Masterarbeit, 2021
66 Seiten, Note: 1,3
Kapitel 1 – Einleitung
Kapitel 2 – Literatur und Hypothesen
2.1 Die Verwendung von Diagrammen
2.2 Impression Management
2.2.1 Definition und Grundlagen
2.2.2 Impression Management mittels Diagrammen
2.2.3 Experimentelle Studien mit manipulierten Diagrammen
2.3 Financial Knowledge
2.4 Graph Literacy
2.5 Entscheidungsfindung mit Diagrammen
2.6 Der kommunale Jahresabschluss
Kapitel 3 – Die Datenerhebung
3.1 Der Aufbau des Fragebogens
3.2 Beschreibung der Stichprobe
3.3 Datenkontrolle und -aufbereitung
3.4 Transformation der Variablen
Kapitel 4 – Ergebnisse
4.1 Einleitende Analysen
4.2 Experiment 1 – Trunkierung
4.3 Experiment 2 – Year Reversal
4.4 Financial Knowledge, Subjektive und Objektive Graph Literacy
Kapitel 5 – Schlussteil
5.1 Diskussion
5.2 Limitationen
5.3 Ausblick
Die vorliegende Masterarbeit untersucht empirisch, ob und inwieweit die Manipulation von Säulendiagrammen – durch Methoden wie das Abschneiden der Ordinate (Trunkierung) oder das Verdrehen der Zeitachse (Year Reversal) – die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung von Rezipientinnen bei der Beurteilung kommunaler Jahresabschlüsse beeinflusst.
2.2 Impression Management
Der Terminus „Impression Management“ wurde vor allem durch die Arbeiten des Soziologen Erving Goffman geprägt. Er beschreibt die Selbstdarstellung von Individuen zum Zwecke der Vorteilhaftigkeit im Alltag, vor Vorgesetzten, Kolleginnen, Freundinnen und in der Familie. Hierbei vergleicht er die soziale Welt mit einem Theater und das Individuum mit einer Schauspielerin auf einer Bühne, mit Publikum, anderen Darstellerinnen und Außenseiterinnen. Die Einzelne spielt hierbei eine Rolle, in der sie Impression Management betreibt und ihre Zuschauerinnen auffordert, die Gestalt, die sie sehen, ernst zu nehmen und zu glauben, sie besitze tatsächlich die Eigenschaften, die sie zu haben scheint.
Im Dorsch Lexikon der Psychologie definieren Stapf/Heil Impression Management als „ein zentrales Konzept zur systematischen Eindruckssteuerung [..] und bez. jedes Verhalten einer Person oder einer Gruppe, das darauf abzielt, den Eindruck, den sich andere Menschen von dieser Person oder dieser Gruppe bilden, in erwünschter Weise zu steuern“.
Inzwischen wird die Impression Management-Forschung auch auf die ökonomische Perspektive ausgedehnt. Nach Brennan/Merkl-Davies kann Impression Management von Unternehmen zu Fehlallokationen von Kapital führen, denn Organisationen – beziehungsweise ihr Management – präsentieren auch (geschönte) Informationen über ihr Wirtschaften, zum Beispiel auf Webseiten oder in ihren Geschäftsberichten. Auch das Management von Unternehmen möchte die Jahresergebnisse der Öffentlichkeit in möglichst gutem Licht präsentieren.
Kapitel 1 – Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Diagrammen als Kommunikationsmittel ein und motiviert die Forschungsfrage hinsichtlich der Beeinflussung durch Impression Management im kommunalen Kontext.
Kapitel 2 – Literatur und Hypothesen: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Rahmen zu Impression Management, Diagrammgestaltung, Finanzwissen sowie Entscheidungspsychologie und leitet daraus die sechs zu prüfenden Hypothesen ab.
Kapitel 3 – Die Datenerhebung: Hier wird das methodische Vorgehen erläutert, inklusive des Aufbaus des Online-Fragebogens, der Gestaltung der Experimente mit verschiedenen Stimuli sowie der Beschreibung der Stichprobe.
Kapitel 4 – Ergebnisse: In diesem Kapitel werden die statistischen Analysen der erhobenen Daten mittels ANOVA und ANCOVA präsentiert und die Ergebnisse hinsichtlich der Hypothesen sowie der geschlechtsspezifischen Unterschiede ausgewertet.
Kapitel 5 – Schlussteil: Der Schlussteil diskutiert die empirischen Befunde, beleuchtet Limitationen der Untersuchung wie die studentische Stichprobe und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Impression Management, Kommunaler Jahresabschluss, Säulendiagramme, Trunkierung, Year Reversal, Finanzielle Kenntnisse, Financial Knowledge, Graph Literacy, Entscheidungsfindung, Online-Experiment, Eindruckssteuerung, Visualisierung, Geschlechterunterschiede, Statistik, Datenmanipulation
Die Arbeit analysiert, ob kommunale Verwaltungen durch die bewusste Manipulation von Diagrammen in ihren Jahresabschlüssen die Wahrnehmung und finanzielle Bewertung durch Bürgerinnen beeinflussen können.
Die zentralen Felder umfassen Impression Management, Visualisierungsforschung im betriebswirtschaftlichen und kommunalen Sektor, Entscheidungspsychologie sowie die Messung von Finanz- und Grafikkompetenz.
Das primäre Ziel ist es, zu ermitteln, ob Betrachterinnen eines kommunalen Jahresabschlusses durch manipulierte Säulendiagramme sowohl in der Beurteilung der Finanzlage als auch in einer daraus abgeleiteten Handlungsempfehlung beeinflusst werden.
Es wurde eine empirisch-quantitative Untersuchung in Form von zwei kontrollierten Online-Experimenten durchgeführt, bei denen die Teilnehmerinnen per Zufallsprinzip entweder manipulierte oder nicht-manipulierte Stimuli erhielten.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte Literaturrecherche, die detaillierte Darstellung des experimentellen Designs der Datenerhebung sowie die ausführliche statistische Auswertung der Ergebnisse mittels SPSS.
Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Impression Management, kommunaler Jahresabschluss, Trunkierung von Diagrammen, Graph Literacy und Entscheidungsfindung definieren.
Der Autor möchte die bestehende Lücke in der Literatur schließen, da bisherige Studien zum Impression Management mit Diagrammen fast ausschließlich auf gewinnorientierte Unternehmen fokussiert waren.
Die Ergebnisse zeigen einen signifikanten Gender-Effekt, bei dem nur die befragten Frauen eine signifikant bessere finanzielle Entwicklung wahrnahmen, wenn sie mit trunkierten Diagrammen konfrontiert wurden.
Graph Literacy ist eine zentrale Kontrollvariable, da sie die Fähigkeit beschreibt, Diagramme korrekt zu verstehen; die Studie untersucht, ob hohe grafische Kompetenz vor Manipulationen schützen kann.
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