Diplomarbeit, 2008
92 Seiten, Note: 1,7
1. Einführung
2. Demografie
2.1 Die Prognosen zur quantitativen Entwicklung der Pflegebedürftigkeit
2.2 Die Prognosen zur quantitativen Entwicklung der Menschen mit Demenz
3. Begriffsdefinitionen
3.1 Demenz
3.2 Lebensqualität
3.3 Hausgemeinschaft
3.3.1 Definition der Hausgemeinschaft durch das KDA
3.3.2 Definition Hausgemeinschaft der CBT
3.3.3 Gegenüberstellung der Konzepte
3.4 Assessmentinstrumente
4. Vorstellung des „Heidelberger Instruments zur Erfassung von Lebensqualität bei Demenz“ (H.I.L.DE)
4.1 Allgemeine Informationen zu H.I.L.DE
4.2 Inhaltliche Struktur von H.I.L.DE
4.2.1 Kompetenzgruppen
4.2.2 Medizinische Versorgung und Schmerzerleben
4.2.3 Räumliche Umwelt
4.2.4 Aktivitäten
4.2.5 Soziales Bezugssystem
4.2.6 Emotionalität
4.3. Formale Struktur von H.I.L.DE
4.4 Praktikabilität
4.5 Bedeutung für die Pflegekräfte
4.6 Abschließende Bewertung von H.I.L.DE
5. Vorstellung des Trägers und der Einrichtung
5.1 Das Unternehmen CBT und das Wohnhaus St. Michael
5.2 Das Begleitungs- und Hausgemeinschaftskonzept
5.3 Der Unterschied zwischen einer herkömmlichen Wohngruppe (Begleitungskonzept) und einer Hausgemeinschaft
6. Datenerhebung
6.1 Hypothesenentwicklung
6.2 Bewohnerauswahl durch Einschluss- und Ausschlusskriterien
6.3 Prozess der Datenerhebung
7. Darstellung und Auswertung der Ergebnisse
7.1 Dimensionen Schmerzerleben und Räumliche Umwelt
7.2 Dimension Aktivität
7.3 Dimension Emotionales Erleben
8. Fazit
8.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.2 Diskussion des Vorgehens in der Arbeit
8.3 Ausblick
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher Wohnformen – Hausgemeinschaft vs. herkömmliche Wohngruppe – auf die Lebensqualität von an Demenz erkrankten Bewohnern. Ziel ist es, mittels des „Heidelberger Instruments zur Erfassung von Lebensqualität bei Demenz“ (H.I.L.DE) Erkenntnisse über die Wirksamkeit milieutherapeutischer Konzepte zu gewinnen.
1. Einführung
Anlass für diese Arbeit ist die Tatsache, dass die Zahl älterer Menschen in der Bundesrepublik Deutschland laut Statistischem Bundesamt (2008a) zunimmt. Gleichzeitig steigt auch die Anzahl der Menschen, die an Demenz erkranken. Aufgrund eines politisch gewollten und in der Realität feststellbaren immer späteren Einzugs in eine Einrichtung der stationären Altenhilfe, hat sich das Verhältnis von psychisch gesunden und psychisch kranken (dementen) Menschen in diesen Institutionen extrem verschoben. Nach der Gesundheitsberichtserstattung des Bundes betrug die Zahl der an Demenz erkrankten Heimbewohner 2005 über 60% (Bickel 2005). Hieraus erwächst eine besondere Verantwortung, insbesondere für die Träger von Einrichtungen der stationären Altenhilfe. Die Verantwortung bezieht sich unter anderem auf konzeptionelle Schwerpunkte des Wohnens und der Betreuungsformen, hierunter sind integrative (psychisch gesunde und psychisch Kranke leben gemeinsam), segregative (psychisch Kranke leben getrennt) oder teilsegregative (psychisch Kranke leben zeitweise getrennt) Angebote gemeint (Schneekloth, 2005 S.8).
Die Hausgemeinschaft, als eine konzeptionelle Antwort der stationären Altenpflege auf die wachsende Zahl von an Demenz erkrankten Menschen (Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA) 2000) und die Personalentwicklung haben zur Aufgabe, die durch Demenz erworbenen Defizite zu kompensieren. Dies soll zu einer größtmögliche Lebensqualität der betroffenen Menschen führen. Die Konzeption soll milieutherapeutisch Geborgenheit, Sicherheit und Wohlbefinden vermitteln und die Personalqualifikation soll zu einem professionellen, empathischen, ethisch vertretbaren und personseinerhaltenden (Kitwood 1997, S.133) Umgang mit der betroffenen Klientel führen. Unberücksichtigt bleiben in dieser Arbeit Fragen und Aspekte der Wirtschaftlichkeit, der Gesundheitsökonomie und der Rechtswissenschaft.
