Masterarbeit, 2020
187 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Die krankhafte Angst
2.1 Klinische Erscheinungsformen der Angst
2.2 Epidemiologische Daten und Komorbidität
2.3 Diagnostizierung der Spezifischen Phobie
2.4 Die Leitlieniengerechte Behandlung von Spezifischen Phobien
2.4.1 Die kognitive Verhaltenstherapie
2.4.2 Psychoedukation
2.4.3 Rational emotive Therapie
2.4.4 Entspannungsverfahren
2.4.5 Exposition
2.4.5.1 Formen der Konfrontation
2.4.5.2 Wirksamkeit und Wirkmechanismen der Exposition
2.5 Expositionstherapie in der Praxis
2.5.1.1 Ablauf einer Expositionstherapie bei Angstpatienten
2.5.1.2 Versorgungsdefizite der Expositionstherapie
2.5.1.3 Quantität und Qualität der Expositionstherapie
3 Forschungsstand und Problemstellung
3.1 Neuer Markt Digital Mental Health
3.1.1 Internetbasierte Interventionen vs. gemischte Psychotherapie
3.1.2 Wirksamkeit von Online-Interventionen
3.1.3 Einschränkungen
3.2 Inhalte gemischter Psychotherapie
3.3 Beispielhafter Lösungsansatz für die Expositionstherapie
3.3.1 Stand-Alone Online Intervention
3.3.2 Gemischte Psychotherapie
3.4 Prozesse der Einstellungsbildung gegenüber technischen Innovationen
3.4.1 Individuumbezogenes Adoptionsparadigma
3.4.2 Individuenbezogenes Akzeptanzparadigma
3.4.3 Theoretischer Bezugsrahmen
3.5 Zusammenfassende Problemstellung und Ableitung der Fragestellung
4 Methodik
4.1 Datenerhebungsmethode
4.2 Tiefeninterview als methodisches Erhebungsinstrument
4.2.1 Inhaltliche Bestimmung und Charakteristika des Interviews
4.2.2 Begriffsabgrenzung und Definitionsversuch
4.2.3 Assoziative, projektive und kreative Verfahren
4.3 Der Untersuchungsaufbau
4.3.1 Erstellung eines tiefenpsychologischen Leitfadens
4.3.2 Auswahl der Stichprobe
4.3.3 Datenerhebung
4.3.3.1 Vor dem Interview
4.3.3.2 Ablauf des Interviews
4.3.3.3 Strichprobenbeschreibung
4.3.3.4 Persönliche Bewertung der Interviews
4.4 Auswertungsmethode nach Mayring
4.4.1 Ablauf der qualitativen Inhaltsanalyse
4.4.2 Anwendung des Ablaufmodells auf den Untersuchungsgegenstand
5 Ergebnisse
5.1 Deskriptive Beschreibung der induktiven Kategorien
5.1.1 Hauptkategorie 1: Hindernisse für eine klassiche Psychotherapie
5.1.2 Hauptkategorie 2: Vorteile einer appbasierten Lösung
5.1.3 Hauptkategorie 3: Erste Anlaufstelle für Hilfe
5.1.4 Hauptkategorie 4: Gründe für Vertrauen in einer app basierte Lösung
5.1.5 Hauptkategorie 5: Gründe für Misstrauen in eine app basierte Lösung
5.1.6 Hauptkatgorie 6: Vorteile einer gemischte Therapie
5.1.7 Hauptkategorie 7: Zahlungsbereitschaft
5.1.8 Hauptkategorie 8: Typischer Verwender
5.2 Interpretation der Kategorien
5.2.1 Interpretation: Hindernisse für eine klassische Psychotherapie
5.2.2 Interpretation: Vorteile einer app basierten Lösung
5.2.3 Interpretation: Erste Anlaufstelle für Hilfe
5.2.4 Interpretation: Gründe für Vertrauen in eine app basierte Lösung
5.2.5 Interpretation: Gründe für Misstrauen in eine app basierte Lösung
5.2.6 Interpretation: Vorteile einer gemischten Therapie
5.2.7 Interpretation: Zahlungsbereitschaft
5.2.8 Interpretation: Typischer Verwender
5.3 Zusammfassung der Ergebnisse und Ableitung des Adoptionsprozess
5.4 Gütekriterien der vorliegenden Forschung
5.5 Limitationen
6 Fazit
6.1 Implikationen für die Praxis
6.2 Abschließende Stellungnahme
Ziel der Arbeit ist es, durch eine qualitative Akzeptanzanalyse von Angstpatienten Faktoren zu extrahieren, die den Erfolg und Markteintritt einer internetbasierten Lösungsalternative für die Expositionstherapie erklären können, um bestehende Adoptionsmodelle um spezifische Gesundheitsfaktoren zu erweitern.
