Bachelorarbeit, 2021
83 Seiten, Note: 1,7
0. Einleitung
1. Tiergestützte Pädagogik mit dem Pferd
1.1 Angrenzende Begriffe
1.2 Die Mensch-Pferd-Beziehung und Interaktion
1.3 Voraussetzungen Pferde, Pädagogen und Teilnehmer
1.4 Wirkungsweise und Ziele tiergestützter Pädagogik
1.5 Zusammenfassung
2. Pädagogische Perspektiven
2.1 Handlungsfeldorientierte Perspektive: Erlebnispädagogik
2.1.1 Merkmale der Erlebnispädagogik
2.1.2 Lernen in der Erlebnispädagogik
2.1.3 Ziele in der Erlebnispädagogik
2.2 Lerntheoretische Perspektive: Das Lerndreieck nach Knud Illeris
2.3 Didaktische Perspektive: Identitätstheoretische Didaktik
2.4 Zusammenfassung
3. Verortung der tiergestützten Pädagogik mit Pferden in ausgewählte pädagogische Perspektiven
3.1 Verortung in die Erlebnispädagogik
3.2 Verortung in das Lerndreieck nach Knud Illeris
3.3. Verortung in die identitätstheoretische Didaktik
3.4 Mögliche Lernprozesse
4. Fazit und Ausblick
Diese Bachelorarbeit untersucht die Möglichkeiten der tiergestützten Pädagogik mit Pferden als eigenständige pädagogische Handlungsform. Das primäre Ziel ist es, diese Methode mithilfe ausgewählter pädagogischer Perspektiven – der Erlebnispädagogik, dem Lerndreieck nach Knud Illeris und der identitätstheoretischen Didaktik – im pädagogischen Spektrum zu verorten und die dabei initiierten Lernprozesse zu analysieren.
Die Biophilie-Hypothese
Der Begriff Biophilie setzt sich aus dem griechischen Wort „bios“, was so viel wie „das Leben betreffend“ bedeutet und aus „philie“, was mit „Neigung, Vorliebe“ übersetzt werden kann zusammen (vgl. Vernooij/Schneider 2008, S. 5, zit. nach Schmidt 2012, S. 55). In dieser Hypothese des Evolutions- und Soziobiologen Edward O. Wilson aus dem Jahre 1984 wird angenommen, dass der Mensch evolutionär bedingt und über einen enorm langen Zeitraum hinweg mit Tieren zusammengelebt hat, immer noch zusammen lebt und er aufgrund dessen eine tiefe Verbundenheit mit der Vielfalt der Natur und den sich darin befindenden Lebewesen und Lebensprozessen aufgebaut hat. Es ist ein natürliches, angeborenes Bedürfnis und eine Neigung des Menschen mit anderen Lebewesen in Kontakt zu treten, oder sich in Landschaften und Ökosystemen, die Leben ermöglichen, aufzuhalten (vgl. Olbrich 2003, S. 70f.).
Für Kellert (2015) ist Biophilie „eine psychische, emotionale und kognitive Hinwendung zum Leben und zur Natur“ (Olbrich 2003, S. 70). Außerdem kann gesagt werden, dass der Mensch, um erfüllt und zufrieden zu leben, die Vielfalt der Natur- und Tierwelt benötigt und der Umgang mit Tieren seine gesunde Entwicklung fördert (vgl. Wesenberg 2020, S. 24).
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der tiergestützten Pädagogik mit Pferden ein, begründet das Interesse an der Thematik und umreißt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit.
1. Tiergestützte Pädagogik mit dem Pferd: Das Kapitel definiert die tiergestützte Pädagogik, grenzt sie von verwandten Begriffen ab und beleuchtet die Voraussetzungen sowie die Wirkungen der Mensch-Pferd-Beziehung.
2. Pädagogische Perspektiven: Hier werden die theoretischen Grundlagen aus der Erlebnispädagogik, dem Lerndreieck nach Knud Illeris und der identitätstheoretischen Didaktik vorgestellt.
3. Verortung der tiergestützten Pädagogik mit Pferden in ausgewählte pädagogische Perspektiven: Die Erkenntnisse aus den ersten beiden Kapiteln werden analysiert, um die tiergestützte Pädagogik mit Pferden theoretisch in die genannten pädagogischen Ansätze einzuordnen und Lernprozesse abzuleiten.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung der tiergestützten Pädagogik als pädagogisches Konzept sowie deren zukünftiges Entwicklungspotenzial.
Tiergestützte Pädagogik, Pferd, Mensch-Pferd-Beziehung, Erlebnispädagogik, Lerndreieck, Knud Illeris, Identitätstheoretische Didaktik, Lernprozesse, Persönlichkeitsentwicklung, Biophilie-Hypothese, Du-Evidenz, Bindungstheorie, Inklusion, Reflexion, Pädagogisches Spektrum.
Die Arbeit untersucht, inwieweit die tiergestützte Pädagogik mit Pferden als ernstzunehmende pädagogische Methode anerkannt werden kann, indem sie deren theoretische Verortung und Wirkungspotenziale analysiert.
Zentral sind die Definition tiergestützter Pädagogik, die theoretische Fundierung durch Erlebnispädagogik und Lerntheorien sowie die psychologischen und sozialen Wirkmechanismen der Arbeit mit Pferden.
Das Ziel ist es, die tiergestützte Pädagogik mit Pferden theoretisch im pädagogischen Spektrum zu verorten und zu zeigen, welche spezifischen Lernprozesse durch diese Handlungsform initiiert werden können.
Die Bachelorarbeit ist rein literaturanalytisch verfasst; sie stützt sich auf eine systematische Aufarbeitung und Verknüpfung bestehender Fachliteratur und theoretischer pädagogischer Konzepte.
Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen der Methode sowie pädagogische Perspektiven dargelegt und anschließend in einem Analysekapitel miteinander in Bezug gesetzt, ergänzt durch Praxisbeispiele.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die tiergestützte Pädagogik, das Lerndreieck von Knud Illeris, Erlebnispädagogik, Identitätsbildung sowie die Mensch-Pferd-Beziehung.
Sie postuliert ein angeborenes menschliches Bedürfnis, mit der Natur und anderen Lebewesen in Kontakt zu treten, was als theoretisches Fundament für die Wirksamkeit der Arbeit mit Tieren dient.
Es dient dazu, das Lernen in der tiergestützten Pädagogik als ganzheitlichen Vorgang zu beschreiben, der auf den drei Dimensionen Inhalt, Antrieb und Interaktion basiert.
Während die Hippotherapie primär als medizinische bzw. therapeutische Anwendung mit physiotherapeutischem Fokus gilt, zielt die TGP eher auf pädagogische Lern- und Entwicklungsfortschritte bei Kindern und Jugendlichen ab.
Reflexion ist notwendig, um die im Kontakt mit dem Tier gemachten Erfahrungen kognitiv zu verarbeiten, in den Alltag zu übertragen und so nachhaltige Bildungsprozesse zu gewährleisten.
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