Bachelorarbeit, 2015
48 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Die Ambivalenz des Bösen
3. Satan. Teufel. Luzifer - Religionsgeschichtliche und theologische Grundlagen
3.1. Genese und Entwicklungsphasen der Teufelsfigurationen in monotheistischen Religionen
3.1.1. Judentum - Der Satan im Tanach
3.1.2. Christentum - Der Teufel im Neuen Testament
3.1.3. Teufelsfigurationen im abendländischen Mittelalter
3.2. Höllenkonzepte
4. Die Absenz des „personifizierten Bösen“ in polytheistischen Religionen
4.1. Die Konzeption des Bösen in der griechisch- römischen Mythologie
4.2. Die Konzeption des Bösen in der ägyptischen Mythologie
5. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht das Fehlen einer personifizierten Figur des Bösen (wie des Teufels) in antiken polytheistischen Religionen im Vergleich zu monotheistischen Glaubenssystemen, um ein tieferes Verständnis für die kulturhistorische Entstehung solcher Personifizierungen zu gewinnen.
1. Einleitung
Sein Name variiert - Satan, Teufel, Luzifer, Azazil, Belial, Beelzebub etc. Der Teufel möchte zwar erkannt werden, entzieht sich aber einer klaren Benennung. Trotz seiner Wandelbarkeit und vielfältigen Neuadaptionen, die er im Laufe seiner Geschichte durchlaufen hat, steht er in erster Linie als »Personifikation des Bösen«. Daher unterliegt seine Bedeutung, über die frühjüdisch-christliche Kulturen hinaus, primär einer negativen Konnotation.
Doch wo zum Teufel? In den antiken polytheistischen Religionen, wie etwa die der Ägypter, Griechen oder der alten Römer, scheint ein Teufel als solches zu fehlen. Oder möchte er nur nicht erkannt und kann deswegen nicht klar benannt werden? Es ist allgemein bekannt, dass der Teufel oft im Detail steckt. Daher soll im Rahmen dieser Arbeit die Absenz des personifizierten Bösen, anhand der im Vorfeld genannten polytheistischen Religionen und deren Konzeptionen des Bösen, untersucht werden.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der „Absenz des personifizierten Bösen“ ein und legt den theoretischen Rahmen sowie die Zielsetzung der Untersuchung fest.
2. Die Ambivalenz des Bösen: Dieses Kapitel erörtert verschiedene philosophische und theologische Erklärungsversuche, um den komplexen und schwer greifbaren Begriff des „Bösen“ zu definieren.
3. Satan. Teufel. Luzifer - Religionsgeschichtliche und theologische Grundlagen: Hier wird die Genese der Teufelsfigur nachgezeichnet, wobei der Fokus auf dem Judentum, dem Christentum, mittelalterlichen Vorstellungen und der Entwicklung von Höllenkonzepten liegt.
4. Die Absenz des „personifizierten Bösen“ in polytheistischen Religionen: Dieser Hauptteil analysiert die griechisch-römische sowie die ägyptische Mythologie auf Anzeichen oder das Fehlen einer mit dem Teufel vergleichbaren Figur.
5. Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass eine personifizierte Figur des Bösen eine spezifisch monotheistische Konstruktion zur Erklärung von Leid darstellt.
Böses, Personifizierung, Teufel, Satan, Polytheismus, Monotheismus, Hades, Seth, Religionsgeschichte, Mythologie, Theodizee, Jenseits, Hölle, Kulturwissenschaft, Dualismus
Die Arbeit untersucht das auffällige Fehlen einer „Personifikation des Bösen“, wie sie aus der christlichen Tradition als Teufel bekannt ist, innerhalb antiker polytheistischer Religionen.
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Religionsgeschichte, der Entwicklung theologischer Konzepte des Bösen sowie einer vergleichenden Analyse von Unterwelts- und Jenseitsvorstellungen.
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum polytheistische Systeme keinen Bedarf an einer einzelnen, absolut „bösen“ Gegenfigur zu Gott haben und warum diese Figur eine monotheistische Besonderheit darstellt.
Die Autorin wendet einen religionswissenschaftlichen und kulturgeschichtlichen Ansatz an, der auf Literaturanalysen und vergleichender Mythologie basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die philosophische Definition des Bösen, die historische Herleitung der Teufelsfigur im monotheistischen Kontext und die detaillierte Prüfung polytheistischer Gottheiten wie Hades und Seth.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Personifikation“, „Böses“, „Polytheismus“, „Monotheismus“, „Teufel“ und „Jenseitsvorstellungen“ maßgeblich bestimmt.
Hades gilt im antiken griechischen Polytheismus als die stärkste Annäherung an eine monotheistische Teufelsfigur, unterscheidet sich jedoch in seiner Funktion als Teil der göttlichen Schöpfung grundlegend vom „widergöttlichen“ Teufel.
Obwohl Seth in späteren ägyptischen Traditionen „verteufelt“ wurde, bleibt er eine ambivalente Gottheit, die gleichzeitig als Schutzgott und Kraftquelle fungiert, während der christliche Teufel als rein destruktives Prinzip definiert wird.
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