Bachelorarbeit, 2019
34 Seiten, Note: 1,0
1. Die Niederlande unter dem Joch der Habsburger
1.1 Margarethe von Parma im Konzept der Monarchia universalis
1.2 Die Statthalterschaft in den Niederlanden: religiöse und politische Differenzerfahrungen
2. Ein Geschwisterzwist in Habsburg: politische Divergenzen in der Kommunikation
2.1 Der Geschwisterbegriff im 16. Jahrhundert
2.2 Weibliche Statthalterschaft im habsburgischen Herrschaftsverständnis
3. Ein Dualismus: Geschlecht und Herrschaftsnormative in der Frühen Neuzeit
3.1 Norm oder Geschlecht? Die Natur der Argumente in den Auseinandersetzungen um die Herrschaft
3.2 Tugendkataloge in Herrschaftsdiskursen der Frühen Neuzeit
4. Conclusio
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von Herrschaftsnormativen und Geschlecht in den politischen Auseinandersetzungen zwischen König Philipp II. und der Statthalterin Margarethe von Parma in den Niederlanden des 16. Jahrhunderts, wobei die Forschungsfrage klärt, ob Geschlecht als Kategorie in der adeligen Kommunikation durch Standesnormen relativiert wurde.
3.1 Norm oder Geschlecht? Die Natur der Argumente in den Auseinandersetzungen um die Herrschaft
Zur Klärung der in der Einleitung gestellten Frage, welche Bedeutung Geschlecht als das eine oder Normative als das andere signifikante Moment der staatlichen Kommunikation hatte, dient das Thun’sche Kommunikationsmodell. Das Kommunikationsquadrat von Friedrich Schulz von Thun ist deshalb sinnvoll, weil es 4 Facetten der Kommunikation zweier Personen beleuchtet.
Wenn man als Mensch kommuniziert, dann realisiert sich die Wirksamkeit in vierfacher Weise: Sachinformation (worüber Margarethe Philipp II. Informierte und welche Anweisungen Philipp Margarethe gab – politische Situation in den habsburgischen Niederlanden), Selbstkundgabe (was man von seiner Persönlichkeit mitgibt – Philipps II. Despotismus, Margrethes Moderation), Beziehungshinweis (wie die Kommunizierenden zu einer stehen – normativer Charakter der hierarchisierten Geschwisterbeziehung), Appell (was man bei der anderen Person erreichen will – Margarethe will Philipp dazu überreden Inquisition abzuberufen und mit Maß zu regieren, während Philipp sie zu Unduldsamkeit auffordert).
Um die Kommunikation zwischen der Akteurin und dem Akteur zu verstehen und deuten zu können werden zwei schicksalshafte Briefe analysiert, die den Gedankengang beider Partizipierenden in der Kommunikation auf allen 4 Ebenen des Modells nachvollziehbar machen soll. Die bereits erwähnten lettres de Ségovie vom 17. und 20. Oktober 1565 sollen Philipps Seite veranschaulichen. Margarethes verzweifelte Haltung und ihre Antwort, auf die im Jahr zuvor verfassten Briefe sollen in einer Korrespondenz vom 19.8.1566 deutlich werden, denn in den krisenhaften Sommermonaten war die Kommunikation zum König ihre einzige Möglichkeit ihre Ratlosigkeit zu überschatten.
1. Die Niederlande unter dem Joch der Habsburger: Das Kapitel führt in das Spannungsfeld zwischen der habsburgischen Herrschaft, der religiösen Krise durch die Reformation und dem Amtsantritt von Margarethe von Parma als Statthalterin ein.
1.1 Margarethe von Parma im Konzept der Monarchia universalis: Hier wird analysiert, wie Margarethe als Verlängerungsarm von Philipps autoritärer Weltmachtpolitik fungierte und welche theologische Bedeutung dem Universalismus in diesem Kontext zukam.
1.2 Die Statthalterschaft in den Niederlanden: religiöse und politische Differenzerfahrungen: Dieses Kapitel beleuchtet die Rolle der Statthalterschaft als Instrument der Stellvertreterherrschaft in einer zusammengesetzten Monarchie und die daraus resultierenden Konflikte.
