Bachelorarbeit, 2021
69 Seiten, Note: 1,5
Didaktik für das Fach Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Forschungsstand
1.2. Motivation und Zielsetzung der Arbeit
1.3. Aufbau der Arbeit
2. Das deutsche Schriftsystem
2.1. Graphematische Prinzipien
2.2. Silbenaufbau und -typen
3. Schriftspracherwerb
3.1. Voraussetzungen
3.2. Phasen des Erwerbs
4. Schriftstrukturen modellieren
4.1. Silbenbasierte Lehrkonzepte
4.1.1. Silbenstrategie nach Reuter-Liehr
4.1.2. FRESCH-Methode
4.1.3. Silbenanalytische Methode nach Christa Röber
5. Vergleich silbenbasierter Lehrwerke
5.1. Die „Jo-Jo“ Fibel
5.1.1. Theoretische Konzeption
5.1.2. Sprechsilbe als phonologische Ausgangslage
5.1.3. Buchstaben- und Silbeneinführung
5.1.4. Auswahl des Wortmaterials
5.1.5. Progression von Silbentypen
5.1.6. Zusatzmaterialien
5.2. Die „Karibu“ Fibel
5.2.1. Theoretische Konzeption
5.2.2. Sprechsilbe als phonologische Ausgangslage
5.2.3. Buchstaben- und Silbeneinführung
5.2.4. Auswahl des Wortmaterials
5.2.5. Progression von Silbentypen
5.2.6. Zusatzmaterialien
5.3. Die „ABC der Tiere“ Fibel
5.3.1. Theoretische Konzeption
5.3.2. Sprechsilbe als phonologische Ausgangslage
5.3.3. Buchstaben- und Silbeneinführung
5.3.4. Auswahl des Wortmaterials
5.3.5. Progression von Silbentypen
5.3.6. Zusatzmaterialien
5.4. Tabellarischer Vergleich der aufgeführten Lehrwerke
6. Zusammenfassung
Die vorliegende Bachelor-Thesis untersucht, inwiefern die Silbe als zentrale Einheit im Schriftspracherwerb (SSE) in ausgewählten Lehrwerken für die Grundschule verankert und umgesetzt wird. Durch einen systematischen Vergleich dreier gängiger Fibel-Konzeptionen wird analysiert, wie diese didaktischen Ansätze die Rolle der Silbe nutzen, um Kindern den Zugang zur deutschen Orthographie zu erleichtern.
2. Das deutsche Schriftsystem
Die deutsche Schrift kann den Alphabetschriften zugeordnet werden. Damit basiert unsere Schrift auf einem phonologischen System und repräsentiert die Lautstruktur der Sprache (vgl. Schründer-Lenzen 2013: 16). Verschiedene Schriftzeichen beziehen sich auf Aspekte der Lautung von Wörtern, wodurch eine Buchstaben-Laut Beziehung bedingt wird (vgl. ebd.). Durch diese Graphem-Phonem-Korrespondenz (GPK) folgt, dass einerseits ein Graphem ein Phonem repräsentiert und andererseits ein Phonem als Graphem kodiert wird (vgl. Dahmen & Weth 2018: 125). Dabei ist jedoch hervorzuheben, dass keine 1:1-Zuordnung von Graphem und Phonem existiert, da 40 Phoneme lediglich 26 Buchstaben gegenüberstehen (vgl. Augst & Dehn 2015: 15). Das Deutsche ist folglich eine lautorientierte Alphabetschrift (vgl. Schründer-Lenzen 2013: 16).
Diesbezüglich ist zu betonen, dass die während eines Sprechaktes produzierten Phoneme nicht isoliert auftreten. Stattdessen sind sie durch lautübergreifende Prozesse der Koartikulation und Prosodie miteinander verbunden (vgl. Busch & Stenschke 2008: 47). Einerseits steht ein Laut stets in einem lautlichen Kontext, was zu einer Veränderung des selben Lautes führen kann, je nachdem von welchen Lauten dieser wiederum umgeben ist (vgl. ebd.). Dies ist insbesondere an dem Buchstaben <e> zu erkennen. So wird der Vokal beispielsweise bei den beiden Wörtern <Ente> und <Eber> je nach lautlicher Umgebung unterschiedlich lautlich realisiert: [ɛn.tə], [e:.bɐ]. Andererseits seien Laute nicht nur nach ihren Merkmalen auf der segmentalen Ebene klassifizierbar, sondern würden in der konkreten Realisierung zudem stets suprasegmentale und prosodische Merkmale, wie den Akzent, Intonation, Sprechtempo oder Pausen, aufweisen.
