Examensarbeit, 2007
136 Seiten, Note: 3,0
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Allgemeine Voraussetzungen
1.1 Beschreibung der Lerngruppe
1.2 Allgemeine Grundlagen der Unterrichtsreihe
1.3 Beschreibung der Großreihe
2. Allgemeine Überlegungen zur Kernreihe
2.1 Sachanalyse
2.1.1 Inhalt des Dramas ‚Das Leben der anderen“
2.1.2 Die Darstellung der Kulturschaffenden
2.1.3 Die Exemplarität des Films
2.2 Didaktische Grundüberlegungen
2.2.1 Einordnung der Reihe in den Lehrplan
2.2.2 Darstellung und Begründung des Gegenstandes
2.2.3 Darstellung, Begründung und Einordnung des Schwerpunktthemas
2.2.4 Der Aufbau der Kernreihe
2.2.5 Konstanten im Unterrichtsablauf
2.3 Methodische Grundüberlegungen
2.3.1 Leitmethode „Vergleich“
2.3.2 Weitere methodische Schwerpunkte
3. Durchführung der Reihe
3.1 Grobplanung der ersten Stunde
3.2 Detailplanung der zweiten Stunde
3.3 Grobplanung der dritten Stunde
3.4 Detailplanung der vierten Stunde
3.5 Grobplanung der fünften Stunde
3.6 Grobplanung der sechsten Stunde
3.7 Grobplanung der siebten Stunde
4. Auswertung der Reihe
4.1 Leistungsfeststellung im Rahmen der Reihe
4.2 Rückmeldungen der Schüler und Stellungnahme
4.3 Eigener Rückblick
Das Hauptziel dieser pädagogischen Hausarbeit ist die exemplarische Untersuchung der Darstellung von Kulturschaffenden in der DDR am Beispiel des Films "Das Leben der anderen". Im Rahmen eines Deutsch-Leistungskurses der 13. Jahrgangsstufe soll durch einen komparativen Ansatz zwischen Drehbuch und filmischer Umsetzung analysiert werden, inwiefern der Film als authentisches oder exemplarisch "aufschlussreiches" Werk zur historischen Aufarbeitung und zum Verständnis der Lebenswirklichkeit von Intellektuellen in einem repressiven Staat dienen kann.
2.1.2 Die Darstellung der Kulturschaffenden
Betrachtet man das Personeninventar des „Stasi-Dramas“, kann man im Wesentlichen zwei Gruppen unterscheiden: Auf der einen Seite stehen die Schergen der Staatssicherheit, die vor allem durch Minister Bruno Hempf, Oberstleutnant Anton Grubitz sowie Hauptmann Gerd Wiesler repräsentiert werden, auf der anderen Seite „Künstler der Ost-Berliner Theaterszene der achtziger Jahre, die sich zwischen Anpassung, innerer Emigration, Westflucht und Suizid bewegen“. Zu nennen sind hier insbesondere der Schriftsteller Georg Dreyman, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland, der Journalist Paul Hauser und der Regisseur Albert Jerska.
Alle weiteren Figuren lassen sich – mit Ausnahme einiger im Verhältnis eher unbedeutenden Charaktere wie beispielsweise die Witwe Meinecke, der Zahnarzt Dr. Goran Zimny oder die BStU-Mitarbeiter – diesen beiden Gruppen zuordnen. Eine besondere Rolle kommt dabei den beiden Figuren Christa-Maria Sieland sowie Egon Schwalber zu, die in ihrer Doppelfunktion als Vertreter der Künstler einerseits und als inoffizielle Mitarbeiter für die Staatssicherheit andererseits als „verbindendes Element“ zwischen den beiden Gruppen fungieren.
