Bachelorarbeit, 2020
70 Seiten, Note: 13,0
1. Einleitung
2. Definition Risikoverhaltensweisen unter Jugendlichen
2.1 Bedeutung und Funktion von Risikoverhalten
2.2 Definition Rauschtrinken
2.2.1Substanzgebrauch nach ICD-10
2.2.2 Alkoholkonsum nach DSM 5
2.2.3 schädlicher Gebrauch und experimenteller Konsum
2.2.4 Binge Drinking
2.2.5 Datenlage zum Rauschtrinken
2.2.6 Folgen des Alkoholkonsums
2.2.7 Risikogruppen und Risikofaktoren
3. Die Jugendphase und ihre Anforderungen
3.1 Begriffsdefinitionen
3.1.1 Jugendalter
3.1.2 Adoleszenz
3.1.3 Pubertät
3.2 Entwicklungsaufgaben des Jugendalters
3.2.1Bedeutung der Entwicklungsaufgaben nach Havighurst
3.2.2Wandel der Jugendphase
3.2.3Wandel der Entwicklungsaufgaben
4. Rauschtrinken als Problemverhaltensweise im Jugendalter
4.1 Antisoziale Handlungen als adoleszenztypisches Verhalten?
4.1.1Unter welchen Umständen wird Risikoverhalten weitergeführt?
4.2 Funktionen für die Bewältigung von Entwicklungsaufgaben
4.2.1 Rauschtrinken als Raum persönlicher Erfahrbarkeit
4.2.2 Rauschtrinken als Möglichkeit für adoleszente Gestaltungsprozesse
4.2.3 Rauschtrinken zum Erlernen von Verantwortungsübernahme
4.2.4 Rauschtrinken zur Gruppenintegration
5. Arbeit an der Geschlechtsidentität und geschlechtsspezifische Selbstinszenierung im Rauschtrinken
5.1 Definition Gender
5.2 Adoleszenz als Möglichkeitsraum für Geschlechtervariationen
5.2.1 Geschlechtliche Gruppenkonstitution
5.2.2 Weibliches Trinkverhalten
5.2.3 Männliches Trinkverhalten
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion des Rauschtrinkens als Instrument zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter sowie dessen Rolle bei der geschlechtsspezifischen Identitätsbildung und Selbstinszenierung innerhalb von Peergroups.
4.2.1 Rauschtrinken als Raum persönlicher Erfahrbarkeit
Durch Rauschtrinken können verschiedene Erfahrungen gemacht werden, die wichtig für die Identitätsausbildung sind. Zu den grundlegendsten und bedeutendsten für die Adoleszenz, gehören Erfahrungen von Bewältigung bestimmter Anforderungen, Enthemmung erfahren, Zugehörigkeitsgefühle erfahren, Autonomie erlangen und Erfahrungen mit eigenen körperlichen Prozessen machen. Für entsprechende Erlebnisse kann Rauschtrinken den Jugendlichen den notwendigen Raum bieten. (vgl. Litau 2011, S.107)
Eingangs wurden potentielle Folgen von Rauschtrinken für die Gesundheit Jugendlicher erläutert. Vor allem in der Forschung wird sich diesbezüglich hauptsächlich auf die schädigenden Folgen von Rauschtrinken konzentriert (vgl. Stumpp 2015, S.32). Rauschtrinken wirkt als Mittel, um Kohärenz herstellen zu können (vgl. Litau 2011, S.165). Dabei bekommt vor allem auch der Körper eine wichtige Bedeutung. Jugendliche können beim Rauschtrinken vielfältige Erfahrungen mit körperlichen Prozessen machen. (vgl. ebd. S.102) Zu Beginn der Alkoholkonsumbiographie, ist es für die Heranwachsenden häufig noch schwierig, die eigenen körperlichen Grenzen einschätzen können (vgl. Stumpp 2015, S.31). Mit fortschreitender Erfahrung wird Rauschtrinken zu einem zentralen Ort, den eigenen Körper und die körperlichen Prozesse gestalten zu können. Dies ist insofern bedeutend, da Erfahrungen von Gestaltbarkeit im Kontext gesellschaftlichen Wandels immer seltener werden. Rauschtrinken kann dieses Gefühl der Gestaltbarkeit wieder ermöglichen, indem die Jugendlichen selbst ihre körperlichen Grenzen erfahren, einschätzen lernen und dahingehend Kontrolle ausüben können. (vgl. Litau 2011, S.102)
Dabei wird vor allem der Rausch bedeutsam. Im Rauschzustand haben die Jugendlichen die Möglichkeit ihren Körper besser kennenlernen zu können (vgl. Niekrenz 2011, S.214). Durch den Rausch wird das Vermögen über die Fürsorge für den eigenen Körper demonstriert. Es braucht keine elterliche Kontrolle mehr. Jugendliche können sich dadurch als eigenständig und handlungsfähig erfahren. (vgl. Ganguin, Niekrenz 2010, S.12)
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen des Jugendalters ein und etabliert das Rauschtrinken als ein zentrales, jugendkulturelles Phänomen der Risikoverhaltensweisen.
