Bachelorarbeit, 2017
42 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
2. Was ist Leistung?
2.1. Der schulische Leistungsbegriff
2.2. Definition von Leistungsbewertung
2.3. Wissenschaftliche Kriterien
2.3.1. Objektivität
2.3.2. Reliabilität
2.3.3. Validität
3. Bezugsnormen der Leistungsbewertung
3.1. Soziale Norm
3.2. Kriteriale Norm
3.3. Individuelle Norm
3.4. Problematik der Bezugsnormen
4. Funktionen von Leistungsbewertung
4.1. Pädagogische Funktionen
4.2. Gesellschaftliche Funktionen
5. Bildungserfolg und sein Einfluss auf Lebenschancen und Verteilung
5.1. Definition von Bildungserfolg
5.2. Definition einer leistungsorientierten Gesellschaft
5.3. Zusammenhang von Bildungserfolg und Verteilung in einer leistungsorientierten Gesellschaft
6. Die Rawls’sche Gerechtigkeitstheorie
6.1. Gerechtigkeit als Fairness
6.2. Der Urzustand und der Schleier des Nichtwissens
6.3. Die Grundsätze der Gerechtigkeit
6.3.1. Der erste Grundsatz der Gerechtigkeit
6.3.2. Der zweite Grundsatz der Gerechtigkeit
7. Die Rawls’sche Gerechtigkeitstheorie und Leistungsbewertung
8. Analyse der Leistungsbewertung der deutschen Regelschulen
8.1. Die wissenschaftlichen Kriterien der Leistungsbewertung unter der Lupe der Rawls’schen Gerechtigektstheorie
8.1.1. Die Gütekriterien der Leistungsbewertung
8.1.2. Die Bezugsnormen der Leistungsbewertung
8.2. Die Funktionen der Leistungsbewertung unter der Lupe der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie
8.2.1. Pädagogische Funktionen
8.2.2. Gesellschaftliche Funktionen
8.2.3. Die Funktionen der Leistungsbewertung aus Sicht des Urzustands
8.3. Eine Leistungsbewertung nach der Rawls’schen Gerechtigkeitstheorie
9. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, zu analysieren, ob die Leistungsbewertung an deutschen Regelschulen den Anforderungen der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls entspricht. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das aktuelle System der Notengebung und Selektion als gerecht bezeichnet werden kann, oder ob es gegen die Prinzipien fairer Chancengleichheit und das Differenzprinzip verstößt.
6.2. Der Urzustand und der Schleier des Nichtwissens
Der Urzustand beschreibt einen Zustand und Bedingungen, unter welchen es möglich wäre, sich auf Grundsätze zu einigen, welche der Schaffung einer gerechten Grundstruktur dienen können. Rawls macht deutlich, dass es sich nicht um einen realen Zustand, sondern um eine „rein theoretische Situation“ handelt. Der Urzustand ist die „ursprüngliche Situation der Gleichheit“, von welcher aus eine Beurteilung von Gerechtigkeitsvorstellungen und Entscheidung für diese erst möglich ist. Es soll in diesem Zustand entschieden werden, „wie die Gründungsurkunde [der] Gesellschaft aussehen soll“ (ebd., S. 28f.), eine „Metavereinbarung“, welche allen folgenden Vereinbarungen übergeordnet ist und sie lenkt (vgl. Höffe 1998, S. 73).
Der Urzustand muss so gestaltet sein, dass „stets dieselben Grundsätze gewählt werden“ und dass diese „moralisch richtig“ und fair sind. Vorausgesetzt werden „gleiche moralische Subjekte“ und das Ergebnis muss frei von zufälliger Willkür oder gesellschaftlich bedingten Unterschieden sein (vgl. Rawls 1975, S. 142). Die Grundsätze, auf welche sich im Urzustand geeinigt werden soll, müssen „für allen Beteiligten annehmbar sein“. Um dies zu erreichen, wird die Situation des Urzustands kreiert, welcher einem Gesellschaftsvertrag ähnelt. Der Urzustand legitimiert die Grundsätze, welche die Verteilung der „Früchte der gesellschaftlichen Zusammenarbeit“, auf welche konkurrierende Ansprüche existieren, regeln (vgl. ebd., S. 33).