Im Rahmen dieser Arbeit interessiert vor allem die Darstellung der Kulturschaffende[n] (S. 31). Bei dem Begriff Kulturschaffende handelt sich um einen spezifischen Begriff des DDR-Sprachgebrauchs. Er charakterisiert alle künstlerisch und kulturell schöpferisch tätigen Personen. Der Terminus, der bereits im Nationalsozialismus geprägt wurde und dort die „in der Reichskulturkammer zusammengefassten Angehörigen der freien Berufe“ bezeichnete, wurde in der DDR synonym zu dem in Westdeutschland gebrauchten Begriff des Intellektuellen verwendet und 1990 von der Gesellschaft für deutsche Sprache zu den überlebensfähigen DDR-spezifischen Wörtern gerechnet; in der Tat findet der Begriff auch heutzutage seine Anwendung.
1. Allgemeine Voraussetzungen: Dieses Kapitel beschreibt die Lerngruppe, die Rahmenbedingungen der Unterrichtsreihe und die Einbettung der Unterrichtseinheit in eine größere Reihe zum Thema DDR-Literatur.
2. Allgemeine Überlegungen zur Kernreihe: Hier findet die theoretische Fundierung statt, unter anderem durch eine Sachanalyse zum Filminhalt, didaktische Überlegungen zur Lernplan-Einordnung und methodische Überlegungen zum Einsatz des Vergleichs.
3. Durchführung der Reihe: Dieser Teil dokumentiert detailliert die Planung, die Lernziele und den Verlauf der sieben Unterrichtsstunden inklusive der didaktischen Reflexion.
4. Auswertung der Reihe: Hier erfolgt die Leistungsfeststellung der Schüler sowie eine kritische Reflexion des Unterrichts durch Rückmeldungen der Schüler und einen eigenen Rückblick des Autors.
DDR-Literatur, Das Leben der anderen, Stasi, Kulturschaffende, Vergleich, Filmrezeption, Drehbuch, Georg Dreyman, Systemkritik, exemplarisches Lernen, Deutsch-Leistungskurs, DDR-Geschichte, Sozialismus, Repressalien, politische Bildung
Die Arbeit dokumentiert und reflektiert eine Unterrichtsreihe in einem 13er Deutsch-Leistungskurs, in der der Spielfilm "Das Leben der anderen" als Grundlage diente, um die Rolle und Darstellung von DDR-Künstlern zu untersuchen.
Zentrale Themen sind die Arbeit des Ministeriums für Staatssicherheit (Stasi), die künstlerische Integrität und Zivilcourage in einer Diktatur sowie die Frage, wie ein Spielfilm historisch komplexe Realitäten exemplarisch abbilden kann.
Das Ziel ist es, den Schülern durch den Vergleich von Drehbuch und Film sowie durch historische Kontextualisierung ein differenziertes Bild der DDR-Kulturszene zu vermitteln und die "Exemplarität" des Films kritisch zu hinterfragen.
Die Arbeit setzt primär auf die Leitmethode des "Vergleichs" (Gegenüberstellung von Text und Film, Rezeption von Sekundärliteratur) und auf schüleraktivierende Sozialformen wie Gruppen- und Partnerarbeit.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sach- und Didaktikanalyse sowie die konkrete Durchführung der Unterrichtsstunden, in denen spezifische Figuren (Dreyman, Hauser, Jerska) hinsichtlich ihres Verhaltens zum DDR-Regime analysiert werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören DDR-Literatur, Kulturschaffende, Exemplarität, Stasi-Bespitzelung, Drehbuch-Film-Vergleich und literarische Erörterung.
Das "Denkmal" für die Figur Dreyman ist eine methodische Konstruktion im Unterricht, an der Schüler ihre erarbeiteten Zitate und Erkenntnisse zu Dreymans Status anbringen, um dessen komplexe Rolle in der Gesellschaft visualisierbar zu machen.
Die Schüler setzen sich intensiv mit Dreymans Einsicht in seine Stasi-Akten auseinander und vergleichen diese mit den realen Erfahrungen des Schauspielers Ulrich Mühe, um die historische Tiefe und die existentiellen Folgen der Überwachung zu erfassen.
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