2. Ein Geschwisterzwist in Habsburg: politische Divergenzen in der Kommunikation: Es wird die Korrespondenz zwischen Philipp II. und Margarethe dekonstruiert, um den normativen Charakter der geschwisterlichen Sprache und Machtbeziehung offenzulegen.
2.1 Der Geschwisterbegriff im 16. Jahrhundert: Das Kapitel untersucht die Bedeutung von Verwandtschaftsstrukturen und wie religiöse Kodierungen die hierarchische Kommunikation zwischen dem König und der Statthalterin prägten.
2.2 Weibliche Statthalterschaft im habsburgischen Herrschaftsverständnis: Es wird diskutiert, wie weibliche Herrschaft trotz zeitgenössischer Vorurteile als legitimes Instrument der Dynastie eingesetzt wurde und welche Erwartungen an eine „herrschaftsgeeignete“ Person bestanden.
3. Ein Dualismus: Geschlecht und Herrschaftsnormative in der Frühen Neuzeit: Das Kapitel untersucht das theoretische Spannungsfeld zwischen Geschlecht, Tugendlehre und gesellschaftlichen Normen, die das Handeln historischer Akteure begrenzten oder ermöglichten.
3.1 Norm oder Geschlecht? Die Natur der Argumente in den Auseinandersetzungen um die Herrschaft: Mittels des Kommunikationsquadrates wird analysiert, ob Geschlecht oder normative Anforderungen die politische Kommunikation in Krisenzeiten stärker bestimmten.
3.2 Tugendkataloge in Herrschaftsdiskursen der Frühen Neuzeit: Hier werden die spezifischen Tugenden nach Stand (Herzogin vs. gewöhnliche Frau) gegenübergestellt, um zu zeigen, wie Machtansprüche ständisch legitimiert wurden.
4. Conclusio: Die Arbeit fasst zusammen, dass in adeligen Kreisen des 16. Jahrhunderts Stand und Religion das Handeln stärker determinierten als das biologische Geschlecht.
Margarethe von Parma, Philipp II., Niederlande, Statthalterschaft, Herrschaftsnormative, Geschlechtergeschichte, Monarchia universalis, Kommunikation, Tugend, Frühe Neuzeit, Religionskonflikt, Habsburger, Macht, Adel, Reformationszeit.
Die Arbeit untersucht das Zusammenwirken von geschlechtsspezifischen Rollenbildern und politischen Herrschaftsnormen anhand der historischen Korrespondenz zwischen Philipp II. und seiner Statthalterin Margarethe von Parma.
Die zentralen Felder sind die politische Kommunikation im 16. Jahrhundert, die habsburgische Familien- und Expansionspolitik sowie die Analyse frühneuzeitlicher Tugendkataloge und deren Auswirkungen auf die politische Partizipation.
Ziel ist es zu belegen, dass politische Akteurinnen im 16. Jahrhundert nicht primär aufgrund ihres Geschlechts beurteilt wurden, sondern dass ständische und religiöse Normen die tatsächlichen Determinanten für politisches Handeln waren.
Die Arbeit nutzt eine diskursanalytische Methode, ergänzt durch das Kommunikationsquadrat von Friedrich Schulz von Thun, um die Korrespondenz zwischen König und Statthalterin systematisch auszuwerten.
Der Hauptteil analysiert die Geschwisterbeziehung als politisches Instrument, die Diskrepanz zwischen der geforderten königlichen Unnachgiebigkeit und dem Wunsch der Statthalterin nach Moderation sowie die Konstruktion von Tugenden innerhalb der Ständegesellschaft.
Margarethe von Parma, Herrschaftsnormative, Geschlechtergeschichte, Monarchia universalis, Kommunikation und Frühe Neuzeit.
Da Margarethe aus der herrschenden Dynastie stammte, überlappten der Stand und die dynastische Notwendigkeit ihre Geschlechterrolle, wodurch sie als "herrschaftsgeeignet" eingestuft wurde.
Religion dient als übergeordnetes Dogma, das jede andere Kategorie – einschließlich des Geschlechts – verdrängt und die absolute Gehorsamspflicht der Statthalterin gegenüber dem König legitimiert.
Während Philipp II. sich als gottgewollter monarca del mundo sah, musste Margarethe zwischen den Fronten der spanischen Zentralpolitik und den niederländischen Interessen vermitteln, was sie oft in eine Position der Ratlosigkeit brachte.
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