Damit dies möglich ist, bedarf es dem „Schleier des Nichtwissens“, also einem Zustand der Unkenntnis über bestimmte, die Individuen betreffende Tatsachen. Es wird vorausgesetzt, dass die Entscheidung über die Grundsätze der Gerechtigkeit ohne das Wissen um die Stellung in der Gesellschaft geschieht. Diese nicht vorhandenen Kenntnisse beinhalten Klassenzugehörigkeit und den damit einhergehenden Status in der Gesellschaft, natürliche Begabungen und Fähigkeiten und die „Vorstellung vom Guten“ sowie „eigene psychologische Neigungen“ (ebd., S. 28f.). Unbekannt sind darüber hinaus auch Details eines als gut betrachteten Lebensplans, die „Einstellung zum Risiko“, die „Neigung zu Optimismus oder Pessimismus“ und auch die wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Debatte über Leistungsbewertung und deren Mängel ein und formuliert das Ziel der Arbeit, diese anhand der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls zu prüfen.
2. Was ist Leistung?: Dieses Kapitel definiert den schulischen Leistungsbegriff und die damit verbundenen Definitionen der Leistungsbewertung sowie deren wissenschaftliche Kriterien.
3. Bezugsnormen der Leistungsbewertung: Hier werden die soziale, kriteriale und individuelle Norm der Leistungsbewertung vorgestellt und die damit verbundenen praktischen sowie theoretischen Probleme erläutert.
4. Funktionen von Leistungsbewertung: Das Kapitel differenziert zwischen pädagogischen und gesellschaftlichen Funktionen und kritisiert die Machtaspekte der Notengebung.
5. Bildungserfolg und sein Einfluss auf Lebenschancen und Verteilung: Es wird analysiert, wie schulische Zertifikate Lebenschancen beeinflussen und welchen Stellenwert Leistung in einer leistungsorientierten Gesellschaft einnimmt.
6. Die Rawls’sche Gerechtigkeitstheorie: Dieses Kapitel stellt die Grundlagen der Theorie von John Rawls dar, insbesondere das Konzept der „Gerechtigkeit als Fairness“ und die Gerechtigkeitsgrundsätze.
7. Die Rawls’sche Gerechtigkeitstheorie und Leistungsbewertung: Es wird die Verbindung zwischen Rawls’ politischer Gerechtigkeitstheorie und der schulischen Leistungsbewertung als gesellschaftlichem Instrument hergestellt.
8. Analyse der Leistungsbewertung der deutschen Regelschulen: Das Kernstück der Arbeit untersucht die Gütekriterien und Funktionen der Leistungsbewertung kritisch unter Anwendung der Rawls’schen Prinzipien.
9. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das deutsche System in seiner aktuellen Form nicht mit der Theorie von John Rawls vereinbar ist.
Leistungsbewertung, Notengebung, Gerechtigkeitstheorie, John Rawls, Bildungserfolg, Chancengleichheit, Differenzprinzip, Regelschule, Pädagogische Funktionen, Gesellschaftliche Funktionen, Urzustand, Schleier des Nichtwissens, Gütekriterien, Bezugsnormen, Leistungsgesellschaft.
Die Arbeit untersucht die Gerechtigkeit der Leistungsbewertung an deutschen Regelschulen, indem sie das bestehende System mit der Gerechtigkeitstheorie von John Rawls konfrontiert.
Zu den zentralen Themen gehören die Definitionen von Leistung, die wissenschaftlichen Gütekriterien der Messung, die Funktionen von Noten und der Einfluss von Bildungserfolg auf die soziale Verteilung.
Das Ziel ist es, durch die Analyse anhand der „Theorie der Gerechtigkeit als Fairness“ zu klären, ob die Leistungsbewertung den ethischen Ansprüchen von Rawls gerecht wird.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Anwendung der politisch-philosophischen Gerechtigkeitstheorie von John Rawls auf die empirisch belegte Praxis der schulischen Leistungsbewertung.
Der Hauptteil analysiert detailliert die wissenschaftlichen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) und die Funktionen der Leistungsbewertung, um deren Vereinbarkeit mit den Gerechtigkeitsgrundsätzen zu prüfen.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Leistungsbewertung, John Rawls, Chancengleichheit, Differenzprinzip und Bildungsselektion charakterisiert.
Es dient als gedankliches Konstrukt, um zu beurteilen, ob rationale Individuen ohne Kenntnis ihrer eigenen Begabungen oder sozialen Stellung einem System zustimmen würden, das auf der aktuellen Leistungsbewertung basiert.
Es wird eine Abkehr von der bloßen Ziffernbenotung hin zu einer gemeinsamen, individuellen Leistungsanalyse gefordert, bei der die Lehrperson Macht abgibt und die Förderung der Selbstreflexion im Vordergrund steht.
Weil sie Schüler durch den Vergleich mit anderen stigmatisiert und zu einer Selektion führt, die Begabte belohnt und schwächere Schüler benachteiligt, ohne dabei einen ausgleichenden Vorteil für die Benachteiligten zu schaffen.
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