Masterarbeit, 2021
83 Seiten, Note: A+
1.0. Einführung
1.1 Untersuchungsgegenstand
1.2 Zielsetzung
1.3 Methodik
2.0. Geschichte der romantischen Hermeneutik
2.1.Psychologische Hermeneutik bei Schleiermacher
2.2.Historische Hermeneutik bei Droysen
2.3. Lebenserfahrung als der Ausgangspunkt der Geisteswissenschaften bei Dilthey
3.0.Gadamers Theorie der Hermeneutik
3.1.Verstehen als ontologischer und praktischer Prozess
3.2. Vorurteile und Tradition als Bedingungen des Verstehens
3.3. Die hermeneutische Bedeutung des Zeitabstandes und hermeneutischer Zirkel
3.4. Wirkungsgeschichtliches Prinzip und Horizontverschmelzung
3.5. Der Begriff der Erfahrung und Hermeneutische Erfahrung
3.6. Ontologie der Sprache
4.0 Kulturelle Interaktionen-Interkulturalität und Transkulturalität
4.1 Die Transkulturalität
4.2 Der/das Fremde und die Fremdheit
4.3 Beziehung zwischen Selbst und Anderem/ Eigenem und Fremdem Hermeneutischer Ort
5.0.Gadamers Hermeneutik als Praxis bei den interkulturellen Interaktionen
5.1 Der Begriff der Praxis und die Praxistheorie
5.2 Kulturelle Implikationen der Hermeneutik Gadamers
5.3 Grenzen und Ambiguitäten der Hermeneutik- Kritik an Gadamer
6.Schlussfolgerung
Die Arbeit untersucht Gadamers philosophische Hermeneutik in Bezug auf ihr Potenzial, als praktische ethische Verhaltensweise in kulturellen Interaktionen zu dienen, um ein besseres Verständnis zwischen transkulturellen Subjekten zu ermöglichen. Hierbei wird der Fokus insbesondere auf die Übertragbarkeit hermeneutischer Prinzipien auf aktuelle interkulturelle Begegnungen gelegt, um destruktive Machtstrukturen durch einen dialogisch-dialektischen Austausch zu ersetzen.
3.4. Wirkungsgeschichtliches Prinzip und Horizontverschmelzung
Wie oben schon diskutiert, verschreibt Gadamer sich dem Wirkungsgeschichtlichen Prinzip und dabei lehnt er sich an Droysen an. Im Hinblick darauf meinen Droysen und Gadamer, dass man auf keinen Fall sich der Vergangenheit enthalten könnte. Alles ist vielmehr ein Teil der Wirkungsgeschichte. Davon ausgehend könnte man sich auch vergewissern, dass auch das Forshungsinteresse, der Gegenstand und Fragestellungen der wissenschaftlichen Forschungen den Wirkungen der Wirkungsgeschichte und daher gewissen Vorurteilen und Überlieferungen unterworfen sind. So bringt Gadamer den vermeintlichen Anspruch des Historismus auf die Objektivität zur Erschütterung. Und diese geschichtliche Position des Menschen bzw. des Verstehenden bezeichnet Gadamer als die Hermeneutische Position.
In der Linie mit Droysen hebt Gadamer folglich hervor, dass auch das menschliche Bewusstsein von dem Einfluss der Geschichte nicht verschont bleibt, egal ob der Mensch sich dessen bewusst ist oder nicht. Allerdings leugnet der Mensch seine eigene Geschichtlichkeit und gibt sich, ohne die Einbeziehung seines eigenen geschichtlichen Seins die Vergangenheit in sich zu verstehen, als ob er zu einer „objektiven und vorurteilsfreie Erkenntnis“ gelangen könnte, meint Gadamer. In dem Sinne ist der „Horizont“ des Menschen sehr eng. Den Begriff ,Horizont‘ definiert Gadamer als „der Gesichtskreis, der all das umfaßt und umschließt, was von einem Punkt aus sichtbar ist“. Im Anschluss daran bedeutet ein enger Horizont, dass der Mensch nicht genug sieht und deshalb all das als die endgültige Wahrheit überschätzt, was in der Nähe seines eigenen Standorts liegt. Im Gegensatz zu einem engen Horizont bringt Gadamer die Idee von „Horizont-zu- haben“ hervor, was bedeutet, „richtig einzuschätzen nach Nähe und Ferne, Größe und Kleinheit“.
1.0. Einführung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der Zielsetzung sowie der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2.0. Geschichte der romantischen Hermeneutik: Überblick über die historische Entwicklung hermeneutischen Denkens bei Schleiermacher, Droysen und Dilthey.
3.0.Gadamers Theorie der Hermeneutik: Ausführliche theoretische Auseinandersetzung mit Gadamers philosophischer Hermeneutik und ihren zentralen Begriffen.
4.0 Kulturelle Interaktionen-Interkulturalität und Transkulturalität: Analyse aktueller Kulturtheorien und Begründung des Fokus auf das Transkulturalitätskonzept.
5.0.Gadamers Hermeneutik als Praxis bei den interkulturellen Interaktionen: Untersuchung der praktischen Konsequenzen von Gadamers Hermeneutik für den Dialog zwischen kulturell verschiedenen Subjekten.
6.Schlussfolgerung: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfragen und Reflexion der ethischen Dimension der hermeneutischen Praxis.
Gadamers Hermeneutik, Transkulturalität, Wirkungsgeschichtliches Prinzip, Horizontverschmelzung, Phronesis, Praxis, Kultur, Dialog, Fremdheit, Inkommensurabilität, Vorurteile, Tradition, Intersubjektivität, Verstehen, Identität.
Die Arbeit untersucht, wie Hans-Georg Gadamers philosophische Hermeneutik als praktische ethische Haltung in den komplexen Interaktionen zwischen Menschen unterschiedlicher kultureller Hintergründe angewendet werden kann.
Die Arbeit verknüpft historische hermeneutische Theorien mit zeitgenössischen Diskursen über Transkulturalität, Identitätsbildung und das Verhältnis zwischen Selbst und Anderem.
Die Hauptfrage lautet, inwiefern sich Gadamers Hermeneutik als "Praxis" im kulturellen Bereich erweist und welche Implikationen dies für Begegnungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen hat.
Es handelt sich um eine geisteswissenschaftliche, philosophisch fundierte Analyse, die sich primär auf Gadamers Hauptwerk "Wahrheit und Methode" sowie ergänzende praxeologische Theorien stützt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Hermeneutik, eine detaillierte Ausarbeitung der Gadamerschen Theorie, eine Analyse des modernen Kulturbegriffs und eine direkte Anwendung dieser Prinzipien auf kulturelle Interaktionen.
Zentrale Begriffe sind Transkulturalität, die hermeneutische Erfahrung, das Wirkungsgeschichtliche Prinzip und die Anwendung des aristotelischen Konzepts der Phronesis als "sittliches Wissen".
Die Arbeit arbeitet die Kontroversen zwischen beiden heraus, zeigt aber auf, dass trotz ihrer Differenzen beide eine gemeinsame Affinität in der Kritik am Positivismus und der instrumentellen Vernunft teilen.
Der Begriff "Interkulturalität" wird als zu eng und auf alten, grenzziehenden Kulturbegriffen basierend abgelehnt, während "Transkulturalität" die durch Globalisierung verursachte Hybridität der Identitäten besser abbildet.
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