westlichen Hörgewohnheiten entsprach.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