1. Einführung: Diese Einleitung begründet die Relevanz der Untersuchung aufgrund demografischer Veränderungen und der Notwendigkeit alternativer Wohnkonzepte für demenzkranke Menschen.
2. Demografie: Es werden statistische Prognosen zur Entwicklung der Pflegebedürftigkeit und Demenzprävalenz bis 2050 dargelegt, um den Handlungsbedarf aufzuzeigen.
3. Begriffsdefinitionen: Hier werden die zentralen Begriffe Demenz, Lebensqualität, Hausgemeinschaft und Assessmentinstrumente definiert und theoretisch eingeordnet.
4. Vorstellung des „Heidelberger Instruments zur Erfassung von Lebensqualität bei Demenz“ (H.I.L.DE): Dieses Kapitel erläutert das Ziel, das Konzept, die inhaltliche sowie formale Struktur des H.I.L.DE-Instruments und dessen Bedeutung in der Praxis.
5. Vorstellung des Trägers und der Einrichtung: Es erfolgt eine Vorstellung der Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) sowie des Wohnhauses St. Michael und der dort praktizierten Begleitungs- und Hausgemeinschaftskonzepte.
6. Datenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung der Hypothesen sowie die Kriterien und den Prozess der Bewohnerauswahl für die empirische Untersuchung.
7. Darstellung und Auswertung der Ergebnisse: Die Ergebnisse der Datenerhebung werden deskriptiv und vergleichend für die Dimensionen Schmerzerleben, räumliche Umwelt, Aktivität und emotionales Erleben präsentiert.
8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse, einer kritischen Diskussion des Vorgehens und einem Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Demenz, Lebensqualität, stationäre Altenhilfe, Hausgemeinschaft, H.I.L.DE, Assessment, Pflegebedürftigkeit, milieutherapeutische Intervention, Bezugspflege, Biografieorientierung, Personalentwicklung, Pflegepraxis, Demografie, Lebenszufriedenheit, stationäre Pflege.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher stationärer Wohnformen – speziell die Hausgemeinschaft im Vergleich zu einer herkömmlichen Wohngruppe – auf die Lebensqualität von Menschen mit Demenz.
Die zentralen Themen umfassen die demografische Entwicklung, die Definition von Lebensqualität bei Demenz, die Anwendung validierter Assessmentinstrumente sowie die konzeptionelle Gestaltung moderner Wohnformen in der Altenpflege.
Das Ziel ist es, mittels des H.I.L.DE-Instruments zu prüfen, ob das Konzept der Hausgemeinschaft zu einer messbar höheren Lebensqualität und Lebenszufriedenheit bei demenzkranken Bewohnern führt.
Es wird ein empirischer, deskriptiver Ansatz gewählt, bei dem sechs Bewohner (drei aus einer Hausgemeinschaft, drei aus einer herkömmlichen Wohnform) nach festgelegten Einschluss- und Ausschlusskriterien ausgewählt und mittels des H.I.L.DE-Assessments vergleichend untersucht wurden.
Im Hauptteil werden das H.I.L.DE-Instrument detailliert vorgestellt, der Träger CBT und seine Wohnkonzepte beschrieben sowie die Datenerhebung und die anschließende Auswertung der verschiedenen Lebensqualitäts-Dimensionen (Aktivität, Emotionalität) durchgeführt.
Wesentliche Begriffe sind Demenz, H.I.L.DE (Heidelberger Instrument zur Erfassung von Lebensqualität bei Demenz), Hausgemeinschaft, Lebensqualität und milieutherapeutische Intervention.
Der Hauptunterschied liegt in der stärkeren Dezentralisierung von Funktionsbereichen wie der Wohnküche, die einen tagesstrukturierenden, alltagsnahen Ablauf ermöglicht, sowie einer intensiveren Einbindung des Personals in multiprofessionelle Teams.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bewohner in den Hausgemeinschaften eine höhere Lebenszufriedenheit und eine verbesserte Teilhabe am täglichen Leben aufweisen als die Bewohner in der herkömmlichen Wohnform.
H.I.L.DE unterstützt die Pflegekräfte dabei, interindividuelle Unterschiede im Erleben der Bewohner besser wahrzunehmen, das eigene Handeln zu reflektieren und gezieltere, personenzentrierte Interventionen zu planen.
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