Masterarbeit, 2007
146 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Hintergrund und Kenntnisstand
2.1 Der Öko-Markt aus institutionenökonomischer Sicht
2.1.1 Transaktionskostentheorie
2.1.2 Transaktionseigenschaften landwirtschaftlicher Produkte
2.1.3 Prinzipal-Agenten-Theorie
2.2 Der Öko-Markt – Struktur und Volumen
2.2.1 Absatzwege am Öko-Markt (Struktur des Öko-Marktes)
2.2.2 Umsatzentwicklung auf dem Öko-Markt
2.2.3 Angebotsentwicklung am Öko-Markt
3 Methodik – Qualitative Forschung
3.1 Erhebungsmethode
3.2 Struktur des Leitfadens
3.2.1 Vorbereitung des Interviewleitfadens
3.2.2 Aufbau des Interviewleitfadens
3.3 Durchführung und Auswertung der Experteninterviews
3.4 Forschungshypothesen
4 Ergebnisse Qualitätsmanagement
4.1 Gefahrenanalyse: Kritische Kontrollpunkte und Schwachstellen
4.1.1 Produktion und Verarbeitung
4.1.2 Lagerung und Transport
4.1.3 Handel
4.1.4 Herkunftsland
4.2 Maßnahmen zur Sicherung von Öko-Qualität
4.2.1 Betrugsrente und Entdeckungswahrscheinlichkeit
4.2.2 Kontrollen
4.2.2.1 EG-Öko-Kontrolle – Das Kontrollverfahren der EG-Öko-Verordnung
4.2.2.2 Kontrollverfahren der Verbände
4.2.2.3 Kontrollen des Groß- und Einzelhandels
4.2.3 Sanktionen
4.2.4 Anreize
4.2.5 Qualitätssicherungsmaßnahmen
4.2.5.1 Interne Qualitätssicherungsmaßnahmen
4.2.5.2 Konventionelle QS-Systeme
4.2.5.3 Warenrückverfolgbarkeit und Nämlicheitssicherung
4.2.5.4 Rückstandsanalysen
4.2.6 Öko-Qualitätssicherung
4.2.6.1 Öko-QS-Systeme zur Warenrückverfolgbarkeit und Nämlicheitssicherung
4.2.6.2 Öko-Monitoring
4.2.6 Organisation der Lieferanten-Abnehmer-Beziehung
4.2.6.1 Vertrauen
4.2.6.2 Vertragsanbau und Lieferverträge
4.2.6.3 Kooperationen
4.2.6.4 Integration
4.3 Zusammenfassung Qualitätsmanagement
5 Ergebnisse Beschaffungs- und Qualitätsmanagement in den MOEL
5.1 Tschechische Republik
5.2 Slowakische Republik
5.3 Ungarn
5.4 Russland
5.5 Barrieren für Beschaffung in den MOEL
5.6 Qualitätssicherung auf MOE Beschaffungsmärkten
5.7 Zusammenfassung MOEL als Beschaffungsmärkte
6 Fazit
Die Masterarbeit befasst sich mit der Identifikation potenzieller Gefahren für die Öko-Qualität innerhalb der Lieferkette von Obst und Gemüse sowie der Aufzeigung von Maßnahmen zur Qualitätssicherung und Gestaltung von Lieferanten-Abnehmer-Beziehungen. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, um die Rohstoffversorgung in wachsenden Bio-Märkten unter besonderer Berücksichtigung der Beschaffung aus mittel- und osteuropäischen Ländern (MOEL) abzusichern.
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Die Bedeutung des Öko-Landbaus in Deutschland und in Europa nimmt stetig zu. Die Nachfrage nach Öko-Produkten seitens der Konsumenten steigt und dementsprechend wächst auch der Öko-Markt. Gerade dieses schnelle Marktwachstum verursacht aber auch viel Qualitätsprobleme (KH 03). Das zukünftige Wachstum des Öko-Marktes wird im Wesentlichen auf dem Vertrauen der Verbraucher in ökologische Produkte und in die ökologische Landwirtschaft basieren (MAHNKE-PLESKER ET AL. 2005, 3). Öko-Produkte unterscheiden sich von konventionellen Produkten durch ihre „Öko-Qualität“. Produkte mit Öko-Qualität werden in dieser Arbeit als unbelastete (rückstandsfreie), umweltfreundliche, aus ökologischer Landwirtschaft stammende Lebensmittel definiert. Bei der Öko-Qualität handelt es sich um eine Vertrauenseigenschaft. Der Kunde oder Abnehmer der Ware kann sich bei Öko-Produkten nicht selbst von der Prozessqualität, d. h. der Herkunft aus ökologischem Anbau überzeugen. Sie stellt keine direkt sinnlich überprüfbare Produktqualität dar, im Gegensatz zu anderen Produkteigenschaften (Größe, Farbe, Geschmack, Geruch etc.).