2. Definition Risikoverhaltensweisen unter Jugendlichen: Das Kapitel definiert den Risikobegriff, grenzt diesen von Gefahr ab und klassifiziert verschiedene Formen des Alkoholkonsums (u.a. Binge Drinking) sowie deren Folgen.
3. Die Jugendphase und ihre Anforderungen: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Jugendphase und die Entwicklungsaufgaben nach Havighurst im Kontext eines gesellschaftlichen Wandels erläutert.
4. Rauschtrinken als Problemverhaltensweise im Jugendalter: Dieses Kapitel beleuchtet das Rauschtrinken als eine funktional eingesetzte Bewältigungsstrategie für adoleszente Anforderungen und untersucht deren Integration in die Peergroup.
5. Arbeit an der Geschlechtsidentität und geschlechtsspezifische Selbstinszenierung im Rauschtrinken: Der Fokus liegt hier auf dem Konzept des „Doing Gender“ und wie Jugendliche durch Alkoholkonsum Männlichkeit und Weiblichkeit in Peerkontexten aktiv konstruieren.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Rauschtrinken eine instrumentelle Funktion bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben hat, betont jedoch die notwendige Berücksichtigung gesundheitlicher Risiken und plädiert für eine differenzierte Präventionsarbeit.
Rauschtrinken, Jugendalter, Entwicklungsaufgaben, Risikoverhalten, Peergroup, Geschlechtsidentität, Adoleszenz, Doing Gender, Identitätsbildung, Alkoholkonsum, Sozialisation, Gruppendruck, Bewältigungsstrategie, Männlichkeit, Weiblichkeit
Die Arbeit untersucht die soziale und psychologische Funktion des Rauschtrinkens bei Jugendlichen im Kontext der Identitätsentwicklung und Geschlechterkonstruktion.
Die Arbeit verknüpft entwicklungspsychologische Theorien mit jugendkulturellen Praktiken, wobei der Fokus auf Risikoverhalten, Peer-Beziehungen und geschlechtsspezifischer Selbstinszenierung liegt.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Rauschtrinken nicht nur als gesundheitsgefährdendes Verhalten zu bewerten ist, sondern als Instrument zur Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und Identitätsarbeit dient.
Die Autorin stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, inklusive theoretischer Modelle (z.B. Havighurst, Moffitt, Doing Gender) und der Auswertung von Interviewausschnitten anderer Studien.
Im Hauptteil wird analysiert, wie Jugendliche Rauschtrinken nutzen, um körperliche Grenzen zu erfahren, Zugehörigkeit zu Peers zu sichern und spezifische männliche oder weibliche Geschlechterrollen zu erproben.
Die zentralen Konzepte sind Adoleszenz, Entwicklungsaufgaben, Rauschtrinken, Doing Gender, Peergroup-Interaktion und Bewältigungsstrategien.
Der soziale Druck (Gruppendruck) wirkt oft als Katalysator für den Alkoholkonsum, da Zugehörigkeit zur Peergroup ein essentielles Grundbedürfnis Jugendlicher ist, wobei die Intensität des Drucks je nach Gruppe und Geschlecht variiert.
Die Arbeit zeigt, dass Mädchen und Jungen unterschiedlichen normativen Erwartungen unterliegen; während für Jungen Trinkfestigkeit oft als Beweis von Männlichkeit dient, müssen Mädchen bei hohem Konsum oft mit stigmatisierenden Zuschreibungen rechnen.
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