2.4.5 Exposition
Die Methode der Reizkonfrontation, auch Exposition bzw. Expositionstherapie genannt, ist ein zentrales Element der Behandlung von Angststörungen (Norton & Price, 2007). Hand (2000) beschreibt die Exposition als „Übungen zur Aufhebung von Meidungsverhalten mit Abbau von negativen kognitiv-emotionalen Reaktionen auf bestimmte Situationen, Objekte, Problemfelder oder Personen“ (S.164). Kennzeichnend für die Angststörung ist der Teufelskreis der Angst, welcher im Rahmen der Psychoedukation oftmals als aufklärendes Mittel verwendet wird, um den Wirkmechanismus der Angst zu verdeutlichen (Abb. 6). Im Verlauf einer Angststörung lernen Betroffene, dass der Ausstieg aus der Angstsituation zu einer Reduktion der Angstsymptome führt, welcher als angenehm erlebt wird. Daraus ergibt sich ein Vermeidungsverhalten, welches die Angsterkrankung aufrechterhalten lässt (Hand, 2000). Das etablierte Verhaltensmuster wird in Situationen angewendet, mit denen der Betroffene eine Angstreaktion verbindet. Dies hat zur Folge, dass sich ein Fluchtverhalten bei ersten Anzeichen der Angst, bzw. ein vollständiges Meiden von vermeintlichen Angstsituationen manifestierst. Weiterhin greifen Angstpatienten auch zu einer vorbeugenden Einnahme von Medikamenten, bzw. zu Alkohol, oder zu Hilfsmittenl, die als Sicherheitsanker dienen (Handy, Wasserflasche). Oftmals werden auch indirekte Vermeidungstechniken angewandt, indem sich Sicherheitspersonen/- Objekte ausgewählt werden, wie Ärzte, fluchtbereite Platzauswahl, Notfallmedikamente und sogar Notarztrufe bei aufkommenden Panikattacken (Neudeck & Wittchen, 2005).
Diese Strategien dienen dazu, die Angst kurzfristig zu unterbrechen und eine Erleichterung herbeizuführen. Das Vermeidungsverhalten, ist eine erlernte Strategie, die sich nach und nach auf andere Stimuli ausweitet, die dem phobischen Stimulus ähneln. Mittelfristig verstärkt die Strategie der Vermeidung allerdings die Bereitschaft Angst zu verspüren und wird zum „Allheilmittel“ gegen die Angst. Im Zuge dessen, wirkt sich eine mangelnde Erfahrung auf die Bereitschaft aus, konfrontative Situationen zu erleben. Langfristig ist das Sicherheitsverhalten demnach kein Rettungsmanöver, sondern eher ein Angstverstärker.
1 Einleitung: Diese Einleitung beleuchtet die Verbreitung von Angststörungen in Deutschland, die Herausforderungen bei der leitliniengerechten Behandlung und das Potenzial internetbasierter Therapiekonzepte.
2 Die krankhafte Angst: Dieses Kapitel definiert klinische Aspekte, epidemiologische Daten sowie die leitliniengerechten Behandlungsansätze bei spezifischen Phobien unter Fokus auf kognitive Verhaltenstherapie und Exposition.
3 Forschungsstand und Problemstellung: Hier werden der Markt für Digital Mental Health, die Prozesse der Einstellungsbildung gegenüber technischen Innovationen und die daraus resultierende Problemstellung für die Forschung hergeleitet.
4 Methodik: Der methodische Teil beschreibt die Wahl tiefenpsychologischer Interviews, den Untersuchungsaufbau sowie die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring zur Auswertung der erhobenen Daten.
5 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die durch qualitative Inhaltsanalyse identifizierten acht Hauptkategorien, die als Grundlage für das entwickelte theoretische Adoptionsmodell dienen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, gibt Implikationen für die praktische Umsetzung einer Expositionsapp und schließt mit einer Stellungnahme zur Forschung ab.
Angststörung, Spezifische Phobie, Expositionstherapie, Digital Mental Health, Online-Intervention, Gemischte Psychotherapie, Akzeptanzanalyse, Adoption, Tiefeninterview, Kognitive Verhaltenstherapie, E-Mental-Health, Adoptionsfaktoren, Qualitätssicherung, Versorgungsdefizit, Patientenbedürfnisse.
Die Master Thesis analysiert die Akzeptanz von internetbasierten bzw. gemischten Lösungsalternativen für die Expositionstherapie bei Angstpatienten.
Die zentralen Felder sind die klinische Psychologie von Angststörungen, der Stand der Digital-Mental-Health-Angebote sowie die technologische Adoptions- und Akzeptanzforschung.
Das Ziel ist es, Faktoren zu identifizieren, die für die Akzeptanz einer solchen internetbasierten Lösung relevant sind, um existierende Adoptionsmodelle um gesundheitsspezifische Aspekte zu erweitern.
Es wurde ein qualitativer Forschungsansatz gewählt, der auf tiefenpsychologischen Einzelinterviews basiert, welche mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet wurden.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Angststörung und Therapieformen, den aktuellen Stand der Online-Therapie, die methodische Vorgehensweise bei der Datenerhebung sowie die Präsentation und Interpretation der Ergebnisse aus den Interviews.
Die wichtigsten Begriffe sind unter anderem Angststörung, Expositionstherapie, Online-Intervention, Akzeptanz, Adoption und gemischte Psychotherapie.
Die Anonymität wird von den Patienten als großer Vorteil gegenüber einer klassischen Psychotherapie empfunden, da sie das Schamgefühl bei der Stigmatisierung durch das soziale Umfeld reduziert.
Obwohl die internetbasierte Lösung positiv bewertet wird, wird eine gemischte Form mit therapeutischer Begleitung (Chat, Telefon, Gespräch) als qualitativ hochwertiger und vertrauenswürdiger eingestuft.
Ja, die Mehrheit der befragten Teilnehmer zeigte eine Zahlungsbereitschaft, wobei eine kostenlose Testphase als Voraussetzung für die Vertrauensbildung und Überprüfung des persönlichen Nutzens genannt wurde.
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