Überprüft werden soll die Öko-Qualität mittels der Öko-Kontrolle nach EG-Öko-Verordnung bzw. nach Verbandsrichtlinien. In den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung wird gleichzeitig die Öko-Qualität definiert und das Verständnis von ökologischer Landwirtschaft und ökologischen Produkten dargestellt. Die Kontrollstelle bestätigt nach erfolgter Kontrolle dem Lieferanten die Konformität mit den jeweiligen Richtlinien durch ein Zertifikat. Mit diesem Zertifikat kann der Lieferant dem Abnehmer die Öko-Qualität der Ware nachweisen. Zertifikate bzw. entsprechende Siegel (z. B. das Bio-Siegel) sollen dem Abnehmer und den Verbrauchern die Sicherheit geben, dass es sich tatsächlich um Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft handelt. Das Vertrauen in die Produkte kann nur entstehen, wenn die Kontrolle und die Zertifizierung als hundertprozentig zuverlässig wahrgenommen werden. Da aber in der Realität trotz der Öko-Kontrolle ein Qualitätsbeurteilungsproblem besteht, setzt sich ebenso das Vertrauensproblem fort.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung des wachsenden Öko-Marktes und die damit verbundenen Qualitätsrisiken ein und definiert das Ziel der Arbeit, Beschaffungsstrategien zur Qualitätssicherung zu analysieren.
2 Hintergrund und Kenntnisstand: Das Kapitel vermittelt die theoretischen Grundlagen mittels der Transaktionskostentheorie und der Prinzipal-Agenten-Theorie sowie den aktuellen Stand über die Struktur und das Volumen des Öko-Marktes.
3 Methodik – Qualitative Forschung: Hier werden die angewandte Forschungsmethode, der Aufbau der Experteninterviews sowie die für die Untersuchung aufgestellten Forschungshypothesen dargelegt.
4 Ergebnisse Qualitätsmanagement: Der Hauptteil analysiert detailliert Gefahrenquellen, notwendige Kontrollmaßnahmen, Sanktionsmechanismen sowie verschiedene Qualitätssicherungssysteme und Ansätze zur Lieferantensteuerung.
5 Ergebnisse Beschaffungs- und Qualitätsmanagement in den MOEL: Dieses Kapitel untersucht spezifisch die Bio-Märkte in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Russland als Beschaffungsmärkte für deutsche Unternehmen und beleuchtet die dortigen Barrieren und Chancen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse in Bezug auf die Forschungshypothesen zusammen und bietet eine abschließende Bewertung der Eignung der betrachteten Märkte und der optimalen Organisationsformen.
Öko-Qualität, Qualitätsmanagement, Transaktionskostentheorie, Prinzipal-Agenten-Theorie, Öko-Kontrolle, EG-Öko-Verordnung, Warenrückverfolgbarkeit, Nämlicheitssicherung, Beschaffungsmanagement, Experteninterviews, Lieferanten-Abnehmer-Beziehung, MOEL, Rückstandsanalysen, Bio-Siegel, Vertrauenseigenschaft.
Die Arbeit analysiert das Qualitätsmanagement im Öko-Landbau, insbesondere die Sicherung der Öko-Qualität bei Obst und Gemüse im Kontext komplexer Lieferketten und wachsender Anforderungen.
Zentral sind die Identifizierung von Gefahrenquellen für die Öko-Qualität, die Funktionsweise von Kontrollsystemen, sowie die Gestaltung effizienter Organisationsformen in der Lieferanten-Abnehmer-Beziehung.
Ziel ist es, Schwachstellen in der Öko-Lieferkette zu ermitteln und Möglichkeiten zur Sicherung der Qualität aufzuzeigen, inklusive der Analyse von Beschaffungsmärkten in Osteuropa.
Die Autorin nutzte die Methode der qualitativen Forschung in Form von Experteninterviews mit Vertretern aus dem konventionellen Handel, Öko-Handel, Kontrollstellen und MOE-Ländern.
Der Hauptteil befasst sich mit der Gefahrenanalyse (kritische Kontrollpunkte), Maßnahmen wie Kontrollen, Sanktionen und Anreizen sowie der spezifischen Analyse von Beschaffungsmärkten in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Russland.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Öko-Qualität, Transaktionskostentheorie, EG-Öko-Verordnung, Warenrückverfolgbarkeit, Nämlicheitssicherung und Beschaffungsmanagement charakterisiert.
Die Autorin stellt fest, dass die jährliche Kontrolle allein keine hundertprozentige Sicherheit gegen Betrug bietet und daher durch weitere, prozessbegleitende Maßnahmen und Systeme zur Qualitätssicherung ergänzt werden muss.
Die MOEL dienen als potenzielle Beschaffungsmärkte für deutsche Unternehmen, weisen jedoch spezifische Herausforderungen bezüglich der lokalen Infrastruktur, der Kontrollgüte und der rechtlichen Rahmenbedingungen auf.
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