Diplomarbeit, 2008
68 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
1.1 Wissenschaftliche Problemstellung
1.2 Strukturierung und Gang der Untersuchung
2 Grundlagen und Definitionen
2.1 Retailmarkt
2.2 Finanzintermediation
2.3 Finanzintermediäre
2.3.1 Funktionen des Finanzintermediärs im Finanzsystem
2.3.2 Für diese Arbeit relevante Finanzintermediäre
2.3.2.1 Emittenten
2.3.2.2 Börsen
2.4 Derivative Finanzinstrumente im Sinne dieser Arbeit
2.4.1 Unverbriefte Derivate
2.4.2 Verbriefte Derivate
3 Historie des Derivatehandels
3.1 Erste Formen von Termingeschäften
3.2 Etablierung der Terminbörsen in Deutschland
3.3 Entstehung des Marktes für verbriefte Derivate
4 Wesen der Termingeschäfte
4.1 Funktionsweise von Termingeschäften
4.1.1 Unbedingte Termingeschäfte
4.1.2 Bedingte Termingeschäfte
4.3 Wirtschaftlicher Hintergrund des Terminhandels
4.3.1 Hedging-Motiv
4.3.2 Spekulationsmotiv
4.3.3 Finanzierungsmotiv
5 Entstehung verbriefter Derivate
5.1 Verbriefung
5.1.1 Von unverbrieften zu verbrieften Derivaten
5.1.2 Verbriefung des Optionsrechts
5.2 Produktpalette verbriefter Derivate
5.2.1 Optionsscheine
5.2.2 Zertifikate
5.2.3 Strukturierte Produkte
5.3 Vor- und Nachteile verbriefter Derivate
6 Der Markt für Retail-Derivate
6.1 Der Durchbruch des Marktes
6.2 Die Marktentwicklung unter Berücksichtigung des Marktlebenszyklus
6.3 Regulatorische Rahmenbedingungen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entstehung und die strukturelle Entwicklung des Retailmarktes für derivative Finanzinstrumente in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie diese ursprünglich institutionellen Investoren vorbehaltenen Produkte für Privatanleger zugänglich gemacht wurden und welche Faktoren das Marktwachstum sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen beeinflussen.
5.1.2 Verbriefung des Optionsrechts
Gem. § 793 BGB handelt es sich bei Optionsscheinen um Inhaberschuldverschreibungen. Die in diesen Finanzinstrumenten verbriefte Leistung bezieht sich auf den Anspruch aus dem Hauptvertrag des Optionsgeschäfts. Das bedeutet, dass mit der Entstehung eines neuen Vertrages durch Ausübung des Optionsrechts ein Anspruch auf Übereignung und Lieferung des zugrundeliegenden Basiswertes besteht. Falls jedoch dem Optionsvertrag keine physische Lieferung zugrunde liegt, sondern der Vertrag auf eine Zahlung eines geldwerten Betrages beschränkt ist, kommt es zu einer Änderung der Rechtsnatur des Optionsgeschäftes.
Unter Annahme einer in der Praxis überwiegend vorkommenden Selbstemission, bei der Emittenten die Instrumente nicht über ein Konsortium, sondern direkt begeben, ändert sich die Rechtsnatur im Vergleich zum unverbrieften Optionsgeschäft nicht, falls es zu einer Übereignung des zugrundeliegenden Basiswertes nach Auslösen des Optionsrechts kommen sollte. Ist der Optionsvertrag jedoch nicht mit der Bedingung der physischen Lieferung des Basiswertes ausgestattet, sondern mit der Zahlung eines geldwerten Betrages, so liegt hier eine Änderung innerhalb der Rechtsnatur vor. Es handelt sich dann um ein derivatives Optionsgeschäft, das juristisch gesehen nicht als Optionsvertrag begründet werden kann, sondern lediglich die wirtschaftlichen Effekte nachbildet.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein und erläutert die Struktur sowie den Gang der Untersuchung dieser Diplomarbeit.
2 Grundlagen und Definitionen: Hier werden zentrale Begrifflichkeiten wie Retailmarkt, Finanzintermediation und die für die Arbeit relevanten Finanzintermediäre definiert.
3 Historie des Derivatehandels: Dieses Kapitel beleuchtet die Ursprünge des Terminhandels und die Entwicklung der Terminbörsen in Deutschland bis zur Entstehung des Marktes für verbriefte Derivate.
4 Wesen der Termingeschäfte: Es werden die Funktionsweise von unbedingten sowie bedingten Termingeschäften und der wirtschaftliche Hintergrund (Hedging, Spekulation) erläutert.
5 Entstehung verbriefter Derivate: Der Fokus liegt hier auf der Verbriefung als Schuldverschreibung, der Vorstellung der Produktpalette (Optionsscheine, Zertifikate) sowie einer Analyse der Vor- und Nachteile.
6 Der Markt für Retail-Derivate: Dieses Kapitel analysiert den Durchbruch des Marktes, die Entwicklung unter Berücksichtigung des Marktlebenszyklus und die regulatorischen Rahmenbedingungen.
7 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zur Entstehung und Dynamik des Retail-Derivatemarktes zusammen.
Derivative Finanzinstrumente, Retailmarkt, Verbriefung, Termingeschäfte, Emittenten, Zertifikate, Optionsscheine, Finanzintermediation, Marktlebenszyklus, Anlegerschutz, MiFID, Börsen, Hedging, Spekulation, Privatanleger
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung und der Entwicklung des deutschen Marktes für derivative Finanzinstrumente, die speziell auf die Bedürfnisse von Privatanlegern ausgerichtet sind (Retail-Derivate).
Zentral sind die historische Herleitung des Terminhandels, die rechtliche und funktionale Einordnung verbriefter Derivate sowie die Analyse von Marktentwicklungen und regulatorischen Einflüssen.
Das Ziel ist es, den Zugang von Privatanlegern zu derivativen Finanzmärkten aufzuzeigen und die maßgeblichen Aspekte zu identifizieren, die die Entwicklung dieses speziellen Marktsegments beeinflussen.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von Marktdaten, um die historische Genese und den aktuellen Entwicklungsstand des Marktes zu rekonstruieren.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen, die historische Entwicklung der Derivatebörsen, die detaillierte Klassifizierung verbriefter Produkte und die marktspezifische Untersuchung des Retail-Segments.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Derivate, Zertifikate, Retailmarkt, Verbriefung, Marktentwicklung und regulatorische Rahmenbedingungen charakterisiert.
Sie ermöglichen Privatanlegern den Zugang zu komplexen Finanzstrategien, die zuvor institutionellen Investoren vorbehalten waren, bei gleichzeitigem Ausschluss von Nachschusspflichten bei vielen Anlageprodukten.
Der Derivate-Kodex dient der Selbstregulierung durch Emittenten, um durch mehr Transparenz, klare Produktbeschreibungen und den Schutz der Anleger das Vertrauen in den Markt nachhaltig zu stärken.
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