Damit besitzt jedes deutsche Wort einen Rhythmus, eine prosodische Struktur. Die Silben stellen hierbei die kleinsten rhythmischen Einheiten dar (vgl. Dahmen & Weth 2018: 56). Denn im Gegensatz zu den einzelnen Lauten eines Wortes, können Silben im Sprachfluss spontan isoliert und segmentiert werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Silbe für den Schriftspracherwerb ein und definiert das Ziel, drei ausgewählte Fibeln hinsichtlich ihrer silbenorientierten Methoden zu vergleichen.
2. Das deutsche Schriftsystem: Das Kapitel erläutert die linguistischen Grundlagen des Deutschen als lautorientierte Alphabetschrift und hebt die Bedeutung der Silbe als suprasegmentale, rhythmische Grundeinheit hervor.
3. Schriftspracherwerb: Hier werden die Voraussetzungen des Spracherwerbs sowie Phasenmodelle (z.B. von Ute Frith und Günther Thomé) diskutiert, um den Prozess der orthographischen Kompetenzentwicklung zu verstehen.
4. Schriftstrukturen modellieren: Es folgt eine kritische Auseinandersetzung mit verschiedenen didaktischen Silbenkonzepten, unter anderem der FRESCH-Methode und dem Ansatz von Christa Röber.
5. Vergleich silbenbasierter Lehrwerke: Dieses Hauptkapitel analysiert und vergleicht die Fibeln „Jo-Jo“, „Karibu“ und „ABC der Tiere“ detailliert anhand von Kriterien wie Konzeption, Buchstaben-Silbeneinführung und Wortmaterial.
6. Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden synthetisiert, wobei festgestellt wird, dass die untersuchten Lehrwerke unterschiedlich erfolgreich in der systematischen Vermittlung elaborierter Silbenkonzepte sind.
Schriftspracherwerb, Silbe, Sprechsilbe, Schreibsilbe, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Orthographie, Fibelanalyse, Phonologische Bewusstheit, Trochäus, silbenorientierte Methoden, FRESCH-Methode, Anfangsunterricht, Schriftsystem, Lesenlernen, Schreibenlernen.
Die Bachelor-Thesis befasst sich mit der Rolle der Silbe im Schriftspracherwerb und untersucht, wie drei verbreitete Grundschul-Lehrwerke das silbenorientierte Lernen umsetzen.
Die Schwerpunkte liegen auf den linguistischen Grundlagen des deutschen Schriftsystems, den Theorien zum Schriftspracherwerb und dem Vergleich spezifischer didaktischer Silbenkonzepte in Fibeln.
Ziel ist es, die didaktische Umsetzung silbenorientierter Methoden in den Fibeln „Jo-Jo“, „Karibu“ und „ABC der Tiere“ zu vergleichen und zu beurteilen, ob diese eher intuitive oder elaborierte Ansätze verfolgen.
Die Autorin führt einen strukturierten, kriteriengeleiteten Lehrwerkvergleich durch, der auf sprachwissenschaftlichen Erkenntnissen und etablierten Kriterienkatalogen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Schriftsystem, Erwerbsphasen) und die eigentliche Analyse der drei ausgewählten Fibeln hinsichtlich ihrer Konzeption, Progression und Zusatzmaterialien.
Schriftspracherwerb, Silbenmethode, Graphem-Phonem-Korrespondenz, Orthographie-Unterricht, trochäisches Betonungsmuster und Schulsprache sind zentrale Begriffe.
Während „Jo-Jo“ und „Karibu“ stark auf der intuitiven FRESCH-Methodik basieren, versucht das „ABC der Tiere“-Konzept, über ein eigenes Häuschenmodell eine stärkere schriftsystematische Systematik zu etablieren, wobei alle drei Fibeln unterschiedliche Ansätze in der Progression aufweisen.
Diese Modelle dienen als visuelle Veranschaulichung der Silbenstruktur, um Kindern zu helfen, das Trochäus-Muster des Deutschen und die Funktion der Silbengelenke systematisch zu begreifen.
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