Bachelorarbeit, 2021
55 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Antisemitismus in Deutschland
2.1 Definition und Formen des Antisemitismus
2.2 Muslimischer Antisemitismus in Deutschland
3 Fußball und Gesellschaft
3.1 Fußball als Identitätsbildung – „Wir“ gegen „die Anderen“
3.2 Antisemitismus im deutschen Amateurfußball
4 Das Aufkommen der Grauen Wölfe
4.1 Der Mythos und die Symbolik des Grauen Wolfes
4.2 Graue Wölfe – Türkische Rechtsextreme in Deutschland
4.3 Bozkurt-Vereine im Amateurfußball
5 Methodisches Vorgehen: Experteninterview
5.1 Alon Meyer: Präsident Makkabi Deutschland
5.2 Luis Engelhardt: Projektleiter Initiative „ZUSAMMEN1“
6 Ergebnisse der Interviews
7 Fazit
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit das Aufkommen von Fußballvereinen, die der rechtsextremen Bewegung der „Grauen Wölfe“ nahestehen, den Antisemitismus im deutschen Amateurfußball beeinflusst. Ziel ist es, Ursprünge antisemitischen Verhaltens zu identifizieren, die Rolle der Grauen Wölfe als Akteure in diesem Kontext zu analysieren und mögliche Gefährdungspotenziale für jüdische Spieler und Vereine für die Zukunft zu bewerten.
3.2 Antisemitismus im deutschen Amateurfußball
Man muss sagen, dass sich die Bundesligastadien weitestgehend von rechtsextremen Einstellungen befreien konnten. Grund dafür ist die bereits beschriebene Weiterentwicklung des Profifußballs, wodurch zahlreiche neue Sicherheitsvorkehrungen in den Stadien vorgenommen wurden, aber auch eine erfolgreiche, professionelle Fanarbeit. Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass rechtsextreme Einstellungen nicht mehr vorliegen. Der Fußball ist weiterhin eine wichtige Anlaufstelle für rechte Anhänger. Davon ist vor allem der Amateurfußball betroffen.
Warum der Amateurbereich des Fußballs stets antisemitischen Schmähungen und Angriffen ausgesetzt ist, hat verschiedene Gründe. Nach einer Studie, erklärt Schubert, werden die Gründe, warum es im Amateurfußball weiterhin rechtsextreme, darunter antisemitische, Verhaltensweisen gibt „von den Verfassern der Studie dem mangelnden Angebot pädagogischer Arbeit mit Fans, schwächeren Kontrollen durch Vereine und Polizei, dem geringeren Druck durch Medien und Öffentlichkeit […], einer unzureichenden finanziellen Ausstattung sowie mangelndem Engagement der Vereine zugeschrieben.“ Dennoch wurde das Forschungsgebiet noch nicht ausreichend untersucht, um eindeutig sagen zu können, ob sich antisemitische Verhaltensmuster von den Profi- in den Amateurbereich verlagert haben oder ob die antisemitischen Vorfälle bei den Amateuren mittlerweile einfach nur stärker wahrgenommen werden.
Wie im zweiten Kapitel beschrieben, spielt rassistischer Antisemitismus in der Gesellschaft nicht mehr eine allzu große Rolle, da sich antisemitische Gedankenmuster durch andere Formen des Antisemitismus mittlerweile verdeckt äußern, andererseits werden Schmähungen und Beleidigungen gegnerischer Fans oder Spieler im Fußball sehr offen ausgetragen. Somit kommen antisemitische Ressentiments im Fußball auf direktem Wege an die Öffentlichkeit. Nicht selten kommt es dazu, dass Rechtsradikale mit antisemitischen Inhalten die Fans und Spieler des gegnerischen Teams diffamieren. Ein Beispiel dafür ist das Landespokalspiel zwischen Roter Stern Leipzig und SG Leipzig Leutzsch im September 2011, als das ganze Spiel über antisemitische Gesänge und Sprechchöre ausgetragen wurden, wie z.B. „Juden, Juden, Juden“-Rufe.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Aktualität antisemitischer Vorfälle im Kontext politischer Spannungen und führt in die Relevanz des Themas im deutschen Amateurfußball ein, wobei die Forschungsfrage nach dem Einfluss der Grauen Wölfe definiert wird.
2 Antisemitismus in Deutschland: Dieses Kapitel definiert verschiedene Erscheinungsformen des Antisemitismus, einschließlich des sekundären und israelbezogenen Antisemitismus, und beleuchtet die Verbreitung antisemitischer Einstellungen unter Muslimen in Deutschland.
3 Fußball und Gesellschaft: Hier wird der Fußball als Spiegel der Gesellschaft und Ort der Identitätsbildung analysiert, wobei die Verlagerung diskriminierender Strukturen von Profiligen in den Amateurfußball untersucht wird.
4 Das Aufkommen der Grauen Wölfe: Das Kapitel bietet einen historischen Überblick über die Entstehung der rechtsextremen Bewegung der Grauen Wölfe, erläutert deren Ideologie und Symbolik und diskutiert deren Rekrutierungsstrategien und Präsenz in Bozkurt-Vereinen.
5 Methodisches Vorgehen: Experteninterview: Es wird das Forschungsdesign beschrieben, das auf qualitativen Experteninterviews mit Vertretern von Makkabi Deutschland basiert, um tiefere Einblicke in antisemitische Erfahrungen zu gewinnen.
6 Ergebnisse der Interviews: Die Erkenntnisse aus den Experteninterviews werden zusammengeführt und vergleichend analysiert, um die Forschungsfrage hinsichtlich des Einflusses der Grauen Wölfe zu bewerten.
7 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, stellt fest, dass eine direkte Beeinflussung durch die Grauen Wölfe empirisch schwer nachweisbar bleibt, warnt jedoch eindringlich vor der latenten Gefahr rechtsextremer Ideologien im Amateurfußball.
Antisemitismus, Amateurfußball, Graue Wölfe, Ülkücü-Bewegung, Makkabi Deutschland, Rechtsextremismus, Identitätsbildung, Migrationshintergrund, Bozkurt-Vereine, Nahost-Konflikt, Diskriminierung, Prävention, Islamischer Antisemitismus, Politische Bildung, Vereinsstruktur.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der rechtsextremen Bewegung der „Grauen Wölfe“ und dem Auftreten von antisemitischen Vorfällen im deutschen Amateurfußball.
Zu den zentralen Themen gehören Antisemitismus in Deutschland, Fußball als gesellschaftlicher Raum, die Ideologie der Grauen Wölfe sowie Präventionsmaßnahmen gegen Diskriminierung.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob sich das Aufkommen von Vereinen, die der Bewegung der Grauen Wölfe nahestehen, signifikant auf den Antisemitismus im deutschen Amateurfußball ausgewirkt hat.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, der auf semistrukturierten Experteninterviews mit Funktionären von Makkabi Deutschland basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Aufarbeitung von Antisemitismus und Fußball-Fankultur sowie die detaillierte Analyse der Grauen Wölfe, ergänzt durch die Auswertung der Experteninterviews.
Wichtige Begriffe sind Antisemitismus, Graue Wölfe, Makkabi Deutschland, Amateurfußball und rechtsextreme Einflussnahme.
Die Experten betonen, dass Antisemitismus ein allgegenwärtiges Problem in allen sozialen Schichten ist und bei Eskalationen im Nahen Osten oft direkt in den Sport getragen wird.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass zwar punktuelle Vorfälle bekannt sind, eine flächendeckende, empirisch belegbare Unterwanderung aufgrund fehlender Meldungen und Berührungspunkte jedoch schwer quantifizierbar bleibt.
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